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Gegen alle Widerstände: Werder muss nach Ducksch-Ausfall das nächste personelle Problem lösen

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Von: Malte Bürger

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Mit Marvin Ducksch fehlt dem SV Werder Bremen gegen Darmstadt 98 bereits der vierte Stammspieler.
Mit Marvin Ducksch fehlt dem SV Werder Bremen gegen Darmstadt 98 bereits der vierte Stammspieler. © gumzmedia

Bremen – Es soll ja Zeiten gegeben haben, in denen der Fußballgott ein Bremer war. Wo er schützend seine Hand über den SV Werder Bremen hielt und den Verein auch durch die kniffligsten Situationen manövrierte. Das alles wirkt so, als sei es unendlich lange her. Momentan ist es jedenfalls nur noch schwer vorstellbar, dass es irgendeine höhere Macht gut mit den Grün-Weißen meint. Vielmehr hat es den Anschein, als habe Werder irgendetwas ganz Schlimmes verbrochen und werde jetzt ausgiebig dafür bestraft.

Erst reihten sich binnen weniger Tage die verletzungsbedingten Ausfälle von Ömer Toprak, Marco Friedl und Mitchell Weiser aneinander. Am Donnerstag erwischte es dann auch noch Marvin Ducksch, der sich nach einer Corona-Infektion in Quarantäne befindet und somit ebenfalls für das Heimspiel des SV Werder Bremen gegen den Zweitliga-Spitzenreiter SV Darmstadt 98 (Samstag, 20.30 Uhr, DeichStube-Live-Ticker) ausfällt.

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Es war eine Nachricht, die ihre Wirkung nicht verfehlte. Bei Werder Bremen gab man sich anschließend jedenfalls reichlich wortkarg. Kommentiert wurde der nächste personelle Rückschlag von den sportlich Verantwortlichen nicht öffentlich, das soll erst am Freitag während der Spieltags-Pressekonferenz der Bremer vor dem Spiel gegen Darmstadt 98 passieren. Zuvor gab es allenfalls ein paar Informations-Häppchen. „Derzeit geht es ihm gut“, teilte Werder kurz und knapp auf seiner Internetseite zum Gesundheitszustand von Marvin Ducksch mit. Und wer nun direkt eine wahre Infektionsflut wie jüngst etwa beim Hamburger SV, Fortuna Düsseldorf oder dem FSV Mainz 05 befürchtete, wurde mit dem Satz „Alle weiteren Tests der Bremer Profis sind negativ ausgefallen“ besänftigt.

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Der Rest fand hinter verschlossenen Türen statt. Wie auch das Training. Die Einheit war ohnehin als nicht-öffentlich angekündigt, doch Ole Werner schickte seine Spieler nicht einmal mehr auf Platz 11, sondern bat sie direkt auf dem Rasen des Wohninvest Weserstadions zur Arbeit. Und dort gab es viel zu tun. Schnellstmöglich muss sich eine völlig neue Abwehrreihe finden, durch den Ausfall von Marvin Ducksch verändert sich zudem die Statik in der Offensive komplett. Natürlich sind da allein die 16 Saisontore und neun Vorlagen, die zeigen, welchen sportlichen Wert der 28-Jährige hat. Aber auch sonst ist er kaum ersetzbar. Ducksch bewegt sich in Räumen, in denen andere nicht unbedingt unterwegs sind. Er weiß als Ballverteiler ebenso zu überzeugen wie mit unerwarteten Abschlüssen. Dem Stürmer des SV Werder Bremen gehören obendrein die Standards, die zwar nicht alle brandgefährlich sind, aber doch dazu beitragen, die gegnerische Abwehr intensiv zu beschäftigen. Und er hätte es sein können, an dem sich eine umgebaute und uneingespielte Formation hätte aufrichten, orientieren können.

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Diese Aufgabe müssen nun andere übernehmen. Werders Verantwortliche haben häufig die große Qualität des Kaders hervorgehoben, nun hat das Team die Gelegenheit, zu beweisen, dass diese Einschätzung tatsächlich der Wahrheit entspricht. Vielleicht weckt die jetzige Personal-Misere auch gerade deshalb böse Erinnerungen an den Herbst 2019. Seinerzeit, als ähnliche Töne zu hören waren, wurde Werder Bremen schon einmal von einer Welle an Ausfällen erwischt. Phasenweise fehlten zehn Spieler. Die Folge: Die Bremer kamen nie richtig in Tritt, statt nach Europa ging es gegen den Abstieg – der am Ende nur mit großer Mühe in der Relegation verhindert wurde.

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Im Vorjahr war das bekanntlich anders. Dabei hatte vor fast genau zwölf Monaten alles noch halbwegs gut ausgesehen. Nach einem Sieg am 10. März 2021 in Bielefeld schien der Klassenerhalt für Werder Bremen nah, doch danach brach alles zusammen. Am Osterdeich dürften sie hoffen, dass der März nicht erneut zum Schicksalsmonat wird, der personelle Plan dieses Mal aufgeht und die Qualität abseits der Stammelf tatsächlich stimmt. Sonst könnte es noch kniffliger werden als ohnehin schon. Aber vielleicht hält der Fußballgott ja noch ein kleines Wunder parat. Werder könnte es ganz gut gebrauchen. (mbü)

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