Fußball – IK-Nachspielzeit: Der letzte Spieltag der letzten Amtshandlungen

Abschiedsgrüße en masse

In Wahrenholz sagt man tschüss: Bastian Mechelk (Mitte) – eingerahmt von seiner Frau Michaela und VfL-Spartenleiter Stefan Frommelt – beendete nach dem Helmstedt-Spiel seine Karriere als Keeper.
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In Wahrenholz sagt man tschüss: Bastian Mechelk (Mitte) – eingerahmt von seiner Frau Michaela und VfL-Spartenleiter Stefan Frommelt – beendete nach dem Helmstedt-Spiel seine Karriere als Keeper.
  • VonAndreas Arens
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  • Ingo Barrenscheen
    Ingo Barrenscheen
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Gifhorn/Landkreis. Abschiede allenthalben. Am Wochenende gab nicht nur der Spielbetrieb der Ligen im Landkreis Gifhorn sein Stelldichaus für diese Saison. Auch so mancher Spieler sagte (für immer) goodbye vom aktiven Fußball.

Alles dazu und was sonst noch so abseits des Rasens passierte, in der letzten IK-Nachspielzeit der Saison.

Irgendwie passte dieser Abschied ins Bild: Mit einer Niederlage hat Bastian Mechelk, Keeper des Bezirksligisten VfL Wahrenholz, seine Torwart-Handschuhe an den Nagel gehängt. „Das passt zur Saison. Ich hab mir das anders vorgestellt, dass es anschließend noch ein bisschen lustiger wird“, so Mechelk. Dennoch wurde sein letzter Auftritt als aktiver Fußballer im Anschluss an die 2:4-Pleite gegen Germania Helmstedt noch würdig begangen. In der kommenden Woche folgt dann auch noch die Abschlussfahrt der Bezirksliga-Mannschaft, wo Mechelk ein letztes Mal an Bord sein. wird. Gut möglich, dass die Verantwortlichen um Co-Trainer Benjamin Wrede dann noch einen letzten Umstimmungsversuch unternehmen werden. Doch der (Ex-)Keeper wird sich nicht erweichen lassen: „Wenn ich etwas mache, dann bin ich konsequent.“

Diese Konsequenz hat ihn während seiner 30-jährigen Karriere auf dem grünen Rasen schon ausgezeichnet. Und so kann Mechelk auf einige schöne Erlebnisse zurückblicken: „Ich habe viel gesehen, gegen die Profimannschaften vom VfL Wolfsburg und von Eintracht Braunschweig gespielt oder in der Oberliga im Tor gestanden“, schildert der Torwart seine persönlichen Höhepunkte. Mit dem Taterbusch-Team blieben ihm besonders die Erfolge bei Hallenturnieren in Erinnerung, etwa der Sieg beim Nord-Cup. Ab nun spielt der Fußball nicht mehr die Hauptrolle in Mechelks Leben. „Der Volleyball stand jahrelang an zweiter Stelle und ist nun in den Vordergrund gerückt“, sagt der Ballsportler aus Leidenschaft, der zukünftig aber auch etwas mehr Freizeit genießen möchte.

Der Saison-Ausstand beim VfL Germania Ummern war alles andere als ein Spießrutenlauf: Die Fußballer feierten bei Spanferkel und Co. eine rundum gelungene Saison.

Das größte Saison-Highlight, das Finale um den Wittinger Kreispokal, steht zwar noch aus, trotzdem feierte Germania Ummern am Sonntag bereits den Abschluss einer durchaus erfolgreichen Spielzeit. Der Aufstieg der Reserve in die 2. Kreisklasse und das erste Kreisliga-Jahr der Erstvertretung seit langer Zeit galt es zu begießen. Mit Platz sechs in der Endabrechnung und dem Einzug ins Pokalfinale können die Ummeraner sehr zufrieden sein. Und so feierten gestern Spieler beider Mannschaften gemeinsam mit den Fans. Dabei drehte sich fast alles um das Spanferkel, das restlos „verputzt“ wurde, wie Michael Alms, Coach des Kreisliga-Teams preisgab.

Mit Stefan Fricke wurde zudem ein altgedienter Spieler verabschiedet. „Er hat 14 Jahre die Knochen hingehalten und hat ein Trikot mit allen Unterschriften bekommen“, so Alms, der insgesamt von einem „schönen Abschluss“ sprach. Der war es auch für die Reserve-Kicker, die im letzten Spiel nur haarscharf die 100-Tore-Marke verpassten. „99 ist aber auch eine schöne Zahl“, meinte Co-Trainer Jan Rüngeling. Eine schöne Schnapszahl, sozusagen passend zum gemütlichen Ausstand...

Das letzte Saisonspiel beim SV Hagen-Mahnburg: Es war gewissermaßen schon ein Preview auf die neue Spielzeit. Denn zwischen den Pfosten stand nicht Philipp Schmidt – der tummelte sich in seinem vorerst letzten Spiel in Grün-Weiß an vorderster Front und traf sogar zum 3:0. Der bisherige Keeper lässt sich erneut am lädierten Kreuzband operieren. An seiner Stelle hütete Bastian Albrot den Kasten – das ist auch die Lösung für die Serie 2017/18. Da sich der personell eher klamme Club mit fünf Zugängen verstärkt, darunter Rückkehrer Mathieu Merzenich (zuletzt VfL Wittingen/S.), gibt sich Trainer Walter Dürkop mit Blick auf die Zukunft „sehr optimistisch. „Wir haben mehr Auswahl in der nächsten Saison.“

Der letzte Mann stand auch beim TV Emmen im Mittelpunkt beim letzten regulären Spieltag. Nach der 0:6-Schlappe gegen Meister TSV Brechtorf wurde Schlussmann Klemens Hildebrandt als Spieler des Jahres gekürt. „Phänomenal, welches Engagement er für die Mannschaft einbringt“, lobte Trainer Andreas Tack. Hildebrandt sei drei Monate lang jedes Wochenende von München aus hochgekommen, um seinen Club zu unterstützen. Für Tack „einfach nur irre“.

Was für eine „nette Geste“, findet auch René Vranken: Nach seinem letzten Spiel als Coach des FC Oerrel überraschten ihn die Verantwortlichen mit dem Angebot, im Zuge der Sportwoche Ende Juni ein Abschiedsspiel für ihn zu organisieren. „Es wird ja auch der Abschied von meiner aktiven Zeit“, unterstrich Vranken. Allerdings muss er erst einmal die Suchmaschine anwerfen. „Ich muss erst einmal einige Leute zusammenkriegen, mit denen ich zusammen gespielt habe. Mal gucken, ob das was wird...“

Hohe Temperaturen, hoher Sieg, hohe Halme... Trotz des unverhofft deutlichen 6:0-Erfolgs zum Ausklang beim FC Ohretal konnte sich Richard Matis eine kritische Anmerkung nicht verkneifen. „Die sollten sich mal einen Rasenmäher kaufen...“, merkte der Trainer des SV Hankensbüttel süffisant in Richtung der Gastgeber an. Matis wollte nicht arrogant klingen, betonte aber: „Ab einer gewissen Länge steigt das Verletzungsrisiko.“ Nun, die Hankensbütteler schafften es nach dem „easy Ding“ allesamt unversehrt vom grünen Langflor-Teppich und bekommen zur neuen Saison fünffachen Nachwuchs aus der A-Jugend. Matis erwartungsfroh: „Da ist ein bisschen Qualität dabei.“

Da staunten die Langwedeler wie die Öl-Götzen... Trotz viertägigem Ausnahmezustand mit Jubiläumsschützenfest riefen die Kicker des Wesendorfer SC II am Sonntag beim 3:0-Triumph über den Vizemeister der 2. Kreisklasse 1 eine tolle Vorstellung ab. „Wir haben sie in allen Belangen gestellt und hochverdient gewonnen“, strahlte Hans Götz. Für den Interimstrainer war es die letzte Partie an der Seitenlinie. Nach seiner intensiven Zeit als Feuerwehrmann zog er ein rundum zufriedenes Fazit: „Noch einmal Hut ab vor der Leistung in den letzen Wochen. All denen, die uns immer wieder ausgeholfen haben, um elf Mann auf den Platz zu bekommen, sei dank.“

Dass der SC Weyhausen in der kommenden Saison keine Fußball-Mannschaft meldet, dürfte mittlerweile bekannt sein. Das bestätigte Spartenleiter Michael Bogatzki auch noch einmal gegenüber dem IK. Wie es weitergeht? „Wir müssen das erstmal sacken lassen und dann im Winter gucken“, so Bogatzki, der für 2018/19 insbesondere auf die eigene Jugend hofft.

Von Andreas Arens und Ingo Barrenscheen

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