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Marco Kurz: Rekord dank AC/DC

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Marco Kurz hat allen Grund zu jubeln © Getty

München/Kaiserslautern - Der 1. FC Kaiserslautern bejubelt seinen Aufstieg in die erste Liga. Trainer Marco Kurz hatte einen ganz besonderen Sonntagnachmittag, der ihn in Rekordzeit von München in die Pfalz führte.

In schwarzen Aufstiegs-T-Shirts mit dem Schriftzug “Mit Herzblut zurück“ feierten die “Roten Teufel“ bis in die Morgenstunden ihre Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. Nach einer gefühlten Ewigkeit von 1441 Tagen in der Zweitklassigkeit träumten Fans und Spieler des 1. FC Kaiserslautern bei einer spontanen Feier auf dem Betzenberg in der Aufstiegsnacht bereits von Bayern München, Schalke oder Dortmund und schmetterten immer wieder den Hit des Tages: “Nie mehr 2. Liga“.

Auch Vorstandschef Stefan Kuntz strahlte nach dem Coup über das ganze Gesicht. Doch auch in der Stunde des Glücks richtete er den Blick bereits nach vorn. “Der Aufstieg ist die Grundvoraussetzung für eine weitere wirtschaftliche Gesundung und die Möglichkeit, den Verein nachhaltig professionell wettbewerbsfähig aufzustellen. Wir wollen wieder in altes Fahrwasser kommen“, sagte Kuntz.

Bis zum Saisonstart Mitte August gilt es für ihn, einige Baustellen zu schließen. “Wir können nach wie vor nicht aus dem Vollen schöpfen, weil wir aus der Vergangenheit noch Löcher zu stopfen haben. Aber der Druck ist jetzt weg, da macht die Arbeit noch mehr Spaß. Und: Die Identifikation zwischen Stadt, Zuschauern und Verein ist wieder gelungen“, meinte der in der Pfalz als Heilsbringer gefeierte Europameister von 1996.

Als großen Ballast schleppen die Pfälzer immer noch die jährliche Miete für das Fritz-Walter-Stadion mit sich herum. Immerhin konnte Kuntz bei der Stadt für die nächsten zwei Spielzeiten einen Nachlass von 1,2 Millionen Euro jährlich aushandeln. Zudem werden dem Verein 600 000 Euro pro Saison gestundet. Der Lizenzspieleretat soll in der Bundesliga von 8,5 auf rund 15 Millionen Euro ansteigen. Große Sprünge sind damit aber nicht drin.

Um eine konkurrenzfähige Mannschaft an den Start schicken zu können, wird Kuntz in den anstehenden Vertragsverhandlungen großes Geschick beweisen müssen. Ob Sturm-Ass Erik Jendrisek gehalten werden kann ist genauso offen wie der Verbleib des vom Hamburger SV ausgeliehenen Flügelflitzers Sidney Sam. “Es wird schwer, ihn hierzubehalten“, unkte Trainer Marco Kurz.

Wie Kuntz wollte er sich von der Euphorie nicht gänzlich mitreißen lassen. “Vor uns liegt viel Arbeit. Wir müssen eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen, um nächstes Jahr den Klassenverbleib zu schaffen. Ein anderes Ziel kann man als Aufsteiger nicht haben“, sagte Kurz. Er war am Sonntagnachmittag in Windeseile von München nach Kaiserslautern geeilt, um mit der Mannschaft den Aufstieg zu feiern. “AC/DC rein, Blinker links - ich habe die Strecke wohl in Rekordzeit geschafft“, berichtete Kurz.

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Dass er das Gründungsmitglied schon in seinem ersten Jahr als Coach in die Bundesliga zurückgeführt hat, überraschte selbst seinen Chef. “Marco hat eindrucksvoll bewiesen, welches Potenzial in ihm steckt, wenn er volle Rückendeckung hat“, lobte Kuntz die Arbeit des Trainers. Der gab auf der Party gleich das nächste Ziel aus: “Jetzt wollen wir die Zweitliga-Schale.“

dpa

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