Handball – Oberliga Herren: Aufsteiger reist morgen selbstbewusst und mit mehr Alternativen zur HG Rosdorf-Grone

Alles kann, nichts muss für Wittingen

Für einen Auswärtssieg muss schon viel passen: Handball-Oberligist VfL Wittingen (am Ball Torben Hildebrandt) reist morgen aber keineswegs chancenlos zur heimstarken HG Rosdorf-Grone. Foto: Barrenscheen

Wittingen. Sie müssen 180 Kilometer reisen. Einmal hin und nochmal zurück. Zu viel Aufwand, um nach dem Spiel bei der HG Rosdorf-Grone auf 180 zu sein.

Die Handball-Herren des VfL Wittingen wünschen sich für das Gastspiel in der Handball-Oberliga am morgigen Sonntag (15 Uhr) im Bestfall zwei Zähler. Wenigstens aber eine anständige Leistung.

Auch wenn Rosdorf-Grone weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart zur absoluten Elite im niedersächsischen Oberhaus gehört(e), stellt sich VfL-Trainer Axel Bühlow auf ein „ganz, ganz schweres“ Unterfangen im Göttinger Speckgürtel ein. Denn etabliert ist der Gegner allemal in der vierten Liga, lief mit einem Ausreißer stets im gesicherten bis gehobenen Mittelfeld ein. Mit Gernot Weiss, der früher die Frauen-Bundesligisten SG Kirchhof und HSG Bad Wildungen trainierte, steht zudem ein hochdotierter Anleiter an der Seitenlinie. Und: Im ersten Heimspiel glückte der HGRG mit dem 26:22 über den ruhmreichen VfL Hameln eine „große Überraschung“, betont Bühlow.

Aber er selbst ist auf die „kleine Überraschung“ eines Auswärtssieges aus. „Wenn wir die zwei Punkte mitnehmen wollen, müssen wir schon einen sehr, sehr guten Tag erwischen.“ Über volle 60 und nicht nur über 45 Minuten wie in Helmstedt (27:35). Alles kann, nichts muss für Wittingen. „Ein Sieg wäre schon schön. Wir sind nicht chancenlos. Aber wenn nicht, dann ist es auch kein Hals- und Beinbruch“, geht der Coach angesichts des ordentlichen Saisonstarts mit 4:2-Punkten entspannt an die Partie heran. „Wir können dort mit breiter Brust hinfahren.“

Und mit einem breiter aufgestellten Kader als beim jüngsten 28:25-Erfolg über Alfeld. Durch Alexander Busch und Lars Erxleben sind die Brauereistädter auf den Außenpositionen doppelt besetzt. Johann Schultze erweitert ebenfalls die Möglichkeiten. Und womöglich ist auch Kai Eschert nach seinen Oberschenkel-Problemen wieder einsatzbereit. Wobei Bühlow in seinem Fall betont: „Wir müssen nichts übers Knie brechen.“ Wie gesagt: Alles kann, nichts muss.

Das stellt sich bei Rosdorf-Grone schon etwas anders dar: Hameln stellte den bisher einzigen Lichtblick dar. Von daher sind die Gastgeber gefordert, unterstrich auch HG-Akteur Gerrit Kupzog: „Nach den bisherigen Höhen und Tiefen wollen wir einmal mehr zeigen, was wirklich in uns steckt.“

Von Ingo Barrenscheen

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