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Appetit auf noch mehr Spaß: Werder Bremen scheint in der Bundesliga wieder angekommen zu sein - und will zur Sicherheit hungrig bleiben 

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Von: Malte Bürger

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Der SV Werder Bremen wusste beim Bundesliga-Auftakt gegen den VfL Wolfsburg zu überzeugen, doch Trainer Ole Werner sieht auch noch viel Verbesserungsbedarf.
Der SV Werder Bremen wusste beim Bundesliga-Auftakt gegen den VfL Wolfsburg zu überzeugen, doch Trainer Ole Werner sieht auch noch viel Verbesserungsbedarf. © gumzmedia

Bremen – Amos Pieper genügte ein einziges Wort: „Zurück“. Marco Friedl war da schon etwas mitteilungsfreudiger und schrieb: „Es ist ein großartiges Gefühl, wieder in der Bundesliga zu spielen.“ In den sozialen Medien machten viele Profis des SV Werder Bremen zuletzt keinen Hehl aus ihrer Begeisterung darüber, nun endlich wieder auf der größten deutschen Bühne Fußball spielen zu können. Und damit sprachen sie vielen Fans, die ihren Verein genau dort sehen wollen, aus der Seele. Denn nicht nur rund um das Wolfsburger Stadion war eine kurze, aber unmissverständliche Aussage am vergangenen Samstag immer wieder zu hören: „Endlich wieder 1. Liga!“ Spätestens als die Bremer dann ihre überzeugende erste Halbzeit abgeliefert hatten, war auch die Zuversicht gewachsen, dass die Grün-Weißen doch wieder länger in der Beletage bleiben könnten.

Nun ist man an der Weser weit davon entfernt, nach nur einem Auftritt in der Bundesliga gleich in euphorische Jubelstürme zu verfallen. Doch selbst wenn stellenweise ein angenehm kitzelnder Puls herrschen sollte, beschrieb Ole Werner am Dienstag zur Sicherheit noch einmal, wie teamintern mit der jüngsten Leistung umgegangen wird. „Wir ordnen alles immer sachlich ein. Die Dinge, die drumherum sind, können wir nur schwer beeinflussen“, sagte der Trainer von Werder Bremen. „Wir können nur schauen, dass wir gut arbeiten und die Aspekte weiterentwickeln, die wir weiterentwickeln wollen. Da gehört bei uns in einer Analyse immer beides dazu: Wir betonen die positiven Dinge, von denen es in Wolfsburg sicherlich einige gab. Es ist aber genauso wichtig, darauf zu schauen, was wir noch zu verbessern haben.“

Werder-Bremen-Trainer Ole Werner nach Wolfsburg-Spiel: „Ist wichtig, darauf zu schauen, was wir noch zu verbessern haben“

Exemplarisch führte er da das Thema Entscheidungsfindung an und die Fragen, wann man eine Aktion abschließt, um das Spiel zu entscheiden oder wann man es im eigenen Ballbesitz in bestimmten Momenten besser beruhigt. Gerade in der zweiten Hälfte beim VfL Wolfsburg war das dem SV Werder Bremen nicht immer gut gelungen. Am Ende stand trotzdem ein Punkt, der in einer nicht wirklich aussagekräftigen Tabelle einen angenehmen achten Platz bescherte. Und wer es nun besonders bedeutungsschwanger ausdrücken möchte, stellt eine erste einfache Rechnung auf: Es fehlen also aus den kommenden 33 Spielen noch 39 weitere Zähler, um den angepeilten Klassenerhalt in der Bundesliga zu erreichen. Das sagt zumindest die Theorie und klingt recht einfach. In der Praxis werden aber bekanntlich noch genügend Hindernisse kommen, die aktuell überhaupt nicht absehbar sind.

Genau deshalb lässt sich die Lage der Bundesliga für Ole Werner auch nur schwer einschätzen. „Dafür ist es noch zu früh“, betonte der Übungsleiter von Werder Bremen. „Die Pokalrunde hatte noch nicht viel Aussagekraft, weil es dort in der Regel sehr ungewöhnliche Spielverläufe und Konstellationen gibt, man noch keine Quervergleiche ziehen kann. Das ist am ersten Spieltag der Liga meist ähnlich.“ In seinen Augen ist noch etwas Geduld gefragt. „Deshalb wird es schon fünf, sechs Spieltage dauern, bis man einschätzen kann, welche Mannschaft sich wo einordnet und über welches Leistungsvermögen sie verfügt.“ Und dann gibt es da ja noch die Transferaktivitäten, die bis zum 1. September möglich sind. „Du wirst Mannschaften erst dann halbwegs abschließend beurteilen können, wenn du ein paar Spiele von ihnen gesehen hast und weißt, wie die einzelnen Kader letztlich aussehen. Da ist bis zum Ende des Transferfensters immer ordentlich Bewegung drin.“

Werder Bremen: Trainer Ole Werner erwartet noch Transferaktivitäten bei einigen Bundesligisten

Folglich haben Werder-Trainer Ole Werner und seine Assistenten den nächsten Gegner VfB Stuttgart zwar schon analysiert (So seht Ihr das Bundesliga-Spiel Werder Bremen gegen VfB Stuttgart live im TV und im Live-Stream), doch fast noch wichtiger ist es, dass das eigene Können wieder auf dem Platz sichtbar wird. „Generell müssen wir die Aktivität, das Tempo in unserem Spiel, die Variabilität und den Mut im Ballbesitz beibehalten – selbst wenn es mal Phasen gibt, in denen man das Gefühl hat, dass nicht gleich alles mit der ersten oder zweiten Aktion funktioniert“, forderte der Coach von Werder Bremen. „Es kann auch mal anders als in Wolfsburg laufen und du hast keinen guten Start. Klar ist, dass wir eine ganz konstante Entwicklung nehmen müssen als Gruppe, um dann auf Strecke konkurrenzfähig und erfolgreich zu sein.“

Werder Bremen: Leonardo Bittencourt will mit den Grün-Weißen erfolgreich sein - „Wir sind hungrig“

Wer beispielsweise Leonardo Bittencourt nach dem jüngsten Spiel beim VfL Wolfsburg reden hörte, darf sich sicher sein, dass die Mannschaft ihrem Coach Ole Werner dabei folgt. „Wir sind hungrig – und ich hoffe, dass wir es auch lange bleiben, selbst wenn mal wieder Rückschläge kommen“, betonte der 28-Jährige, der es selbst ebenfalls unheimlich genoss, endlich wieder Teil eines Erstligisten zu sein. „Dafür haben wir letztes Jahr hart gearbeitet und ein Stück weit ganz schön auf die Fresse bekommen, weil es nicht so einfach war aufzusteigen“, meinte der Mittelfeldspieler von Werder Bremen und fügte an: „Jetzt wieder unseren Fußball in der 1. Liga zeigen zu können, mit einem Trainer, der wirklich einen sehr guten Plan hat und die Mannschaft richtig gut erreicht, macht wirklich Spaß – und das hat man, denke ich, auch gesehen.“ (mbü)

Schon gelesen? Ist das die Startelf-Aufstellung von Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart?

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