Verband setzt Spielbetrieb über einen Monat aus / SG VfL befürchtet Saison-Abbruch

...aber der HVN: Handball-Timeout bis zum 19. April!

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Timeout für den Amateur-Handball in Niedersachsen: Auch Wittingen/Stöckens Teams sind nun in der Warteschleife.

Hannover/Isenhagener Land – Ist das die Vorstufe eines kompletten Saisonabbruchs im bundesweiten Amateur-Handball!?

Das Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) hat am gestrigen Donnerstag, in Abstimmung mit den anderen Landesverbänden im DHB, beschlossen, den Spielbetrieb aufgrund der Corona-Krise vom 13. März bis einschließlich 19. April auszusetzen! Auch die (2. ) Bundesliga unterbricht ihre Spielzeit bis zum 22. April. 

Noch am Vormittag hatte der HVN seinen Mitgliedsvereinen angesichts der hohen Dynamik zunächst ein Empfehlungskatalog im Umgang mit der Corona-Virus-Welle per Mail geschickt. Darin enthalten die eindringliche Bitte, vereinsintern einen Check-Up zu machen, welche Spieler in den letzten zwei Wochen aus Risikogebieten wie Italien oder Heinsberg zurückgekehrt sind und ob sie Kontakt zu infizierten Personen hatten. Daraufhin startete auch die hiesige SG VfL Wittingen/Stöcken über die Trainer eine dementsprechende Abfrage. Doch diese hatte sich wenige Stunden später auch schon überholt durch den Komplett-Stop des Spielbetriebs (siehe Info-Kasten). Nicht notwendige Sichtungsveranstaltungen, Tagungen sowie Aus- und Weiterbildungen werden vom HVN ebenfalls auf Eis gelegt. Beim Roulette würde es heißen: Rien ne va plus – nichts geht mehr!

Das IK erwischte Wittingens Handball-Spartenleiter Kai Schüttenberg keine halbe Stunde, nachdem er von der Saison-Zwangspause erfahren hatte. Direkt am gestrigen Donnerstagabend kam der SG VfL-Krisenstab zusammen, um „in Treusorge für jedes einzelne Mitglied“ darüber zu beratschlagen, ob – gemäß der HVN-Empfehlung – bis zum 19. April auch der komplette Trainingsbetrieb ruhen soll. Das eindeutige Votum der Vorstandsmitglieder lautete: Ja!

Das weitreichende Thema Corona sei so groß und abstrakt, dass man die „Tragweite nicht erahnen könne“, meinte Schüttenberg. „Wir können uns nur an das halten, was uns andere sagen, und uns jeder Maßgabe fügen.“

Sein persönlicher, normaler Menschenverstand sage ihm allerdings, dass die Handball-Saison in Niedersachsen „nicht zu Ende geführt wird. Davon müssen wir ausgehen.“ Der HVN hatte erklärt, dass er rechtzeitig vor Ablauf der benannten Frist weitere Entscheidungen bekannt geben werde. Es sei geplant, bis Ostern zu entscheiden, ob die Saison fortgesetzt wird. Im Falle eines Abbruchs würden sowohl die erste und dritte Damen der SG VfL wie auch die erste Herren um den möglichen Aufstieg gebracht werden. Für Schüttenberg aktuell absolut nebensächlich: „Das Sportliche ist gerade hinfällig im Hinblick dessen, was gerade passiert.“  ib

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