Weltmeister Cannavaro wechselt in die Wüste

Fabio Cannavaro ist Weltmeister mit Italien
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Fabio Cannavaro ist Weltmeister mit Italien

Sestriere/Dubai - Fabio Cannavaro lässt sich das Ende seiner Karriere im Wüstenemirat Dubai versilbern. Er spricht von einem Traum, den er schon immer hatte. Geld soll auch ein Grund sein.

Nach der Weltmeisterschaft in Südafrika wechselt der Kapitän der italienischen Nationalmannschaft zum fünfmaligen Meister der Emirate-Liga Al Ahli an den Golf. In den kommenden zwei Jahren wird der Weltmeister von 2006 auch als Sportbotschafter für die Wüsten-Metropole aktiv sein.

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“Es war mein Traum in Dubai zu leben und meine Karriere dort zu beenden“, ließ Cannavaro in Dubai mitteilen. “Fabio hatte auch andere Angebote aus Italien und den USA, aber er hat sich für Dubai entschieden, um eine Erfahrung fürs Leben zu machen“, sagte sein Berater Andrea D'Amico am Mittwoch im italienischen Fernsehen.

In Dubai könne der Weltfußballer des Jahres 2006 seine “Karriere krönen“, meinte D'Amico. Er räumte jedoch auch ein, dass der Wechsel für den Abwehrchef der Azzurri sehr lukrativ sei. Summen nannte der Agent jedoch nicht. Al Ahli-Präsident Abdullah Al Naboodah äußerte sich “äußerst zufrieden“ über die Verpflichtung des Italieners.

Der Chef des amtierenden Meisters bezeichnete sie als “einen der größten Transfers“ in der 40-jährigen Geschichte seines Clubs, den der deutsche Trainer Winfried Schäfer 2006 zum Meistertitel geführt hatte.

Italiens Rekordmeister Juventus Turin hatte den 36-Jährigen nach Ablauf seines Vertrages vor zwei Wochen ausgemustert. DAmico betonte jedoch, dass Cannavaro keinerlei Groll gegen seinen Ex-Club hege, der seine Option für eine Vertragsverlängerung mit dem Neapolitaner nicht gezogen hatte. Nach einem dreijährigen Gastspiel bei Real Madrid war Cannavaro im Sommer vergangenen Jahres nach Turin zurückgekehrt.

Richtig warm geworden ist er mit den Turinern aber nicht mehr. Die Fans hatten ihm übelgenommen, dass er Juve nach der Verurteilung im Liga-Manipulationsskandal 2006 beim Zwangsabstieg in die zweite Liga im Stich gelassen habe. Nun kehrt er dem italienischen Vereinsfußball endgültig den Rücken. Im “Calcio Italiano“ fühlte er sich ohnehin nicht mehr wohl: “Wir sind hier an einer Grenze angekommen“, hatte Cannavaro geklagt und die schlechten Stadien und die gewaltbereiten Fans kritisiert.

Mehr Grund zur Freude hatte Cannavaro in der Nationalelf. 2002 hatte er von Paolo Maldini die Kapitänsbinde übernommen und die “Squadra Azzurra“ 2006 zum WM-Triumph in Deutschland geführt. Die von ihm organisierte Abwehr war fast unüberwindbar. Bei der Europameisterschaft 2006 fiel er kurz vor dem ersten Spiel mit einer Knöchelverletzung aus.

Obwohl er selbst und viele Teamkollegen mittlerweile ihren Zenit überschritten haben, glaubt Cannavaro vor dem lukrativen Ausklang seiner Karriere in Dubai fest an einen Erfolg in Südafrika: “Wir hoffen den Weltmeisterpokal wieder nach Hause zu bringen“, sagte der 132-fache Nationalspieler.

dpa

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