Eishockey – Deutschland feiert gegen Frankreich höchsten Länderspiel-Sieg seit sieben Jahren / Prächtige Stimmung

7:1! Premiere in Wolfsburg wird zur Party

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Symbolisches Eröffnungs-Bully: Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs mit Grizzlys-Urgestein Tyler Haskins und den Kapitänen.

Wolfsburg. Oh, wie ist das schön, sowas hat man lange nicht gesehen. . . Das skandierten die Fans am Ende minutenlang.

Genauer gesagt hatte man so etwas in Wolfsburg noch nie gesehen: Die Eishockey-Länderspiel-Premiere am gestrigen Abend wurde für alle Seiten zum Verwöhn-Programm. Der Olympia-Vize zeigte sich beim 7:1 (5:0, 1:0, 1:1) schon in WM-Form – zumindest ein Drittel lang.

Prächtige Stimmung: Die deutschen Eishockey-Fans in Wolfsburg erlebten und lieferten gleichermaßen ein Verwöhn-Programm.

Aufgrund der Playoffs-Endspiele zwischen München und Berlin war die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft im ersten von zwei Testspielen gegen Frankreich noch stark ersatzgeschwächt. Selbst NHL-Star Leon Draisaitl, der eigentlich angekündigt war, spielte noch nicht mit.

Locker in die Knie gezwungen: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft (l. Maximilian Kammerer, r. Man of the Match Matthias Plachta) deklassierte Frankreich mit 7:1. Foto: dpa

Dennoch erwischten die Truppe von Marco Sturm einen Einstand nach Maß. Im ersten Drittel hatten die Franzosen sichtlich Probleme mit dem schnellen Angriffsspiel der Gastgeber, leisteten wenig Gegenwehr. Daniel Pietta brachte Deutschland früh in Front, ehe Mirko Höfflin und Bernhard Ebner in nur einer Minute per Doppelschlag für das 3:0 sorgten (8., 9.). Nach dem 4:0 von Marcel Müller (13.) reichte es dem französischen Nationalcoach, der seinen Goalie tauschte. Trotzdem erhöhte Matthias Plachta noch vor der ersten Pause mit einem wunderbaren Fernschuss auf 5:0.

Sah eine tolle Premiere in Wolfsburg: Bundestrainer Marco Sturm.

Auch im Mitteldrittel dominierte der Silbermedaillen-Gewinner von Pyeongchang das Spiel nach Belieben. Die Gäste wirkten teilweise überfordert. Maximilian Kammerer und Plachta ließen beste Gelegenheiten, auf 6:0 zu erhöhen, aus. Ebner versuchte es zudem mit einem Weitschuss, der noch die Latte des französischen Kastens touchierte. Die Blau-Weißen fanden in der Offensive dagegen gar nicht statt. Stattdessen scheiterte Marc Michaelis nach einem wunderbar vorgetragenen Angriff am Pfosten (29.), ehe der Angreifer es wenig später besser machte und nach einer starken Ablage von Plachta zum 6:0 vollendete (33.).

Der Lokalmatador konnte den französischen Ehrentreffer nicht verhindern: Grizzlys-Nationalspieler Björn Krupp (3. v. l.).

Im Schlussdrittel startete Grizzly-Spieler Björn Krupp – und erlebte mit, wie die Franzosen Fahrt aufnahmen. Ohne eigenen Treffer wollten sich die Gäste nicht aus Wolfsburg verabschieden. Und so kam es, wie es kommen musste. Deutschland schaltete mehrere Gänge zurück und Frankreich durch Treille zum 1:6-Anschluss (52.). Im Gegenzug verpassten die Deutschen mehrfach das 7:1, ehe Timo Pielmeier, Goalie der Gastgeber, sich mit einem Hechtsprung auszeichnete und so das zweite Gegentor verhinderte. Als die Partie dann gemächlich dem Ende entgegenplätscherte, entschied sich Ebner noch mal, die Gummischeibe ins linke Eck zu knallen – 7:1. Spätestens jetzt stand die ausverkaufte Arena komplett Kopf.

„Wir hatten heute etwas gutzumachen. Es war wichtig, dass uns ein Schritt nach vorne gelungen ist. Die Mannschaft hat funktioniert“, bilanzierte Plachta.

Von Christian Thiemann

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