100 Jahre TV Emmen: Verein erlebt wechselhafte Geschichte / Drei Neuanfänge – bedingt auch durch die Weltkriege

1914, 1948, 1964: Die drei Leben des TVE

Schwierige Anfangsjahre: Der Turnbetrieb beim TV Emmen – hier ein Bild aus dem Jahr 1920 – ruhte nach der Gründung 1914 wegen der Weltkriege gleich mehrfach. Auch zu Beginn der 60er Jahre war die Bereitschaft, sich körperlich zu betätigen, nicht mehr so groß. Der TVE meisterte alle Krisen und feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.

Emmen. Auf und ab! Der TV Emmen, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, blickt auf ein sehr wechselhaftes Vereinsleben zurück. Eng verbunden mit der Weltgeschichte.

Genau genommen stößt der Jubilar mit dem Kommersabend am morgigen Freitag (19 Uhr/Gasthaus Pasemann) schon auf sein drittes Leben an.

Gegründet am 13. Februar 1914 kam der Vereins- und Turnbetrieb wenige Monate später durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges schon fast wieder zum Erliegen. Erst nach einer Hauptversammlung im März 1919 wurde beim TV Emmen wieder geturnt. „Das erste Turnfest wurde 1921 auf dem Schützensaal veranstaltet“, sagte TVE-Vorsitzender Dirk Köllner, der vor dem Jubiläum im Vereinsarchiv gekramt hatte. Am 3. November 1935 habe das „erste protokollarisch nachweisbare Tanzvergnügen des Turnvereins“ stattgefunden.

Dann war wieder Schluss mit lustig. Erst mit der Gründung einer Knabenabteilung am 20. April 1948 kehrte nach dem 2. Weltkrieg wieder Leben beim TVE ein. Mit der Faustball-Abteilung (1951) sowie dem Mädchen- und Damenturnen (1956) blühte der Verein in den jungen Jahren der Bundesrepublik auf.

Eine kurze Zeit. Denn „zu Beginn der 60er Jahre flachten die sportlichen Aktivitäten im Verein ab, kamen vollends zum Erliegen“, berichtet Köllner. Erst die Initiative von 29 alten und neuen Mitgliedern im November 1964 weckten den Emmener Verein wieder auf.

Das Interesse galt allerdings nicht dem Turnen. „Sie wollten einen Fußballverein ins Leben rufen. Turnen und Leichtathletik waren zwar auch wieder angedacht. Die Abteilungen entwickelten sich dann jedoch nicht“, erinnert sich Köllner.

Heimstätte der TVE-Kicker war zunächst der Sportplatz an der Schule im Winkel. Dort gewann Emmen 1972 erstmalig eine Meisterschaft und stieg in die 2. Kreisklasse auf. 1976 wurde die – noch heute bestehende – Jugendspielgemeinschaft mit dem SV Hankensbüttel gegründet. „Die JSG ist zu einer Erfolgsgeschichte für beide Vereine geworden. Und das über Jahrzehnte“, strahlt Köllner.

Bis 1982 schrieb auch der TV ausschließlich positive Schlagzeilen. Dem Kreispokalsieg 1976 (2:0 über den „großen Favoriten“ Meine) folgten die Aufstiege in die 1. Kreisklasse (1977) und letztlich 1982 in die Kreisliga.

Mit dem Einzug ins Fußball-Kreisoberhaus stand für den TVE, der 1984 aus der Kreisliga wieder abstieg, auch ein Umzug an. Nach der „Veräußerung der Emmer Schule und des Sportplatzes durch die Gemeinde“ mussten sich die einzigen Turner eine neue Heimat suchen. „Eine große Veränderung im Vereinsleben“, meint der heutige Vorsitzende.

1986 waren Sportheim und der Platz fertiggestellt. Bis heute wurde das Areal um die Flutlichtanlage (1993) und die Tennisplätze (1993/94) erweitert. Den Höhepunkt hatten sich die Emmer Fußballer aber für das Jahr 1997 aufgehoben. Mit knackigen 83 Lenzen auf dem Buckel gewann der TVE den Nordcup. Ein bisher einzigartiges Ereignis. Wie das gesamte Vereinsleben, das 2009 den Abstieg der Fußballer in die 2. Kreisklasse verkraften musste.

Dennoch schaut Köllner zufrieden auf die 100 Jahre Turnverein in Emmen zurück. „All denen, die durch ihr Wirken innerhalb und außerhalb des Vereins den TV Emmen durch diese 100 Jahre geführt und begleitet haben, gilt mein großer Dank und der unserer Mitglieder.“

Von Matthias Jansen

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