Segelfliegen – LVI-Akteur betreut die deutschen Piloten

Alter EM-Hase Kruse in neuer Flug-Rolle

Bei herrlichstem Winterwetter besuchte das deutsche Segelflug-Nationalteam die Wasserkuppe Rhön. Ganz oben rechts Coach Andreas Kruse vom LVI Repke.

Repke/Rötgesbüttel. Europameisterschaften sind für ihn kein Neuland. In dieser Rolle allerdings schon: Andreas Kruse von der Luftsportvereinigung Altkreis Isenhagen (LVI Repke) sitzt vom 5. bis 20.

Juli bei der Segelflug-EM der Standard-Club- und Doppelsitzerklasse im polnischen Ostrow zwar auch am Ruder, aber nicht in der Luft. Vielmehr erlebt er als Coach eine neue Herausforderung in seinem Fliegerleben.

Kruse betreut in Polen mit Teamchefin Gabi Haberkern die sechs startberechtigten deutschen Piloten. Dies erfordert Umsicht und Erfahrung. Die der 39-Jährige aus Rötgesbüttel vorweisen kann durch zwei EM-Einsätze (beide in Litauen) sowie acht deutsche Meisterschaften mit vorderen Platzierungen. Mit 2000 Flugstunden besitzt er große fliegerische Sachtkenntnis.

Dies kommt ihm sicherlich zu gute, wenn er mit den deutschen Teilnehmern die Flüge und erforderliche Taktik bespricht. Doch schon im Vorfeld hat Kruse allerhand zu tun. So muss die Infrastruktur fürs deutsche Team geschaffen werden. Die Crew benötigt etwa Wohnwagen. Eine Teamzentrale muss aufgebaut, Flugkarten für den Segel-Sixpack besorgt werden. Und und und... Wenn Piloten auf einem Feld außenlanden müssen, obliegen dem Mann von der Repker Schnuckenheide die Rückholaktionen. Ausruhen gilt nicht. Denn nebenher erhalten die Segelflieger noch wichtige Flug- und Wetterinfos. Also ein großes Paket, das auf Kruse bei seiner verantwortungsvollen Tätigkeit wartet.

Mit einem ersten Vorbereitungstreffen auf der Wasserkuppe Rhön bereitete sich das deutsche Team auf das Top-Ereignis vor. Beim zweitägigen Treffen wurden die besonderen Gegebenheiten im polnischen Fluggebiet besprochen. Teammeteorologe Steffen Kludt erläuterte die thermischen Bedingungen. Dass der Untergrund der Landschaft eine entscheidende Rolle spielt, wurde schnell klar. So haben die Teilnehmer besondere Karten, anhand derer die Thermikentwicklung abschätzbar ist. Sandboden und leichte Böden sind dabei von Vorteil.

Neben dem Theorieteil nutzte das Segelflug-Nationalteam die Zeit zu ausgiebigen Spaziergängen. Man konnte ein echtes Wintermärchen auf Hessens höchstem Berg erleben. Der Besuch am Fliegerdenkmal durfte da natürlich nicht fehlen. Denn die Wasserkuppe gilt weltweit als Geburtsstätte des Segelflugs.

Mit weiteren Vorbereitungs- Maßnahmen und Trainingslagern im Frühjahr bereiten sich die deutschen Aufwindjäger auf die EM vor. „Eine gute Vorbereitung ist der halbe Erfolg“, gab Kruse seinen Kameraden mit auf den Heimweg. Schon Mitte Februar gibt’s auf der Wasserkuppe ein Wiedersehen.

Von Lothar Schwark

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