Eishockey – DEL: Grizzlys Wolfsburg verlieren Krimi gegen Köln mit 4:5

1a-Moral, Penalty-Drama, Niederlage

Sie hatten am Ende das Nachsehen: Wolfsburgs Phillip Bruggisser (l.) und die Grizzlys unterlagen Köln (M. Jason Akeson) nach Penaltyschießen. Foto: Ronny Hartmann/dpa

Wolfsburg – Sie zeigten Nehmer-Qualitäten. Zweimal sogar kamen sie in der Partie nach Rückständen wieder zurück. Um am Ende doch nur ein Pünktchen im letzten Spiel des Jahres auf die Habenseite zu bringen.

Wie schon in allen vier Duellen in der DEL-Vorsaison fanden die Grizzlys Wolfsburg am gestrigen Dienstagabend in den Kölner Haien ihren Meister, unterlagen zuhause mit 4:5 nach Penaltyschießen.

Die Rheinländer unter Regie von Uwe Krupp bleiben also ein Angstgegner für die Niedersachsen. Es war das Match der Powerplay-Tore. Jeweils dreimal schlugen beide Mannschaften mit einem Mann mehr auf dem Eis zu. Aus dieser Warte ein Fortschritt für die Grizzlys, die zuvor in Überzahl nicht wirklich geglänzt hatten. Kehrseite der Medaille: Die eingangs der Spielzeit gezeigte Stärke in Unterzahl siechte andersherum dahin.

Im ersten Drittel sollte sich nicht einmal ansatzweise andeuten, wie turbulent es teils im weiteren Verlauf zugehen sollte. Zwar entwickelte sich direkt ein intensiver Schlagabtausch, aber lediglich mit einem Treffer. Spencer Machacek hämmerte den Puck bei 5:4 in den Knick (12.). Wolfsburg hatte Glück, dass Nationalspieler Frederik Tiffels wiederum mit der abgefälschten Scheibe nur den Pfosten traf (17.).

Doch in Windeseile nahm der Vergleich im Mittelabschnitt eine Kehrtwende. Etwas mehr als sechs Minuten benötigte Köln – und zack stand es plötzlich 1:3. Weil Liga-Topscorer Jon Matsumoto erst einen Fehler gnadenlos bestrafte und sich auch die Strafzeiten gegen Jordan Boucher und Jeff Likens rächten. Und was machten die Gastgeber? Sie schüttelten sich kurz und holten zum Ratz-Fatz-Gegenschlag aus. Der Ex-Hai Fabio Pfohl (31.) und Boucher (34.) stellten auf 3:3. Noch nicht der Schlusspunkt dieses irren Drittels. Kaum schmorte mit Maximilian Adam ein weiterer Grizzly in der Kühlbox, war Köln wieder da in Person von Akeson, der aus dem Gewühl heraus die 4:3-Führung besorgte.

Mit Wut im Bauch blies Wolfsburg zur Schlussoffensive und belohnte sich. Natürlich im Powerplay! Machaceks zweiter Treffer (48.) sollte aber der letzte reguläre Einschlag im Netz bleiben. Weil Tiffels ein zweites Mal den Pfosten anvisierte und auf der anderen Seite Valentin Busch eine Riesenchance vergab.

So retteten sich die Grizzlys in die Overtime. Beide Teams ließen je eine weitere Überzahl-Situation verstreichen, also mussten die Penaltys die Entscheidung bringen. Und diesen Nervenkitzel kosteten die Rivalen weidlich aus. Erst als Tiffels doch sein persönliches Happy End fand und Anthony Rech im 14. Anlauf an Haie-Keeper Justin Pogge scheiterte, hatte der Krimi einen Sieger.

Das Fazit von Grizzlys-Coach Pat Cortina fiel zwiegespalten aus: „Die Mannschaft hat nach den Rückständen Charakter gezeigt. Aber wir müssen daran arbeiten, unser System über 60 Minuten durchzuziehen.“ Auch Gerrit Fauser bemängelte beim Sportbuzzer: „Wir müssen anfangen, mehr Disziplin zu zeigen, nehmen zu viele Strafen. Mit einem kleinen Kader killt uns das auf lange Sicht.“

.  Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Likens, Melchiori – Bruggisser, Wurm – Adam, Button – Görtz, Rech, Järvinen – Hungerecker, Boucher, Pfohl – Machacek, Busch, Festerling – Fauser.

. Tore: 1:0 (11:14 min.) Machacek (Bruggisser, Festerling | 5:4), 1:1 (21:03) Matsumoto (Barinka, Akeson), 1:2 (24:24) Tiffels (Sheppard | 5:4), 1:3 (27:48) Sheppard (Edwards, Akeson | 5:4), 2:3 (30:18) Busch (Pfohl, Melchiori | 5:4), 3:3 (33:52) Boucher (Fauser), 3:4 (39:10) Akeson (Oblinger | 5:4), 4:4 (47:24) Machacek (Görtz, Bruggisser | 5:4), 4:5 Tiffels (PEN).

. Strafminuten: 10 – 12+10 Bartuli.

VON INGO BARRENSCHEEN

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