Handball – Verbandsliga Herren: Wittingen verliert auch Heimpremiere – Mühlenbruch: „Selbst versaut“

Ärgerlich-überflüssiges Déjà-Vu

Die Wittinger Handballer (beim Wurf Arne Gades) erlitten gegen Barsinghausen die zweite Niederlage im zweiten Spiel...

Wittingen. Die neue Saison beginnt, wie die alte aufgehört hat – enttäuschend. Die Verbandsliga-Handballer des VfL Wittingen wurden am Sonnabend Barracuda-Futter, setzten ihre Heimpremiere gegen den TSV Barsinghausen mit 26:28 in den Sand.

Wie schon in Wietzendorf absolut überflüssig!.

Trainer Mike Mühlenbruch sprach von einer „Duplizität der Ereignisse“. Auf den Begriff Fehlstart wollte er sich nicht festnageln lassen. „Wir haben nicht gegen Teams verloren, die schlechter sind.“ Doch auch er hat erkannt: Wittingen ist klassisch in den Startlöchern kleben geblieben, läuft der Musik hinterher. Mühlenbruch erwartet nach ersten Hochschätzungen bis zu acht Teams im oberen Beritt – „wir sind nicht dabei. Das haben wir uns selbst versaut.“

Weil der VfL vor fast 300 Zuschauern erneut in entscheidenden Situationen die falschen Entscheidungen traf. Ein bekanntes Muster aus Wietzendorf. Wie eine Woche zuvor hatten die Brauereistädter durchaus couragiert begonnen und die erste Halbzeit mit leichten Vorteilen für sich entschieden.

Doch nach dem Wechsel verloren die Gastgeber zusehends ihre Linie. Anders die Basche Barracudas, die beim 21:20 erstmals im Spiel in Führung gingen. Der nervenaufreibende Tanz auf der Rasierklinge näherte sich seinem Höhepunkt. Das nagte augenscheinlich am Wittinger Angriffsspiel. Wobei: Mühlenbruch beklagte zwar massive Abspielfehler („Das kann nicht sein!“) und wollte die Schuld für die Niederlage im Nachhinein aber nicht an den vergebenen Hochkarätern festmachen. Der Coach: „Ich habe die Philosophie: Egal wie ich vorne verwerfe – dann lasse ich hinten eben keinen zu. Ich muss immer bereit sein, Fehler auszubügeln.“ Seine Schützlinge scheinen dies aber noch nicht verinnerlicht zu haben, schleppten Frust statt Trotz mit in die Abwehr.

Zwar keimte noch einmal Hoffnung auf, als der VfL zum 25:25 ausglich und die Chance auf die Wende nach der Wende hatte. Doch der Druck war offenbar zu groß. Mühlenbruch „lässt sich nicht verrückt machen“, kochte aber innerlich. „Wir hätten beide Spiele auch gewinnen können. Das ärgert mich wahnsinnig.“ Nicht nur ihn. Ein kleiner Mini-Handballer, vorher noch Auflaufkind, trottete geknickt aus der Halle: „Mann, Wittingen verliert immer...“ Und vor allem unnötig.

Von Ingo Barrenscheen

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