1. az-online.de
  2. Sport
  3. Fußball

Sammer wirbt um Vertrauen für Löw

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

sammer
Matthias Sammer steht hinter Jogi. © dpa

Berlin - In der Diskussion um den deutschen WM-Kader und eine mögliche Begnadigung von Kevin Kuranyi hat Matthias Sammer um Vertrauen für Joachim Löw geworben.

Der Bundestrainer treffe die Entscheidungen, “wen er für seine Mannschaft braucht“, unterstrich DFB-Sportdirektor Sammer in einem Interview mit der “Welt am Sonntag“ und betonte: “Er hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er richtige Entscheidungen trifft.“

Der ehemalige Nationalspieler Sammer bescheinigte zudem Bastian Schweinsteiger einen deutlichen Qualitätssprung. Der Münchner könne einmal DFB-Kapitän Michael Ballack nach dessen Karriere-Ende ersetzen. “Er ist in der Lage, der Nationalmannschaft in Zukunft einen Stempel aufzudrücken. Ich sehe nicht nur eine enorme Entwicklung seiner sportlichen Leistungen“, lobte Sammer die Persönlichkeits-Entwicklung Schweinsteigers.

Sammer ordnete die kommende Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika in die langfristige Bestrebung des deutschen Fußballs ein, in die europäische Spitze zurückzukehren. “Da müssen wir erst wieder hin, sind aber noch weit davon entfernt. Der Anschluss an die Topligen ist wieder hergestellt. Mehr noch nicht“, unterstrich der Europameister von 1996.

Die Bundestrainer - von 1926 bis heute

Trotz früherer Differenzen mit Löw stärkt Sammer den Bundestrainer: “Ich kann nicht erkennen, dass er ernsthaft in der Kritik steht. Alle Themen rund um die Nationalmannschaft sind stets hochemotional.“ Auch im Fall Kuranyi würde Löw genau analysieren, machte Sammer klar. Eine Begnadigung des Schalkers, der von Löw nach seiner Stadionflucht im Oktober 2008 aus dem DFB-Team verbannt worden war, würde keinen Autoritätsverlust des Bundestrainer darstellen: “Überhaupt nicht“, sagte Sammer und ergänzte: “Bei der Nationalmannschaft wurden schon nach wesentlich schlimmeren Verfehlungen Entscheidungen revidiert.“

Die Voraussetzungen müssten stimmen und eine Wiederholung der Vorfälle ausgeschlossen sein. “Dann ist eine Begnadigung ein Zeichen von Größe. Wer meint, dass das eine Form von Schwäche ist, ist nicht würdig, Nationalspieler zu sein“, erklärte der DFB-Sportdirektor.

dpa

Auch interessant

Kommentare