Handball – Verbandsliga: Wertvoller 33:31-Triumph bei Heimmacht Heidmark / Torben Hildebrandt als „Mister Zuverlässig“

1a-Moral: Wittingen erobert die Festung!

„Mister Zuverlässig“: Torben Hildebrandt kehrte nach seinen Schulter-Problemen gegen Heidmark zurück ins Wittinger Team und glänzte dabei im Angriff mit einer 100-Prozent-Quote. Auch dank ihm stürmte der VfL die Festung. Foto: Barrenscheen

Dorfmark. Du kommst hier net rein! Von wegen! Wie schon in der Vorsaison hat Handball-Verbandsligist VfL Wittingen die Festung Thormarcon-Arena gestürmt! Nach einer temporeichen und nervenaufreibenden Berg- und Talfahrt hisste der Spitzenreiter seine blau-gelbe Flagge.

33:31 (16:14) bei der HSG Heidmark.

Vermutlich ein recht exklusiver Eroberungszug. Das unterstrichen auch die Glückwünsche einiger Heidmärker Fans an VfL-Coach Mike Mühlenbruch. „Die Zuschauer haben gesagt, dass nicht so viele Teams dort gewinnen werden. Ich bin froh, dass wir das überstanden haben.“ Mühlenbruch wollte den wertvollen Auswärtssieg nicht zu sehr an die große Glocke hängen, ließ unterschwellig aber durchblicken, welch vermeintliche Rarität seine Mannen vollbracht hatten. „Es wird sich erst am Ende der Saison zeigen. Aber es war ein großer Sprung für uns, das zu bewerkstelligen.“

Schließlich hatte die Heimmacht Heidmark erheblichen Widerstand geleistet. Obwohl mit Spielmacher Patrick Zahn eine Schlüsselfigur fehlte. Es gab allerdings auch einige unglückselige Momente im Wittinger Spiel, die fast für verschlossene Tore gesorgt hätten.

Nach konzentriertem Beginn und einer 12:7-Führung warf eine Lehrbuch-Lücke (auch bei den Schiedsrichtern) den VfL zurück. Mühlenbruch nahm ein Timeout, wollte wechseln. Nur vergaß er anzusagen, wer denn vom Feld sollte. Beim Wiederanpfiff standen die Gäste mit einem Mann zuviel auf der Platte. Das ahndeten die Referees mit einer Zeitstrafe. Falsch, wie der Coach erst im Nachhinein erfuhr. „Die Schiedsrichter hätten sich nach der Auszeit vergewissern müssen, ob die richtige Anzahl Spieler auf dem Feld ist.“

Wie dem auch sei: Beim VfL herrschte plötzlich „Durcheinander“, bemerkte Mühlenbruch. Zumal Denker und Lenker Kai Eschert zuvor nach einem Pferdekuss verletzt ausgeschieden war. Der Fluss dahin, der Vorsprung fast auch bis zur Pause.

Wittingen berappelte sich wieder. Für einen Moment. Denn nach dem 17:22 ließen die Brauereistädter Heidmark wieder auf Schnupperkurs gehen. Beim 27:27 hatten die resistenten Hausherren den VfL dann am Schlawittchen. Doch dieser konnte sich – mittlerweile auch ohne den zweiten Verletzten Mirko Schulze (Schulterschmerzen) – aus dem Griff befreien. „Wäre das Nervenkostüm schlecht gewesen, hätten wir uns von dem 27:27 beeindrucken lassen“, meinte Mühlenbruch. Doch sein Team baute wieder mehr Druck auf die Deckung auf und erzielte vier Tore in Serie, während die HSG sich mit gleichem Ansinnen Fehlversuche leistete.

Mühlenbruch lobte die unbändige Moral seiner Mannen. „Wir sind immer wieder Richtung Berg gegangen, obwohl wir drei-, viermal im Spiel eine Talfahrt hatten.“ Angetrieben von Feldherr Torben Hildebrandt, der nach seiner jüngsten Verletzungspause als „Mister Zuverlässig“ (Mühlenbruch) ein einnehmendes Wesen hatte, fiel die als uneinnehmbar geltende Thormarcon-Arena erneut dem Wittinger Hoheitsgebiet zu.

Von Ingo Barrenscheen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare