Ex-Werder-Profi bei Union Berlin

Werder-Trainer Kohfeldt über Kruse: „Neben Max siehst du einfach besser aus“

Werder Bremen wollte ihn im Sommer zurück an die Weser holen, doch Max Kruse wechselte zu Union Berlin.
+
Werder Bremen wollte ihn im Sommer zurück an die Weser holen, doch Max Kruse wechselte zu Union Berlin.

Bremen – Vielleicht erklärt dieser eine Satz von Florian Kohfeldt das ganze Dilemma des SV Werder Bremen. „Neben Max siehst du einfach besser aus“, sagt der Coach vor dem Wiedersehen mit Max Kruse, der inzwischen für den 1. FC Union Berlin spielt.

Mit dem Angreifer klopfte Werder Bremen zwischen 2016 und 2019 mehrfach an die Tür zu Europa, ohne ihn stürzten die Bremer anschließend sofort ab und schafften 2020 nur gerade so den Klassenerhalt. In dieser Saison droht erneut der Abstieg. Ohne Max Kruse funktioniert Kohfeldts Offensivfußball nicht mehr, in dem beispielsweise auch Milot Rashica und Maximilian Eggestein seit dem Abgang des Kapitäns nicht mehr so zur Geltung kommen. „Max ist ein Spieler, der einfach andere besser macht – das zeichnet ihn aus“, urteilt Florian Kohfeldt und schwärmt: „Max ist in der Lage, ein Tor zu schießen oder den letzten Pass zu spielen. Er ist unheimlich gut darin, Räume zu erkennen, die er überladen muss, um eine Überzahl zu schaffen. Er ist ein absoluter Unterschiedsspieler in der Liga, das steht außer Frage.“

Verfolgt das Bundesliga-Spiel von Werder Bremen gegen Union Berlin im Live-Ticker der DeichStube!

Werder Bremen wollte Max Kruse zurückholen

Deswegen wählte Frank Baumann im vergangenen Sommer auch Kruses Nummer. Denn der Angreifer war bei Fenerbahce Istanbul nicht glücklich geworden, hatte sich mit seinem Club überworfen, ein ablösefreier Wechsel schien möglich. „Wir hätten ihn gerne noch einmal zurückgeholt“, bestätigt Werder-Sportchef Frank Baumann: „Aber Max hat sich anders entschieden, was absolut okay ist.“ Damals aber ziemlich überraschte, denn Max Kruse wechselte tatsächlich ablösefrei zum 1. FC Union Berlin. Sicher, das ist ein Kultclub, der aber auch erst ein Jahr im Fußball-Oberhaus spielte. Mit Kruse starteten die Köpenicker noch mehr durch und dürfen inzwischen sogar von Europa träumen. Zehn Tore und fünf Assists stehen auf dem Konto des inzwischen 33-Jährigen – und das in nur 18 Spielen. Ein Muskelbündelriss hatte ihn über den Jahreswechsel hinweg für zwei Monate außer Gefecht gesetzt.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt freut sich für Max Kruses gute Saison bei Union Berlin

„Ich freue mich für Max, dass er eine so gute Saison spielt“, sagt Kohfeldt – und das dürfte absolut ehrlich gemeint sein. Beide kennen sich nämlich schon lange. „Unser Verhältnis ist sehr gut, wir haben regelmäßig Kontakt, schreiben, telefonieren“, berichtet Kohfeldt. In dieser Woche sei es allerdings etwas stiller als sonst, was vor direkten Duellen normal ist. Und natürlich hat sich der Coach des SV Werder Bremen schon überlegt, wie seine Mannschaft Max Kruse am Samstag aus dem Spiel nehmen könnte. Verraten will er es freilich nicht, sondern versucht lieber, mit einem kleinen Spaß die grün-weiße Angst vor Kruse zu lindern: „Ich kenne seine Werder-Verbundenheit, deshalb gehe ich davon aus, dass er sich morgen vornehm zurückhalten wird.“ Und siehe da, Kruse bestätigt via Instagram: „Ich will natürlich, dass Werder in der Liga bleibt.“ Nur Rücksicht könne er darauf nicht nehmen: „Es gilt, die drei Punkte einzusammeln.“ (kni) Auch interessant: In unserem TV-Guide erfahrt ihr, wie ihr Werder Bremen gegen Union Berlin live im TV und im Livestream sehen könnt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare