Wer stürmt im DFB-Pokal?

Neue Situation im Werder-Sturm: Freie Auswahl gegen Regensburg - mit Niclas Füllkrug

Gegen Eintracht Frankfurt wurde Niclas Füllkrug eingewechselt. Spielt der Stürmer des SV Werder Bremen gegen Jahn Regensburg von Beginn an?
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Gegen Eintracht Frankfurt wurde Niclas Füllkrug eingewechselt. Spielt der Stürmer des SV Werder Bremen gegen Jahn Regensburg von Beginn an?

Bremen – Wer stürmt? Auf diese Frage hat Florian Kohfeldt in 24 der bislang absolvierten 25 Pflichtspiele immer dieselbe Antwort gegeben: Josh Sargent. Der 21-Jährige hat als gesetzter Stürmer 1957 von maximal 2250 Spielminuten absolviert. Was aber nicht besonders viel mit einer stets überragenden Performance des US-Amerikaners zu tun hatte – gegen Eintracht Frankfurt hatte Sargent am Freitagabend sein erst drittes Tor für Werder Bremen in der laufenden Bundesliga-Saison erzielt. Vielmehr war Sargent gesetzt, weil Kohfeldt die echte Alternative auf der Position der Sturmspitze fehlte.

Doch mit dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den SSV Jahn Regensburg am Dienstag (18.30 Uhr) könnte für den Trainer des SV Werder Bremen eine Phase beginnen, in der ihm nicht nur auf dem Papier alle Angreifer zur Verfügung stehen, sondern auch alle fit und in Form sind. Fortan heißt es also: Freie Auswahl! Und sowohl Kohfeldt als auch Frank Baumann frohlocken. „Ich habe jetzt eine Menge guter Spieler auf der Bank“, meint der Coach. „Jetzt ist der Konkurrenzkampf da. Das ist eine gute Situation“, sagt der Sportchef.

Über Monate hinweg war die Situation eine andere gewesen. Irgendwer aus der Riege der Angreifer war immer verletzt oder musste nach Verletzung ans Team herangeführt werden. Und weil es in Milot Rashica (neun verpasste Bundesliga-Spiele plus zwei im Pokal) sowie Niclas Füllkrug (12+2) vor allem die als die besten Bremer Stürmer eingestuften Profis getroffen hatte, lag einiges an Potenzial brach bei Werder. Gegen die Eintracht zeigte aber Rashica, dass er nach einem langen Anlauf von sechs Spielen wieder an einem Punkt angekommen ist, den Baumann so beschreibt: „Ich würde sagen: Das war wieder der alte Milot.“ Und Füllkrug steht auch in den Startlöchern.

Werder Bremen vor dem DFB-Pokal-Duell gegen Jahn Regensburg mit voller Auswahl im Sturm

Schon vor dem Frankfurt-Spiel war es die Botschaft gewesen, dass der 28-Jährige körperlich wieder so weit sei, von Anfang an spielen zu können. Dennoch entschied sich Kohfeldt noch einmal für Sargent, der gemeinsam mit Rashica die Offensive bildete. Dass das keine schlechte Entscheidung war, zeigt der Leistungsnachweis des Duos. Rashica: ein Assist plus Top-Leistung. Sargent: ein Tor plus eine Vorstellung, die fraglos zu seinen besseren zählte.

Vielleicht hat der 21-Jährige mit seinem Auftritt sogar die Pläne des Trainers durchkreuzt. Mehr als wahrscheinlich ist es, dass für Dauerspieler Sargent gegen Zweitligist Regensburg eine Pause vorgesehen war – und für Niclas Füllkrug nach zwei Einwechslungen zum Wiedereinstieg nach der Sprunggelenksverletzung das Startelf-Comeback. Doch natürlich fällt die Entscheidung nach Sargents Tor gegen Frankfurt nicht leicht. Kohfeldt: „Ich schaue mal, wer frisch ist und sage noch nicht zu 100 Prozent, dass Josh spielt. Wahrscheinlich, aber mal sehen.“ So spricht ein Trainer, der personell alle Möglichkeiten hat.

Werder Bremen gegen Jahn Regensburg: Spielen Milot Rashica, Josh Sargent und Niclas Füllkrug?

Frisch wäre auch Davie Selke. Der 26-Jährige hat zuletzt weder beim 0:4 gegen 1899 Hoffenheim noch beim 2:1 gegen Frankfurt eine Rolle gespielt, beide Partien saß er auf der Bank ab. Der Trend ist also nicht auf seiner Seite, eine Option ist der in dieser Saison ebenfalls mehrfach verletzte Angreifer (insgesamt neun verpasste Spiele) aber allemal. Gewartet wird bei Werder Bremen jedoch vor allem, dass nach Rashica auch Füllkrug wieder zur Form findet. Um dann entweder statt oder aber mit Sargent zu stürmen. Was dann passieren kann, hatte in Ansätzen schon das von Rashica und Sargent geprägte Spiel gegen die Eintracht gezeigt.

Kohfeldt: „In der Hinrunde fehlten die Topspieler vorne, weil sie verletzt waren. Dann haben sich die Gegner alle auf Josh konzentriert. Doch jetzt gehen die Räume so langsam für ihn auf.“ Die Schlussfolgerung könnte sein, dass der 38-Jährige den defensiv zu erwartenden Pokalgegner Jahn Regensburg mit Rashica, Sargent und Füllkrug beschäftigen wird. Doch auf diese Frage gab es am Freitagabend noch keine Antwort des Trainers. Stattdessen zog er kurz, aber demonstrativ die FFP2-Maske unters Kinn, um sein ganzes Pokerface zeigen zu können. (csa) Auch interessant: Veränderte Werder-Startelf gegen Jahn Regensburg: Stürmt Josh Sargent für den Pokal-Traum? Jetzt ist Niclas Füllkrug dran! Die Aufstellung von Werder Bremen gegen 1. FC Köln!

Weiter zur letzten Meldung vom 24. Februar 2021:

Junger Mann zum Toreschießen gesucht: Werder Bremen fehlt vorne ein echter Vollstrecker

Sinsheim/Bremen – Statistiken haben mitunter etwas Hinterhältiges. Sie können noch so viele positive Zahlen enthalten – passen die wichtigen nicht, ist das alles nichts mehr wert. Am Beispiel Josh Sargent ließ sich das nach 0:4-Pleite des SV Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim sehr gut ablesen.

10,3 Kilometer war der Mittelstürmer während der Partie gelaufen, hatte 26 Mal den Ball gehabt, 81 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler gebracht und 71 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen. Alles ordentlich bis überzeugend. In den für einen Angreifer aber entscheidenden Kategorien Tore, Torschüsse, Vorlagen und Torschussvorlagen prangte hingegen vier Mal die Null, weshalb Josh Sargents Leistung letztlich als mangelhaft beschrieben werden musste.

Werder Bremen ohne echten Torjäger: Josh Sargent hat zuletzt „nicht immer glücklich agiert“

Nach nunmehr 20 Liga-Einsätzen in dieser Saison, 19 davon in der Startelf, bringt es der 21-jährige US-Amerikaner auf zwei Treffer, was ihn wahrlich nicht wie einen Torjäger dastehen lässt. „Wir sind nach wie vor von Joshs Potenzial überzeugt, auch was seinen Torabschluss betrifft“, sagte Sportchef Frank Baumann am Tag nach dem Hoffenheim-Spiel, räumte aber auch ein: „Trotzdem müssen wir festhalten, dass er in den letzten Spielen nicht immer glücklich agiert hat.“ Das Problem des SV Werder Bremen dabei: Es ist eine Einschätzung, die nicht nur auf Josh Sargent, sondern auf alle Angreifer zutrifft.

So ist es während der langen Ausfallzeit von Niclas Füllkrug, Werders Stürmer Nummer eins, keinem seiner Kollegen gelungen, die Leerstelle, die der 28-Jährige hinterlassen hat, angemessen auszufüllen – nämlich: jene Tore zu erzielen, für die Füllkrug steht. Obwohl er in der laufenden Spielzeit aus gesundheitlichen Gründen erst acht Partien bestreiten konnte, ist „Lücke“, der gegen Hoffenheim abermals ein Comeback feierte, mit vier Treffern neben Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt Werders gefährlichster Akteur. Was sagt das über die Stellvertreter im Sturm aus?

Werder Bremen: Sturm-Rückkehrer Niclas Füllkrug, Davie Selke und Milot Rashica sollen Josh Sargent helfen

Baumanns Antwort: „Dass wir in dieser Saison keinen Torjäger haben, der schon acht, zehn oder zwölf Treffer gemacht hat, ist in erster Linie der Verletztensituation geschuldet.“ Der Manager des SV Werder Bremen verwies in diesem Zusammenhang neben Füllkrugs Blessuren auch auf die Ausfallzeiten von Milot Rashica und Davie Selke, die neun und sieben Ligaspiele verpassten. Einzig Sargent stand vorne kontinuierlich zur Verfügung. „Josh arbeitet viel, aber ihm fehlt aktuell die Sicherheit in Richtung Tor“, sagte Baumann. Die müsse sich der Spieler im Training wieder erarbeiten. Man dürfe aber auch nicht unerwähnt lassen, „dass er bei unserer Spielweise sehr viel Defensivarbeit verrichten musste. Das macht es für einen Stürmer deutlich schwieriger.“

Baumann glaubt, die Rückkehr von Füllkrug, Selke und Rashica könne Josh Sargent helfen, weil sich die Gegner wieder mehr auf die anderen konzentrieren müssten. „Wir haben Geduld mit Josh“, sagte der Sportchef: „Er ist auch unabhängig von den Toren ein wichtiger Spieler für uns.“ (dco) Auch interessant: Achtung, Absturzgefahr! Die Werder-Kurs-Korrektur schnell korrigieren - ein Kommentar.

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