Handball – Oberliga: VfL in Rosdorf

„Achtbar aus der Affäre ziehen“

Augen auf bei der Berufswahl: Auf die Handballer des VfL Wittingen (rechts Marten Schultze) wartet mit der HG Rosdorf-Grone heute Abend ein Spitzenteam der Oberliga.
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Augen auf bei der Berufswahl: Auf die Handballer des VfL Wittingen (rechts Marten Schultze) wartet mit der HG Rosdorf-Grone heute Abend ein Spitzenteam der Oberliga.

Rosdorf. Der Blick auf die Tabelle verrät es: Beim VfL Wittingen müssen in dieser Handball-Oberliga-Saison alle Kräfte gebündelt werden, um einmal mehr den Klassenerhalt zu schaffen. Für die Auswärtspartie beim Spitzenteam HG Rosdorf-Grone am heutigen Sonnabend (18.30 Uhr) bedeutet das aber eher: Kräfte schonen! Für die entscheidenden Spiele gegen die direkte Konkurrenz.

Denn: Dass bei der HG nicht viel zu holen sein wird, davon gehen eigentlich alle Beobachter aus. Auch VfL-Coach Christian Gades gibt sich keinen Illusionen hin. „Wenn wir das realistisch einschätzen“, meint der Mann an der Seitenlinie, sei die Chance auf etwas Zählbares in Rosdorf ziemlich gering. Zumindest bei normalem Verlauf. „Selbst in voller Besetzung müsste alles passen“, unterstreicht Gades.

Und die hat der Trainer – überwiegend gezwungenermaßen – nicht zur Verfügung. Andreas Witzke (Karriereende nach Verletzung), Johann Schultze und Janosch Kochale (studienbedingt) fallen ohnehin aus. Der erkrankte Kai Eschert ist fraglich und auf Alexander Busch verzichtet Gades mehr oder minder freiwillig. Der einzige Linkshänder im Team hat nach wie vor mit Verletzungsproblemen zu kämpfen und musste beim Spiel in Helmstedt vorzeitig aufgeben. Da mache es mehr Sinn, Busch „bewusst zu schonen“, wie der Coach erklärt.

Aufgefüllt wird das Team dafür mit einigen jungen Spielern aus der Reserve, die an diesem Wochenende spielfrei hat. Niklas Heinecke, Jan-Philipp Goetzie und Nick Schmidt werden die Reise in die Nähe von Göttingen antreten. Nicht nur die drei Jungspunde, die gesamte Mannschaft könne in Rosdorf frei aufspielen, gewinnt Gades der Situation auch Positives ab. „Vielleicht wird man auch unterschätzt. Das könnte dann vielleicht ausschlaggebend sein, dass wir doch etwas mitnehmen.“

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die HG ihren Stiefel runterspielt. Die Gastgeber müssen mit Hubertus Brandes, zuletzt in Top-Form, nach Unterarm-Bruch zwar auf einen ihrer Leistungsträger verzichten, den Favoritenstatus ist der Tabellvierte deshalb aber noch lange nicht los. Gades baut für die größte anzunehmende Niederlage schon einmal vor: „Es darf uns nicht umwerfen, wenn wir das ein oder andere Tor mehr kassieren.“ Von vornherein abschenken werden die Wittinger das Spiel nun aber nicht, wie der Coach betont: „Wir werden uns nicht kampflos ergeben, sondern werden versuchen, uns achtbar aus der Affäre zu ziehen.“

Von Andreas Arens

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