Nils Petersen schreibt in der DeichBlick-Kolumne über Werder

Nils Petersen über Werder-Sturmduo Füllkrug / Ducksch: „Fast jeder Fußballer ist eine kleine Diva“

Die DeichBlick-Kolumnisten (v. l. n. r.): Torsten Frings, Nils Petersen, Rollo Fuhrmann, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes und Felix Kroos schreiben über den SV Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten (v. l. n. r.): Torsten Frings, Nils Petersen, Rollo Fuhrmann, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes und Felix Kroos schreiben über den SV Werder Bremen.

Von Nils Petersen. Der SV Werder Bremen klopft wieder oben an – auch weil Niclas Füllkrug seine Rolle in einer neu zusammengestellten Mannschaft gefunden hat und das macht, was er am besten kann: Tore. Mehr noch: Trifft er nicht selbst, füttert er Marvin Ducksch mit Vorlagen. Da haben sich zwei gefunden.

„Ich bin ein Fan seines Spielstils, er ist eine echte Neun und hat definitiv das Zeug dazu, einer der Top-Stürmer der 2. Liga zu sein“, schrieb ich in meiner letzten Kolumne über Niclas Füllkrug – und auch die Qualitäten von Marvin Ducksch stehen außer Frage. Aber für Füllkrug dürfte es mental nicht ganz einfach gewesen sein, den teuren Neuzugang Ducksch vor die Nase gesetzt bekommen zu haben. Wenn ein Spieler für relativ viel Geld für genau deine Position geholt wird, schreist du natürlich nicht „Hurra“! Du nimmst dir vor, dich zu beweisen und um deinen Platz zu kämpfen – wenn du dann aber als Stürmer Ladehemmungen hast, während der Neue auf Anhieb funktioniert, kommst du ins Grübeln: Die Automatismen greifen plötzlich nicht mehr und es baut sich Frust auf.

Freiburg-Stürmer Nils Petersen erinnert sich: Das war mein Aus bei Werder Bremen

Ich kann mich erinnern, wie Franco di Santo und Davie Selke mich beim SV Werder Bremen quasi aus dem Sturm verdrängt haben. Letztlich war das mein Aus in Bremen, ich wurde nicht mehr gebraucht. Für mich war es aber wichtig zu erkennen, dass es eine Entscheidung des Trainers war. Die Kollegen hatten damit ja eigentlich nichts zu tun. Deswegen gab es da auch keinen Stunk von meiner Seite, wenn sie gespielt haben und ich nicht. Zu Davie habe ich zum Beispiel immer noch ein sehr gutes Verhältnis. Wenn wir uns sehen, ist unsere gemeinsame Zeit bei Werder immer Thema.

Nils Petersen lobt Niclas Füllkrug: Stark, wie er sich bei Werder Bremen aus der Krise herausgearbeitet hat

Und trotzdem kann ich mir vorstellen, wie es in Niclas Füllkrug gebrodelt haben muss, als es bei ihm gar nicht und bei Ducksch sehr gut lief. Fast jeder Fußballer (mich eingeschlossen) ist eben eine kleine Diva. Klar ist aber auch: Konkurrenzlos kommt keiner durch die Karriere. Deswegen ist es stark, wie sich Füllkrug aus seiner Krise herausgearbeitet und seine neue Rolle bei Werder angenommen hat: Er bringt seine Qualitäten anders ein. Er hilft Ducksch - und Ducksch hilft Füllkrug. Beide sind Top-Stürmer, und ich bin mir sicher, dass jeder gegnerische Trainer hofft, dass sie nicht gemeinsam auf dem Spielberichtsbogen stehen. Tun sie aktuell aber, und das Duo entwickelt dabei eine Wucht, die den Gegner automatisch tiefer stehen lässt. Erlaubt mir zum Abschluss noch eine Floskel: Konkurrenz belebt das Geschäft. Und ich würde mich sehr freuen, wenn das Geschäft des SV Werder Bremen auch dank Füllkrug und Ducksch schon bald wieder in der 1. Liga die Türen öffnet. (npn) Auch interessant: Werder Bremen gegen Hannover 96 live im TV und im Live-Stream sehen!

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