1. az-online.de
  2. Sport
  3. Fußball

Kein klassischer Aufsteiger: Der SV Werder Bremen will den Ball und weiß auch etwas damit anzufangen

Erstellt:

Kommentare

Marco Friedl und Milos Veljkovic haben bei Werder Bremen die besten Passwerte der Mannschaft.
Marco Friedl und Milos Veljkovic haben bei Werder Bremen die besten Passwerte der Mannschaft. © Imago Images/foto2press

Bremen - Der SV Werder Bremen hat mit seinen bisherigen Auftritten in der laufenden Bundesligasaison eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es sich bei dem Team von Trainer Ole Werner um keinen Aufsteiger im herkömmlichen Sinne handelt. Die Grün-Weißen fordern, anders als es bei Neulingen aus der zweiten Liga meist der Fall ist, den Ball, stehen hoch und wollen selbst aus dem eigenen Spiel heraus Chancen kreieren - oft auch gegen nominell stärkere Gegner. Dafür braucht die Mannschaft von Trainer Ole Werner vor allem Ballbesitz und eine möglichst hohe Passgenauigkeit.

Mit einer Ballbesitzquote von 49 Prozent in der laufenden Saison liegt Werder Bremen, laut den offiziellen Statistiken der Deutschen Fußball-Liga (DFL), die sich auf bundesliga.com abrufen lassen, ligaweit im Tabellenmittelfeld auf Platz elf. Zum Vergleich: Mitaufsteiger und Zweitliga-Meister FC Schalke 04 belegt mit 43 Prozent den letzten Platz (18.). Und auch in den vergangenen drei Spielzeiten verwaltete bislang nur ein Aufsteiger die Kugel häufiger: Der VfB Stuttgart brachte es in der Saison 2020/21 auf ganze 51 Prozent Ballbesitz. 

Werder Bremens Innenverteidiger mit Top-Werten - Marco Friedl passsicherster Werder-Profi

Damit das Spielgerät in den eigenen Reihen bleibt und nicht vorschnell im Spielaufbau verloren geht, wird Präzision im Passspiel benötigt. Auch hier steht Werder Bremen als Verein, der ein Jahr zuvor noch eine Spielklasse niedriger spielte, ordentlich da. Im Schnitt erreichen 80,9 Prozent aller Bremer Zuspiele ihr gewünschtes Ziel. Ein Trio sticht dabei als besonders passsicher heraus: Marco Friedl, Milos Veljkovic und Amos Pieper. Die drei Innenverteidiger, die in der Regel die Dreierkette der Grün-Weißen bilden, verfügen über die besten Quoten im gesamten Kader. Kapitän Marco Friedl bringt mit einem Wert von 86,66 Prozent die Bälle am sichersten an den Mann (ligaweit Platz 27). Defensivkollege Milos Veljkovic gilt mit 85,71 Prozent als zweitsicherster Passgeber (ligaweit Platz 32) und Amos Pieper gibt mit 84,34 Prozent den Dritten im Bunde (ligaweit Platz 44). An der Spitze des Liga-Rankings steht Gladbachs Nico Elvedi, der ebenfalls regelmäßig in der Innenverteidigung eingesetzt wird, mit satten 94,93 Prozent. Auch die Plätze zwei bis zehn werden ausschließlich von Defensivakteuren besetzt. Das ist kein Zufall, denn de facto fließen auch die vielen wenig riskanten Bälle durch die hinterste Reihe während des Spielaufbaus in die Wertung mit ein. 

Doch bei aller Ballsicherheit gibt es auch kritische Stimmen, die mahnen, dass Passgenauigkeit und Ballbesitz allein nicht immer zwingend mit Erfolg korrelieren müssen. Der 1. FC Köln ist ein Beispiel dafür. Im Ballbesitz-Vergleich stehen die Kölner weit oben (Platz fünf) - in der Tabelle spiegelt sich das mit Platz 13 jedoch aktuell nicht wider. Beim SV Werder Bremen ist das anders. Die Spielidee von Trainer Ole Werner, durch Ballkontrolle zu eigenen Chancen zu kommen, ging bislang in vielen Partien auf. Und so überwintern die Grün-Weißen als Aufsteiger tatsächlich mit 21 Punkten aus 15 Spielen auf Tabellenplatz neun.  (rta)

Auch interessant

Kommentare