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Ruhepol im richtigen Moment: Darum funktionierte Ole Werner beim SV Werder Bremen sofort

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Von: Malte Bürger

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Ole Werner brachte den SV Werder Bremen nach turbulenten Wochen und Monaten wieder zurück in die Erfolgsspur.
Ole Werner brachte den SV Werder Bremen nach turbulenten Wochen und Monaten wieder zurück in die Erfolgsspur. © Imago Images/Sportfoto Zink/Daniel Marr

Bremen – Immer und immer wieder fiel sein Name. Dabei bekam Ole Werner zu diesem Zeitpunkt davon noch gar nichts mit. Obwohl die Fans des SV Werder Bremen eigentlich kaum zu überhören waren. Doch die Mannschaft samt Trainerteam war noch immer im Wohninvest Weserstadion beschäftigt und somit einige Meter entfernt von der eigentlichen Aufstiegsparty der grün-weißen Anhängerschaft am Osterdeich. Die besondere Magie des Chefcoaches entfaltete sich aber auch so. Dem 34-Jährigen wurde gedankt, gehuldigt und gleich mehrmals ein Song gewidmet. „Ohne Ole wär’n wir gar nicht hier“, erklang es gleich mehrfach. Schließlich war es auch Werners Erfolgsbilanz zu verdanken, dass sich Werder nach einem durchwachsenen ersten Saisondrittel nun doch wieder Erstligist nennen darf. Doch woher kam dieser Zauber, der mit dem Trainerwechsel von Markus Anfang zu Ole Werner im November 2021 entfacht wurde?

„In dem Moment haben sich die Leute vielleicht auch nach einer Person gesehnt, die Ruhe reinbringt“, versucht sich Ole Werner selbst an einer Suche nach den Gründen des Erfolgs. Klingt rückblickend unglaublich simpel, war es aber keineswegs. Schließlich gibt es wahrlich angenehmere Phasen, um bei einem ambitionierten, aber kriselnden Club das Kommando zu übernehmen. Großflächiger Kaderumbau, fehlende Punkte, Impfpass-Skandal. All das hatte Werder Bremen in wenigen Wochen hinter sich. „Der Zeitpunkt, zu dem ich kam, war auf der einen Seite schwer, weil es sehr turbulent war, aber auf der andere Seite war es gar nicht so schwierig“, erklärt der Trainer. „Dazu kommt, dass ich im Vergleich zu Markus Anfang den Vorteil hatte, dass wir keine personellen Probleme hatten. Das war ein glücklicher Umstand.“

Ruhepol im richtigen Moment: Warum Ole Werner bei Werder Bremen sofort als Trainer funktionierte

Auf dieser Basis machte sich Ole Werner an die Arbeit. Und tatsächlich, vom ersten Tag an lief plötzlich alles in die richtige Richtung. „Die Spiele bis zum Winter waren wirklich wichtig. Wenn du als Trainer kommst, hängt viel an den ersten Spielen“, gesteht Werner. „In dem Moment, wo es gut läuft, ist klar, dass es funktionieren kann. Dann hast du in der Gruppe die Überzeugung.“ Auf einmal avancierte der SV Werder Bremen doch noch zu dem Aufstiegskandidaten, der von Beginn an in ihm gesehen wurde.

Stück für Stück arbeitete sich seine Elf in der Tabelle nach oben, nach einer beeindruckenden Siegesserie von sieben Partien in Folge war Werder Bremen endgültig wieder dick im Geschäft. „Die Dinge werden ganz entscheidend leichter, wenn man Erfolgserlebnisse hat. Ich glaube nicht, dass es eine Serie von sieben Spielen braucht, aber die ersten Spiele sind wichtig, um ein positives Miteinander zu haben“, ist sich Ole Werner sicher. „Das macht es für mich auch einfacher, Entscheidungen zu kommunizieren, wenn das Ergebnis am Wochenende gestimmt hat. Im Nachhinein war es natürlich wichtig, sieben Spiele zu gewinnen und nicht nur sechs, denn sonst wären wir nicht aufgestiegen. Sonst wäre da nichts mehr draus geworden.“

Werder Bremen-Trainer Ole Werner: „Wir haben es immer geschafft, die richtige Antwort zu finden“

Wurde es aber. Weil Werder Bremen auch da war, wenn es sonst darauf ankam. Wenn die gute Laune einen Dämpfer zu bekommen drohte. „Wir haben es immer geschafft, die richtige Antwort zu finden. Gerade wenn Zweifel aufkamen, haben wir das nie zugelassen“, betont Ole Werner. „Die Spiele gegen Hamburg, Darmstadt und Schalke waren zudem enorm wichtig.“ Vor all diesen Partien standen die Bremer tabellarisch am Scheideweg, jedes Mal gelang anschließend ein Sieg. Und am Ende der Aufstieg. Für viele Fans lag das ganz besonders am Trainer, an Ole Werner. Doch der hält nicht sonderlich viel vom Applaus für Solisten. Er hebt lieber die Gemeinschaft hervor. „Rückblickend war das echt Team-Work“, lobt er. „Ich hatte niemals das Gefühl, dass sich jemand wichtiger als die Sache nimmt.“ (mbü)

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