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Wo ist eigentlich der Aufstiegsball? Unternehmer spendet große Summe für eine besondere Werder-Trophäe

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Von: Björn Knips

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Christoph Lüdemann (links) sicherte sich den Aufstiegsball von Werder Bremen aus dem Zweitliga-Spiel gegen Jahn Regensburg - Jens Schiwy (rechts) zahlte für das Spielgerät eine Spende in Höhe von 5.000 Euro.
Christoph Lüdemann (links) sicherte sich den Aufstiegsball von Werder Bremen aus dem Zweitliga-Spiel gegen Jahn Regensburg - Jens Schiwy (rechts) zahlte für das Spielgerät eine Spende in Höhe von 5.000 Euro. © Privat

Bremen – Als der Abpfiff ertönte, gab es am 15. Mai im Wohninvest Weserstadion kein Halten mehr: Die Fans des SV Werder Bremen stürmten den Rasen, wollten ihren Aufstiegshelden ganz nahe sein. Unter ihnen auch ein gewisser Christoph Lüdemann. Doch der kam nicht weit, denn plötzlich hatte er einen Ball in der Hand – oder besser gesagt: Er hatte DEN Ball in der Hand, den Aufstiegsball nämlich. Und diese besondere Werder-Trophäe von der Rückkehr in die Bundesliga hat nun für eine Spende von 5.000 Euro gesorgt. Ein kuriose Geschichte mit ganz vielen Gewinnern – und einem Claudio Pizarro als Stargast.

„Kurz vor dem Abpfiff bin ich schon mal runter Richtung Rasen“, erinnert sich Lüdemann, der an diesem ganz besonderen Werder-Tag im vergangenen Frühjahr in Block 48 gesessen hatte. Als dann endlich Schluss war, stand er auch schon auf dem Spielfeld und sollte sich prompt wundern. „Die Nummer fünf von Regensburg hatte den Spielball in der Hand und guckte mich an.“ Das war Benedikt Gimber. „Er hat dann tatsächlich den Ball zu mir geschossen. Die Chance habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen“, so Lüdemann. Selbstverständlich waren auch andere Fans heiß auf dieses Spielgerät, aber so richtig verteidigen musste er den Ball nicht. „Mir sind nur sehr schnell 1.000 Euro für den Ball geboten worden.“ Weil andere Fans des SV Werder Bremen in der Euphorie des Aufstiegs Rasenstücke, Bandenwerbungen und sogar ein Tor mitnahmen, hatte Christoph Lüdemann auch kein schlechtes Gewissen, den Ball mitgehen zu lassen.

Werder Bremen-Fan Christoph Lüdemann: „Mir sind sehr schnell 1.000 Euro für den Ball geboten worden“

„Den Ordnern war es egal – und mit Werder ist ja auch alles geklärt“, erzählt der 32-Jährige. Denn dem Geschäftsmann aus Lilienthal war schnell klar, dass er mit diesem besonderen Ball etwas Gutes tun wollte. Und da kommt Jürgen Manteufel ins Spiel. Als der 67-Jährige von der Geschichte erfährt, denkt er sofort an Jens Schiwy – einen großen Werder-Fan mit einem noch größeren Faible für besondere grün-weiße Souvenirs. Damit der möglichst tief in die Tasche greift, macht Manteufel die ganze Sache noch interessanter. Er nutzt seine guten Kontakte zu Werder Bremen, damit die Aufstiegshelden den Ball unterschreiben. Und er organisiert ein Treffen mit Claudio Pizarro, der den Ball nicht nur – genauso wie Ailton – signiert, sondern auch im Rahmen seines Abschiedsspiels im Parkhotel Ende September offiziell an Jens Schiwy überreicht. „Als großer Pizarro-Fan war das natürlich super für mich“, schwärmt der 53-Jährige, der in Worpswede ein Autohaus für Old- und Youngtimer (Kultmobile) betreibt.

5.000 Euro war ihm die Geschichte wert – natürlich in dem Wissen, dass das Geld gespendet wird, und zwar an verschiedene regionale Organisationen wie zum Beispiel den Octagon Sport e. V. Lilienthal, bei dem sich Jürgen Manteufel als Gewaltpräventionstrainer engagiert und „schwierige Jugendliche“ unterstützt. Sein Hauptanliegen dabei: „Wie bekommen wir es hin, dass Kinder in Vereinen, Schulen oder sonst wo nicht rausgeschmissen, sondern gefördert werden?“ Über eine Spende dürfen sich auch die Jugendsparten des FC Worpswede und des TSV Worpswede sowie der Mädchenfußball beim TSV Eiche Neu Sankt Jürgen freuen. Dort kickt Jens Schiwys Tochter Anni.

Aufstiegsball von Werder Bremen soll in einem Mini-Wuseum in der Firma von Jens Schiwy ausgestellt werden

Und was passiert mit dem Aufstiegsball? „Für den schaffen wir in unserer Firma ein Mini-Wuseum“, erzählt Jens Schiwy: „Da packe ich noch ein paar Trikots und andere Sachen zu, die ich gesammelt habe. Dann ist das eine runde Sache“, so der Fan des SV Werder Bremen. Zum Einsatz soll das legendäre Spielgerät nicht mehr kommen, damit die Unterschriften keinen Schaden tragen. Christoph Lüdemann kann das gut verstehen, er hatte ja auch schon seinen Spaß mit dem guten Stück. „Natürlich haben wir den Ball ausprobiert“, verrät er und fügt noch lachend an: „Ich wollte immer wissen, wie doll so ein echter Bundesligaball aufgepumpt ist. Da ist ordentlich Druck drauf. Der spielt sich schon ein bisschen anders. Und jetzt ist er in guten Händen.“ (kni)

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