Im Kreuzfeuer der Kritik

HSV-News: Böse Attacke aus Hannover – darum wütet „96“-Boss gegen den HSV

Großer Stress zwischen dem HSV und Hannover 96: Aus Niedersachsen fliegen verbale Giftpfeile nach Hamburg. Warum ist Hannovers Präsident so sauer auf den HSV?

Hamburg – Sportlich herrscht eitel Sonnenschein. Zumindest vorübergehend. Der Last Minute-Sieg im letzten Spiel gegen den SV Sandhausen hat den bis dahin missglückten Saisonstart des Hamburger SV ein wenig aufpoliert. Um es sinnbildlich zu sagen: Es ziehen dennoch dunkle Gewitter-Wolken über dem Volksparkstadion auf – und das nicht wegen ein paar Nachläufern des Wetter-Armageddons vom Wochenende*. Nein, vielmehr gibt‘s Stress.

Der Auslöser für die HSV-News sitzt dabei nicht einmal in Hamburg. Sondern in Niedersachsen. Hannover 96-Präsident Martin Kind knallt dem HSV verbal ordentlich was vor den Kopf. Warum explodiert der 96-Boss?

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887 in Hamburg
Ligazugehörigkeit:Zweite Bundesliga
Mitglieder:84.200 (Stand: 17. August 2021)
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz

HSV-News: Hannover-Boss Martin Kind kritisiert Corona-Hilfe für HSV – „ich halte es für nicht in Ordnung“

Dass der 77-Jährige, bei den Hannoveranern nicht nur Präsident sondern auch Mehrheitsgesellschafter der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA, mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hält – dafür ist Martin Kind im deutschen Profifußball bereits hinlänglich bekannt. Zurückhaltung ist nicht sein Ding. Wann immer es irgendwo etwas zu sagen gibt – der Hannover-Präsident ist mit dabei. Wann immer es irgendwo jemanden gibt, mit dem man sich anlegen kann – Martin Kind kämpft mit offenem Visier.

Er kann es nicht fassen: Dass der HSV eine Corona-Hilfe bekommen hat, ist Hannover 96-Präsident Martin Kind ein Dorn im Auge. (24hamburg.de-Montage)

Dabei ist jetzt eine HSV-News in den Fokus geraten, die nur einige Tage zurückliegt. Die nämlich, dass der Verein aus der Elbmetropole beim Staat eine Corona-Überbrückungshilfe beantragte – und diese in einer Höhe von rund zehn Millionen Euro auch bewilligt bekommen hat. Für Martin Kind ein Unding, dass dies so passiert ist. „Ich halte es nicht für in Ordnung, wenn der Steuerzahler für die Verluste des Wirtschaftsbetriebs Fußball aufkommt“, hat der 77-Jährige bei „Bild.TV“ erklärt und hinzugefügt: „Auch wenn die Klubs formal wahrscheinlich diesen Anspruch haben.“

HSV-News: „96“-Boss schildert Situation in Hannover – hat der HSV durch Corona-Hilfe Vorteile gegenüber anderen Vereinen?

„In Hannover“, erklärt Martin Kind weiter, „stehen die Gesellschafter von Hannover 96 für die Verluste ein. Das ist ein anderes Modell.“ Der Verein aus der niedersächsischen Landeshauptstadt hat laut seines Präsidenten in den beiden zurückliegenden Jahren ein Minus von 17 Millionen Euro gemacht, hat aber – anders als die Hamburger*, die sich über die positive HSV-News und einen Geldregen freuen dürfen – keine fette Finanzspritze aus der Staatskasse bekommen.

Vielmehr muss „96“ zum Beispiel einen Großteil Ablöse für den verkauften Stürmer Marvin Ducksch, um den es im Sommer auch HSV-Transfergerüchte gab, nutzen „um diese Verluste zu verringern“, so „96“-Präsident Martin Kind bei „Bild.TV“, wo er mit Blick auf den HSV-Konkurrenten in der Zweiten Bundesliga sagte: „Auch die aktuelle Saison hat noch große wirtschaftliche Unwägbarkeiten.“ Hannover hatte Ducksch für 3,5 Millionen an Werder Bremen abgegeben und im Gegenzug den kostengünstigeren Ex-HSV-Stürmer Lukas Hinterseer verpflichtet.

HSV-News: Zweitligist aus dem Volksparkstadion erfüllt Ansprüche – darum hat der HSV zehn Millionen Euro bekommen

Die zehn Millionen Euro Corona-Hilfe, die der HSV kassiert hat, kommen aus dem Zuschussprogramm des Bundes für Unternehmen. Für diese HSV-News musste der Zweitligist aus der Stadt von Hamburger Hafen* und Michel* nachweisen, dass der Umsatz im Vergleich zu 2019 wegen Corona mehr als 30 Prozent eingebrochen ist. DIeses Kriterium hat der HSV erfüllt: Der Umsatz des Klubs ist während der Coronavirus-Pandemie von 120 Millionen Euro auf etwa rund 50 Millionen Euro gesunken – also um knappe 60 Prozent.

Ich halte es nicht für in Ordnung, wenn der Steuerzahler für die Verluste des Wirtschaftsbetriebs Fußball aufkommt.

Hannover-Präsident Martin Kind über die Corona-Hilfe für den HSV

Zuvor hatte die Stadt Hamburg um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher* (SPD) durch den besiegelten Kauf des Stadion-Grundstücks dem HSV bereits 23,5 Millionen Euro in den Geldbeutel gespült. Man könnte munkeln, dass der Verein nur noch ein teures Hobby des Hamburger Senats ist. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Rubriklistenbild: © MIS/imago & Sven Simon/imago

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare