Kuranyi will in den Europacup

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Kevin Kuranyi (r.), hier gegen Kasans Bocchetti, erzitelte in 16 Spielen für Moskau neun Tore.

Moskau - Mit vielen neuen Superstars startet am Wochenende die russische Liga in ihren Spielbetrieb. Eine Neuerung sorgt für die längste Spielzeit aller Zeiten. Diese könnte den Titelkampf entscheiden.

Roberto Carlos, Ruud Gullit und Zvjezdan Misimovic: Mit neuen Stars startet die russische Liga an diesem Wochenende in die längste Saison ihrer Geschichte. Der Meister wird erst im Frühling 2012 gekürt, da der Spielbetrieb auf den westlichen Rhythmus umgestellt wird. Vom Titel kann Ex-Nationalstürmer Kevin Kuranyi mit Dynamo Moskau wohl nur träumen, aber nach der Verpflichtung des bosnischen Spielmachers Misimovic hofft der 29-Jährige auf die Qualifikation für den Europapokal. Zum Saisonstart steht gleich ein Lokalderby bei Lokomotive Moskau an.

Vor allem im Nordkaukasus erwächst den Moskauer Traditionsvereinen sowie den mit Gas- und Ölmillionen aufgepäppelten Favoriten Zenit St. Petersburg und Rubin Kasan neue Konkurrenz. Den Top-Einkauf meldet Anschi Machatschkala aus der Konfliktrepublik Dagestan: Der Verein verpflichtete den brasilianischen Ex-Nationalspieler Roberto Carlos für angeblich 6,6 Millionen Euro Jahresgage. “Dass ein solcher Spieler nach Russland kommt, ist wirklich eine gute Werbung, gerade für junge Talente“, sagte Kuranyi im Gespräch mit der "dpa" über den Linksverteidiger mit dem strammen Schuss.

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Das Geld für solche Königstransfers fließt hauptsächlich aus Moskau, denn der von hoher Armut und Arbeitslosigkeit geprägte Nordkaukasus hängt finanziell komplett am Tropf der Zentralregierung. Auch Terek Grosny aus dem benachbarten früheren Kriegsgebiet Tschetschenien ging mit Staatsgeldern auf Einkaufstour: So holte der Verein, dem der autoritäre Republikchef Ramsan Kadyrow als Präsident vorsteht, den niederländischen Superstar Ruud Gullit als neuen Trainer. Das Ziel ist klar: Die Fleischtöpfe des Europapokals.

“Ich finde es gut, dass diese Mannschaften sich verstärken“, sagte Kuranyi. “Das macht die Premier Liga insgesamt interessanter.“ Die neuen Stars sollen mehr Zuschauer in die Stadien locken, denn das Fußball-Interesse ist im Gastgeberland der Weltmeisterschaft 2018 noch stark ausbaufähig.

Kuranyi und Dynamo wollen mit aller Macht wieder in den Europapokal, nachdem das Team von Trainer Miodrag Bozovic in der vergangenen Saison den internationalen Wettbewerb als Siebter verpasst hatte. “Wir müssen konstanter werden“, forderte Kuranyi.

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Noch immer spielt Dynamo im Ausweichstadion im Moskauer Vorort Chimki, da die eigene neue Arena noch nicht fertiggestellt ist. Allzu viele Fans kommen nicht zu den Spielen. Als Unterstützung für Kuranyi, der in seiner Premierensaison immerhin neun Tore erzielte, kaufte Dynamo den früheren Bundesligaprofi Misimovic. “Das ist ein wichtiger Schritt für die Mannschaft, Topspieler zu holen, die uns weiterbringen“, kommentierte Kuranyi den Transfer. Er hatte lautstark Neuzugänge gefordert.

Kuranyi fühlt sich pudelwohl in der russischen Hauptstadt. Bei Mitspielern und Fans ist er beliebt, in der vergangenen Saison trug er gar einmal kurz die Kapitänsbinde. Bald zieht er mit seiner Frau und den zwei Kindern in ein neues Haus unweit des Trainingsgeländes.

Bei Meister St. Petersburg blieben diesmal hochkarätige Neuzugänge aus. Das Star-Ensemble des italienischen Trainers Luciano Spalletti gilt dennoch wieder als Favorit. Die Mannschaft ist eingespielt und hat bereits den ersten Titel der Saison in der Vitrine: Im Supercup gegen ZSKA Moskau siegte Zenit mit 1:0.

Entscheidend wird letztlich sein, wer am besten die dreigeteilte Spielzeit verkraftet. Bislang spielte die Premier Liga stets von März bis November. “Die Saison wirkt brutal lang“, meinte auch Kuranyi.

dpa

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