Handball – Oberliga Herren: VfL erwartet heute Hildesheims Kader-Wundertüte / Plakative Motivation behagt Bühlow nicht

Argwohn vor Wiedersehen mit Ü-Ei(ntracht)

Entschlossenheit wird für den Handball-Oberligisten VfL Wittingen (beim Wurf Stefan Tietz) auch im heutigen Heimspiel gegen den Mitaufsteiger Eintracht Hildesheim II eine Schlüsselfunktion einnehmen. Foto: Barrenscheen

Wittingen. Die Werbe-Plakate in Wittingen werden die Handballer von Eintracht Hildesheim II nicht zu Gesicht kriegen. Aber womöglich sind sie Internet-affin und schauen auf der VfL-Homepage vorbei.

Wenn ja, könnten die hiesigen Handballer dem Gegner für das heutige Oberliga-Duell (19. 15 Uhr) unfreiwillig eine Ehrgeiz-Steilvorlage geboten haben.

Denn die Brauereistädter bewerben ihr Heimspiel mit dem Slogan: ‘Seit drei Jahren, einem Monat und acht Tagen zuhause ungeschlagen’. Im Grunde nur der stolze Verweis auf die Super-Serie der Männer in Blau-Gelb. Trainer Axel Bühlow behagt das Bramborium vorweg dennoch nicht. „Mit solchen Aktionen kann man wahnsinnig gut die anderen Mannschaften motivieren. Jeder will dann der Erste sein, der uns zuhause schlägt. Ich bin da ein bisschen abergläubisch...“

Argwohn ist auch beim nebulösen Blick auf den Widersacher angebracht. Bühlow hat salopp gesagt keinen blassen Dunst, was seine Mannschaft heute erwartet gegen die Hildesheimer Reserve. Sind einige Zweitliga-Kräfte an Bord? Oder Talente aus der Bundesliga-A-Jugend? „Wir müssen schauen, was da ankommt“, spricht der VfL-Coach von einem Ü-Ei. Aber letztlich sei es wurscht, mit welchem Aufgebot die Eintracht in das Kräftemessen der Aufsteiger geht. „Wir haben ein Heimspiel und da sind wir auf Wiedergutmachung aus“, betont Bühlow. Die Rosdorf-Rehabilitation (21:32) als Antrieb.

Am Ende der Vorsaison in der Verbandsliga lagen beide Teams gerade einmal zwei Törchen auseinander. Und auch aktuell, nach vier Spieltagen eine Etage höher, rangieren Wittingen und Hildesheim wieder in trauter Zweisamkeit dicht an dicht im Tableau. Logisch, dass die Gastgeber mit dem dritten Sieg in der gelben Hölle weiter im ruhigen Fahrwasser treiben wollen. Zumal der VfL, der wieder auf Sebastian Schulze und potentiell auch Andreas Witzke bauen kann, womöglich noch eine kleine Rechnung mit dem Team offen hat, das ihm die Meisterschaft hauchdünn vor der Nase wegschnappte.

Beim letzten Aufeinandertreffen in Wittingen wurde die Eintracht mit einer 39:25-Packung heimgeschickt. Schnee von gestern. Damals trat Hildesheim nur mit einer Rumpftruppe an. Das könnte sich dieses Mal ganz anders gestalten, mahnt Bühlow. „Wir müssen mit der stärksten Truppe rechnen.“ Top-Youngster wie Tim Zechel, Pascal Kinzel oder Lothar von Hermanni wandeln regelmäßig zwischen Erster und Zweiter. Immerhin acht Kräfte aus dem offiziell benannten Oberliga-Kader (siehe Info-Kasten) sind in dieser Serie auch schon – regelmäßig – in der zweiten Liga zum Einsatz gekommen. Bühlow ahnt: „Das wird ein harter Brocken. Die A-Jugendlichen sind groß gewachsen. Wenn die einen Lauf haben, wird es sehr schwierig.“

Von Ingo Barrenscheen

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