Schalke – Gladbach: Warum Schiedsrichter Tobias Stieler am Mittwoch im DFB-Pokal eine schwierige Aufgabe erwartet

Ein tiefdunkles Rot mit Folgen

Schiedsrichter Wolfgang Stark, seit 1997 in der Bundesliga im Einsatz, zeigt Schalkes Johannes Geis (Mitte) in der 80. Minute nach dessen brutalem Tritt die Rote Karte.
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Schiedsrichter Wolfgang Stark, seit 1997 in der Bundesliga im Einsatz, zeigt Schalkes Johannes Geis (Mitte) in der 80. Minute nach dessen brutalem Tritt die Rote Karte.

Mönchengladbach/Gelsenkirchen. Bei manchen Fouls müsste man überlegen, ob neben dem Unparteiischen nicht parallel auch der Staatsanwalt zuständig ist.

In der 80. Minute geschieht in Mönchengladbach ein solches Vergehen, das schon beim Hinschauen weh tut. Schalkes Johannes Geis tritt Gladbachs André Hahn, der nur sechs Minuten zuvor eingewechselt wurde, ins Krankenhaus – Bruch des Schienbeinkopfes, Riss des Außenminiskus, wie später diagnostiziert wird.

Schiedsrichter Wolfgang Stark aus Ergolding im niederbayerischen Landkreis Landshut, einer der dienstältesten europäischen Unparteischen mit der Erfahrung von mehr als 300 Bundesligaspielen, 15 Jahren FIFA-Liste, EM, WM und Olympia, reagiert sofort und taktisch klug: Mit der prompten Präsentation des roten Kartons, ohne Zögern, beugt der 45-jährige Bankkaufmann möglichen weiteren Eskalationen und Rudeln vor. Genauso muss man als Referee nach solchen Foulspielen agieren.

Regeltechnisch gilt die Szene als brutale, gesundheitsgefährdende Attacke im Sinne der Fußball-Regel Nummer 12 (Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen) – und dafür muss es die Rote Karte geben, egal, wann, wo, durch wen und bei welchem Spielstand ein solch rüder Tritt mit der Sohle voran auf Knie und Schienbein des Gegners passiert.

Brisante Revanche auf Schalke

Brisanter Auftritt am Mittwoch: FIFA-Schiedsrichter Tobias Stieler leitet das Revanche-Duell zwischen Schalke und Gladbach, diesmal in Gelsenkirchen.

3:1 gewinnt Borussia Mönchengladbach in einem spannenden, umkämpften und phasenweise für den Unparteiischen schwer zu leitenden Spiel mit einigen kniffligen Szenen. Gelegenheit zur Revanche für Schalke im eigenen Stadion gibt es bereits am Mittwoch, in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Dort treffen beide Mannschaften erneut aufeinander. Nach dieser Vorgeschichte – der Schalker Niederlage, der Roten Karte, dem Wechsel des Heimrechts und dem Brennen des Schalker Publikums auf Revanche – steht der dann angesetzte Schiedsrichter, FIFA-Referee Tobias Stieler aus Hamburg, vor einer schwierigen Aufgabe. Frisch werden am Mittwoch die Erinnerungen an die zweitweise hitzige Bundesliga-Auseinandersetzung sein, zudem geht es im DFB-Pokal um alles oder nichts.

Zu einer professionellen Spielvorbereitung, und das gilt für jede Spielklasse, gehört für jeden Unparteiischen das Wissen um solche Vorkommnisse, um während der Spielleitung nicht überrascht zu werden und mit einer konsequenten Linie für Fairness zu sorgen.

Tobias Stieler, seit drei Jahren im Fußball-Oberhaus im Einsatz und aufgrund seiner sehr guten Leistungen seit 2014 auch international aktiv, wird gemeinsam mit seinen Assistenten Sascha Thielert (Buchholz), Florian Heft (Neuenkirchen) und dem Vierten Offiziellen, Bundesliga-Schiedsrichter Sascha Stegemann aus Niederkassel, mit höchster Aufmerksamkeit in die Pokalpartie gehen. Erfahrung genug hat das Team.

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