Warum der BVB-Kapitän in puncto Fairness ein ganz schlechtes Vorbild abgibt

Der Schmelzer-Skandal von Frankfurt

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Schiedsrichter Wolfgang Stark erweist sich gegenüber Marcel Schmelzer (Mitte) als viel zu nachsichtig. Der Dortmunder hätte mit glatt Rot vom Platz gehört.

Frankfurt. In der Nachspielzeit der umkämpften Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund (2:1) erweist sich BVB-Kapitän Marcel Schmelzer leider als völlig falsches Vorbild.

Der Borusse rast auf Schiedsrichter Wolfgang Stark zu, rempelt ihn von hinten so heftig an, dass der Referee eine halbe Drehung vollzieht. 

Eine Aktion, die erschreckt und die in der Berichterstattung zahlreicher Medien bisher viel zu kurz gekommen ist. Denn was sich Schmelzer dort leistet, ist nichts anderes als eine Tätlichkeit gegen den Unparteiischen – und ein Skandal. 

Unmittelbar zuvor gibt es eine strittige Strafraumszene, einen Zweikampf zwischen Frankfurts Gacinovic und Dortmunds Aubameyang. Dieses Duell indes ist nicht strafstoßwürdig, so gern Dortmund hier die Chance zum Ausgleich gehabt hätte. Richtig entschieden von Wolfgang Stark, weiterlaufen zu lassen. Aber selbst wenn sich der Top-Referee aus Ergolding mit erheblicher WM-, EM- und CL-Erfahrung geirrt hätte – derart attackieren wie Schmelzer darf man einen Unparteiischen nicht. 

Marcel Schmelzer erweist sich als falsches Vorbild für die hunderttausenden von Kickern, insbesondere Jugendlichen, in allen Klassen Deutschlands. Wenn der Schmelzer so „kritisieren“ darf, dann darf ich das in meinem Spiel bestimmt auch… Insofern wäre jetzt sein Verein, Borussia Dortmund, gefragt, ein deutliches Zeichen zu setzen – insbesondere vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Diskussionen über Attacken gegen Entscheider und Garanten unserer Demokratie (Polizisten, Rettungskräfte, Beamte, Lehrer, Funktionsträger in Politik, Verwaltung und Wirtschaft, Journalisten). 

Aber auch der ansonsten als äußerst konsequent geltende Wolfgang Stark reagiert in dieser Szene leider nicht so konsequent, wie sonst. Anstatt Schmelzer sofort mit Rot des Feldes zu verweisen, gibt es eine elend lange dauernde Debatte auf dem Platz und am Ende lediglich Gelb für den Dortmunder. Das ist die falsche Signalwirkung, auch und gerade für die 80.000 Unparteiischen in ganz Deutschland, die Woche für Woche die Fußballspiele in allen Klassen und Ligen leiten. 

Von Marco Haase

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