1. az-online.de
  2. Sport
  3. Fußball

Neuzugang Niklas Stark wirbt nach Debüt im Werder-Dress um Geduld: „Es ist ein Prozess für mich“

Erstellt:

Von: Daniel Cottäus

Kommentare

Niklas Stark kam bei 2:2 gegen den VfB Stuttgart zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für den SV Werder Bremen.
Niklas Stark kam bei 2:2 gegen den VfB Stuttgart zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für den SV Werder Bremen. © gumzmedia

Bremen – Niklas Stark waren die Strapazen des Nachmittags noch deutlich anzusehen, als er kurz nach dem Abpfiff zum Gespräch mit den Journalisten in den Katakomben des Weserstadions auftauchte. Ein vollkommen durchgeschwitztes Trikot, Schweißperlen auf der Stirn, auch die Haare klitschnass – so beantwortete der 27-Jährige nach Werder Bremens Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (2:2) geduldig Frage um Frage. Stark sprach dabei zunächst über den Auftritt seiner neuen Mannschaft und dann auch über seine persönliche Situation an der Weser, die durchaus kompliziert ist.

Denn Stammspieler ist der namhafte Neuzugang von Hertha BSC nach wie vor nicht. Sein Pflichtspieldebüt für Werder Bremen hatte er gegen Stuttgart als Einwechselspieler gefeiert, stand in den zweiten 45 Minuten nur deshalb auf dem Platz, weil Amos Pieper verletzt hatte in der Kabine bleiben müssen. Sicher nicht einfach für einen ehemaligen Nationalspieler, der mit der Empfehlung von 200 Bundesliga-Spielen nach Bremen gekommen war. „Die Situation ist, wie sie ist, trotzdem gebe ich alles, um so erfolgreich wie möglich zu sein“, sagte Niklas Stark, der von seinem Trainer Ole Werner nach der Werder-Premiere ein Lob bekam: „Er hat seine Sache gut gemacht. Es ist auch nicht immer einfach, sich reinzufinden. Insofern bin ich mit seiner Leistung zufrieden.“

Neuzugang Niklas Stark beim SV Werder Bremen zunächst nur Ersatz

Es sind Sätze, die Niklas Stark gerne hören dürfte, weil sie signalisieren, dass er sich beim SV Werder Bremen auf dem richtigen Weg befindet. Allerdings ist dem Abwehrspieler bewusst, dass er auf diesem Weg noch ein Stückchen zu gehen hat. „Es ist ein neues System für mich, eine neue Idee von Fußball, die ich sehr gut finde. Aber es ist eben auch ein Prozess für mich, gerade wenn es um Drucksituationen geht.“ Starks Plan lautet deshalb „ruhig und dranbleiben“. Dann werde es auch von Woche zu Woche besser. Oder anders ausgedrückt: Dann kommt er dem ersehnten Stammplatz Schritt für Schritt näher.

Nach Starks Verpflichtung war allgemein davon ausgegangen worden, dass er bei Werder Bremen die Rolle des abgewanderten Ömer Toprak als Abwehrchef übernimmt. Dieser Job ging dann aber etwas überraschend an Milos Veljkovic. Amos Pieper erhielt zudem den Vorzug auf der rechten Seite der Dreierkette, sodass Niklas Stark erstmal außen vor war. „Es ist für ihn sicherlich etwas blöd gelaufen, weil er vor dem ersten Spieltag gegen Wolfsburg auch noch einmal krank war“, sagte Werner. Wegen eines Magen-Darm-Infekts hatte Stark zuvor das DFB-Pokalspiel bei Energie Cottbus verpasst, saß in Wolfsburg dann immerhin 90 Minuten auf der Bank, ehe es nun zum Debüt kam.

Niklas Stark braucht noch Zeit: Wie der Neuzugang seine Lage beim SV Werder Bremen einschätzt

Mit seiner unerwarteten Rolle geht der Neuzugang von Werder Bremen laut Werner „gut und professionell“ um. Möglich, dass er sich etwas länger mit ihr anfreunden muss, so denn die Konkurrenten fit bleiben, Amos Pieper nach seiner Schädelprellung beispielsweise nicht ausfällt. „Wir haben dort hinten einen gewissen Konkurrenzkampf. Es ist egal, wen man in der Innenverteidigung draußen lässt, ein Thema wäre es immer“, sagte Ole Werner. Sollte er wieder gebraucht werden – bereit dafür wäre Niklas Stark, daran ließ er keinen Zweifel: „Ich bin hierhergekommen, um in einer geilen Mannschaft Fußball zu spielen. Die Jungs machen das sehr gut. Erstmal freue ich mich, dass ich der Mannschaft heute helfen konnte, denn dafür bin ich da.“ (dco)

Auch interessant

Kommentare