PfiffIKus – Die Serie mit KSA Gifhorn: Neue Saison, neue Regeln

Alles Neue macht der Juli...

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So nicht! Schiris (wie hier Tobias Stieler/r.) können Teamoffiziellen (Freiburgs Coach Christian Streich) künftig persönliche Strafen aussprechen. 

Gifhorn – Zum Stichtag 1. Juli hat das Regelwerk für Fußball-Schiedsrichter wieder ein umfassendes Update erfahren. Nicht alle Änderungen auf den ingesamt zwölf Seiten haben für die Amateurspielklassen eine Relevanz.

Der Kreisschiedsrichter-Ausschuss Gifhorn hat die wichtigsten Neuerungen für den hiesigen Bereich in der Serie PfiffIKus herausgefiltert, die aktuell bereits bei der Frauen-WM angewendet werden.

Auswechslungen

Um Zeitschinderei vorzubeugen, müssen Spieler bei Auswechslungen das Feld an der naheliegendsten Stelle verlassen – und sich nicht im Zeitlupentempo in Richtung Auswechselbank bewegen... Der Schiedsrichter kann Ausnahmen zulassen, wenn zum Beispiel Sicherheitsgründe dies erfordern. Die Spieler haben sich anschließend umgehend in die Coaching Zone/Umkleidekabine zu begeben.

Bank-Strafen

Ab sofort können auch persönliche Strafen gegen Teamoffizielle (Trainer, Betreuer etc.) ausgesprochen werden. Sei es als Verwarnung mit Gelb oder glatt Rot – dann verweist der Unparteiische den Übeltäter vom Spielfeld und dessen unmittelbarer Umgebung wie der Coaching Zone. Lässt sich der Sünder nicht eindeutig identifizieren, so wird eine Disziplinarmaßnahme gegen den höchstrangigen Trainer verhängt.

Der Gefoulte schießt...

...selbst. Dann kann er, insofern er sich bei der Strafstoß-relevanten Szene verletzt hat, auf dem Spielfeld behandelt werden und auf diesem bleiben.

Beim Münzwurf...

...vor dem Spiel darf der siegreiche Spielführer zukünftig auch den Anstoß wählen. Entscheidet er sich für diese Variante, so darf der Gegner bestimmen, auf welches Tor in der ersten Halbzeit gespielt wird.

Schiedsrichterball

Dieser wird neuerdings nur noch mit einem Spieler ausgeführt. Und zwar von dem Team, das den Ball vor der Unterbrechung zuletzt berührt hat. Alle anderen Akteure beider Mannschaften müssen mindestens einen Vier-Meter-Abstand einhalten.

Der Schiri spielt mit...

Berührt der Referee den Ball und ein Team kann so einen aussichtsreichen Angriff starten, die Kugel geht direkt ins Tor oder der Ballbesitz wechselt, so wird die Partie unterbrochen und mit einem Schiri-Ball fortgesetzt.

Kein großer Wurf mehr

Der Torwart darf mit der Hand (also beim Abwerfen des Balles mit der Hand) kein Tor mehr erzielen.

Kein Verfalls-Datum

Wird ein Spiel schnell fortgesetzt, obwohl eine persönliche Strafe ausgesprochen werden soll, so kann dies auch noch in der nächsten Unterbrechung erfolgen.

Der Berührungs-Punkt

Freistöße aus dem eigenen Strafraum sowie der Abstoß müssen den Sechzehner nicht mehr verlassen, ehe sie durch einen Mitspieler angenommen werden dürfen. Befindet sich jedoch ein Gegenspieler in der Nähe und nimmt Einfluss auf die Ballannahme, so wird der Freistoß/Abstoß wiederholt.

Mauer-Gerangel ade

Bilden drei oder mehr Spieler des verteidigenden Teams eine Mauer, müssen alle Angreifer einen Abstand von mindestens einem Meter zur Mauer einhalten, bis der Ball im Spiel ist. Halten sie sich nicht daran, so wird ein indirekter Freistoß für das verteidigende Team verhängt.

Handspiel

Das am heißesten diskutierte Thema im Fußball seit Monaten. Dementsprechend wurde der Regeltext reformiert und präzisiert. So werden nach Regel 12 Tore, bei denen der Spieler versehentlich mit dem Arm oder der Hand am Ball war, nicht mehr gezählt. Das gilt auch bei einer Torchance. Ein Vergehen besteht auch, wenn die Hand oder der Arm sich über Schulterhöhe befinden oder der Körper durch die Hand- oder Armhaltung unnatürlich vergrößert wird.

Kein Vergehen liegt vor, wenn dem Spieler der Ball direkt vom eigenen Kopf oder Körper einschließlich des Fußes an den Arm oder die Hand springt. Wird der Ball von einem nahestehenden Spieler an die Hand oder den Arm geschossen, läuft das Spiel ebenfalls weiter. Außerdem wird weitergespielt, wenn ein Spieler beim Fallen seinen Körper abstützt und der Ball dann den Arm oder die Hand berührt.

Laut DFB-Lehrwart Lutz Wagner sei mehr Klarheit erforderlich, besonders in den Fällen, in denen ein nicht absichtliches Handspiel ein Vergehen ist. „Fußball akzeptiert kein Tor, das mit der Hand/dem Arm erzielt wurde, auch wenn es versehentlich ist.“

VON INGO BARRENSCHEEN

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