Handball – Landesliga Herren: VfL Wittingen II verpasst gegen die HSG Schöningen eine mögliche Überraschung – 18:20

Der Abwehr-Schachtplan geht nicht ganz auf

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Doppel-Block: Während sich Wittingens Reserve (r. Mirko Schulze) gegen die HSG Schöningen jeden Treffer äußerst aufwendig erarbeiten musste, bröckelte die VfL-Defensive für eine kurze, aber entscheidende Phase beim 18:20.

Wittingen. Es war der Tag der Abwehrschlachten in der Gelben Hölle. Anders als der MTV Stöcken verpasste der VfL Wittingen II aber den Favoritensturz in der Handball-Landesliga der Herren.

Beim 18:20 (9:6) gegen die HSG Schöningen war bei den Defensiv-Duracellhäschen irgendwann der Akku leeeeer.

„Wir haben alles auf die Abwehr gesetzt“, erläuterte VfL-Coach Christian Bölter den Schlachtplan. Dieser ging in der ersten Hälfte vollkommen auf. Bis zur 16. Minute bekam der Tabellendritte aus Schöningen mickrige zwei Törchen zustande (6:2). „Da sah alles sehr rosig aus“, befand Bölter. Selbst wenn die Brauereistädter nicht trafen, so verhinderten sie zumindest hinten weitestgehend die Einschläge. Einen Pferdefuß hatte das beherzte Zupacken gegen die HSG-Riesen aber. Alexander Witzke handelte sich früh die zweite Zeitstrafe ein.

„Aus Angst, dass er Rot bekommt, haben wir umgestellt“, so Bölter. Womöglich ein Denkfehler. Denn eingangs des zweiten Abschnitts bröckelte das VfL-Massiv zunehmend. So wurde aus einer 11:9-Führung ein 11:13-Rückstand.

So richtig erholte sich der Neuling davon nicht mehr. Weil „irgendwann die Kraft fehlte“, so Wittingens Trainer. Die Hausherren mussten sich jedes Tor energieraubend erarbeiten, verwarfen zudem über Rechtsaußen zig Chancen. Anders Schöningens Ex-Oberliga-Akteur Marian Tirna, der „aus dem Rückraum schrotete“ und ohne viel Aufhebens traf. Dennoch ergab sich noch die Chance zum Remis. In Überzahl ging Wittingen in die offene Deckung über, doch Schöningen traf von außen zum 18:20. Bölter seufzte: „Ein Punkt wäre verdient gewesen.“ Er hätte sich, als seine Jungs „stehend k.o.“ waren, „einen Schub“ von der Tribüne gewünscht.

Von Ingo Barrenscheen

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