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Zapfenstreich: Diese BL-Stars verlassen die Liga

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Bleibt er oder geht er? Die Zukunft von Torsten Frings ist bisher nicht geklärt. © dpa

Berlin - Nicht nur der Kampf um den Klassenerhalt und die direkte Qualifikation zur Champions League sorgt für Emotionen. Verschiedene Stars beenden ihre Karriere oder wechseln ins Ausland.

Als Otto Rehhagel und Erich Ribbeck noch ganz dick im Trainergeschäft waren, stand Frank Rost erstmals in der Bundesliga zwischen den Pfosten - nun verabschiedet sich der Torwart-Dino von der großen Bühne. Wie rund ein halbes Dutzend weitere Oldies blickt der 37-Jährige an diesem Samstag mit dem Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach seinem letzten Auftritt in einer Spielklasse entgegen, die Rosts Sportlerleben seit dem Debüt 1995 jahrelang bestimmt hatte.

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

Letzte Amtshandlung von Dortmunds Urgestein Dede (33) ist die Teilnahme an der riesigen Meistersause, Leverkusens Abwehr-Alphatier Sami Hyypiä (37) und Nürnbergs Marek Mintal (33) sagen dagegen etwas leiser adieu. Auch beim früheren Nationalelf-Vorkämpfer Torsten Frings (34) deutet alles auf einen Bundesliga-Schlussstrich hin - ganz raus ist das freilich nicht. Frings' Vertrag läuft aus, die Signale stehen auf Abschied von Werder Bremen, womöglich sogar auf Karriereende. Gegen 17.20 Uhr am Samstag ist Showtime für Rost & Co. Beim Schlusspfiff wird dann auch die Wut über eine verkorkste HSV-Saison in den Hintergrund treten und Platz machen für Gedanken an früher, an die Anfänge, an den einen großen DFB-Pokal-Titel 1999, verbunden vielleicht auch mit der ein oder anderen Träne.

Neben ihm gehen auch zwei andere in die Jahre gekommene Hamburger: Zé Roberto (36) und Collin Benjamin (32), beide seit 2002 in der Bundesliga aktiv. Der einstige niederländische Stürmerstar Ruud van Nistelrooy (34) verabschiedet sich nach anderthalb enttäuschenden Spielzeiten. Rost weiß noch nicht, ob er weitermacht. “Mich würde das Ausland reizen. Aber diese Option müsste auch sportlich vernünftig sein“, sagt er. Ansonsten will er sein BWL-Studium weitermachen, wohl auch ein bisschen Golf spielen. Beim jüngsten Auswärtsspiel in Leverkusen bastelten die Fans schon ein Plakat für ihn. Aufschrift: “Danke, Fäustel“. Eine kleine Anerkennung nach 16 Jahren Höchstleistung und dann 426 Partien im deutschen Oberhaus bei Werder Bremen, Schalke 04 und dem HSV.

Der gleichaltrige Finne Hyypiä hat längst alles festgezurrt für die Zeit nach dem 14. Mai. Der langjährige Premier-League-Akteur wird nach zwei Jahren als Bayer-Spieler weiter im Rheinland wohnen und in die finnische Heimat pendeln, dort die nötigen Trainerscheine machen und als Co-Trainer der Nationalelf fungieren. Im kommenden Jahr will Hyypiä als Assistenzcoach nach Leverkusen zurückkehren. “Irgendwann kommst du an einen Punkt, wo es nicht mehr reicht. Die Fitness darf kein Problem sein“, bilanziert der Verteidiger. Als eben diese körperliche Verfassung aber zum Problem wurde, handelte Hyypiä und schaffte Fakten für die Karriere nach der Karriere.

Frings würde gerne in seiner Wahlheimat Bremen bleiben - das hat er immer betont. Sonst aber ist vieles noch unklar, wenn es um die Zukunft des einstigen WM-Helden von 2006 geht. Verhandlungen über einen neuen Vertrag fanden bisher nicht statt. Beide Seiten hielten sich zuletzt bedeckt, Frings sprach nur von einem “komischen Gefühl“ angesichts seiner möglicherweise letzten Werder-Spiele.

Der Nürnberger Mintal hat längst Gewissheit, dass es für ihn keine Zukunft gibt. Nach 77 Toren und 206 Pflichtspielen für den “Club“ rollten schon am vergangenen Samstag beim letzten Heimspiel die Tränen. “Ein Tag, den ich in meinem Leben nie vergessen werde“, sagte das inzwischen eingerostete “Tor-Phantom“, das noch weitermachen will: Eine Rückkehr in die slowakische Liga ist eine Option.

Auch Dede ist sich schon seit Monaten im Klaren, wohin die Reise geht: weg aus Dortmund. Das brasilianische BVB-Urgestein passt nach 13 Jahren im Ruhrpott nicht mehr ins Jugendkonzept von Trainer Jürgen Klopp. “Ich vermisse den Verein schon jetzt. Jede Stunde, jede Sekunde. Ich kann nachts nicht mehr schlafen“, meint ein trauriger Dede, der zuletzt bei jedem Ballkontakt von den Fans gefeiert wurde - so als hätte er denn BVB selbst zum Titel geschossen.

Dabei war er in dieser Saison mehr Maskottchen als hervorstechender Außenverteidiger. Zu drei Einsätzen kam Dede in dieser Saison, der St. Paulianer Torhüter Mathias Hain (38) immerhin zu vier - mit einer bedeutenden Ausnahme: Dede winkt im abschließenden BVB-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt ein Abschied auf dem Fußballplatz, Hain nicht: Ein Armbruch verhindert seinen Einsatz im letzten Spiel als Bundesliga-Torwart.

dpa

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