Geld für Transfers fehlt

Hamburger SV: So pleite ist der HSV – Rauten können sich nicht mal Verteidiger Maximilian Rohr leisten

Der Hamburger SV feilscht um die Ablösesumme für Jena-Verteidiger Maximilian Rohr. Dadurch wird deutlich: Dem HSV fehlt Geld an allen Ecken und Enden. Wie kann dieses Problem behoben werden?

Hamburg – Der Hamburger SV steht vor dem finanziellen Abgrund. Nicht zuletzt aufgrund der Coronavirus-Sars-CoV-2-Krise ist der Traditionsverein arg gebeutelt, kostspielige Transfers in Millionenhöhe sind nicht zu stemmen. Doch anscheinend hat der HSV nicht einmal das nötige Kleingeld vorrätig, um Innenverteidiger Maximilian Rohr von Carl Zeiss Jena loszueisen. Es droht ein Desaster und ein Imageschaden, der irreparabel ist.

Fußballverein:Hamburger SV
Cheftrainer:Daniel Thioune
Vorsitzender:Marcell Jansen
Gründung:29. September 1887, Hamburg
Vorstand:Jonas Boldt (Sport); Frank Wettstein (Finanzen, Recht & Personal)
Ligen:2. Fußball-Bundesliga, DFB-Pokal

Hamburger SV: Fußball-Zweitligist will Ablösesumme für Jena-Innenverteidiger Maximilian Rohr drücken

Wie von 24hamburg.de-HSV berichtet, hat der bisherige Haupt- und Trikotsponsor „Emirates“ einen Abflug gemacht*. Zudem zeigt HSV-Investor Klaus-Michael Kühne kein Bestreben mehr, weiterhin für die Namensrechte am Volksparkstadion zu zahlen. Zu allem Überfluss stellt das Coronavirus-Sars-CoV-2 den Hamburger SV vor ein noch nie gekanntes Problem. Aufgrund der Pandemie dürfen keine Zuschauer in die Spielstätte der Rothosen, die Kassen bleiben leer.

Dino Hermann und der Hamburger SV brauchen dringend Geld für Transfers. Doch woher nehmen und nicht stehlen? (24hamburg.de-Montage)

Zwar haben die Hanseaten ein Hygiene-Konzept entwickelt*, mit dem es möglich sein soll, dass schrittweise bis zu 25.000 Fans wieder den Heimspielen des HSVs beiwohnen dürfen. Doch stellt sich die Hamburger* Politik, allen voran Innensenator Andy Grote (SPD)*, noch quer. Zu sehr überwiegen die gesundheitlichen Bedenken hinsichtlich einer zeitnahen Fan-Rückkehr. Schnell wird klar: Jonas Boldt, Sportvorstand des Hamburger SVs, hat mit reichlich Widerständen zu kämpfen, die Transfers blockieren.

Immerhin: Wie von 24hamburg.de-HSV in aller Ausführlichkeit geschildert, konnte mit der Verpflichtung von Zweitliga-Bomber Simon Terodde* eine Transfer-Sensation gelandet werden. Ein Transfer, der nur unter freundlicher Mithilfe vom abgebenden Verein, dem 1. FC Köln, realisiert werden konnte. Denn die „Geißböcke“ streichen lediglich eine Ablösesumme von einer Million Euro für den routinierten Stürmer ein. Darüber hinaus verzichtet Terodde auf sein fürstliches Gehalt von 2,5 Millionen Euro.

Beim Hamburger SV kassiert der 32-Jährige „nur“ noch ein Grundgehalt von 600.000 Euro. Dies entspricht der neuen Maxime von Jonas Boldt, der für HSV-Neuverpflichtungen eine Gehaltsobergrenze* eingeführt hat. Anscheinend haben die Rothosen mit dem Terodde-Transfer aber schon einen Großteil ihrer finanziellen Ressourcen aufgebraucht. Denn laut einem Bericht vom „Abendblatt“ (hinter Paywall) können die Hansestädter für einen Transfer von Carl Zeiss Jena-Innenverteidiger Maximilian Rohr nur eine geringe Summe in die Hand nehmen.

Hamburger SV: Kein Geld für Transfers da – HSV muss auf ablösefreie Spieler setzen

Die Verantwortlichen des Ostvereins beharren konsequent auf eine Ablösesumme von 500.000 Euro. Zu viel für die Hamburger, die dem Vernehmen nach lediglich 100.000 Euro für Rohr ausgeben möchten. Welchen Betrag der 25-jährige Defensivspieler letztendlich wert ist, sei dahingestellt. Jedoch ist die Diskussion um eine mögliche Verpflichtung von Maximilian Rohr sowie das Drücken der Ablösesumme ein Exempel dafür, wie prekär sich die Finanzsituation beim HSV tatsächlich gestaltet.

Neben Simon Terodde haben die Hamburger bisher den Mittelfeld-Abräumer Klaus Gjasula* sowie Abwehr-Spezialist Toni Leister als Neuzugänge für die Spielzeit 2020/2021 vorgestellt. Für beide Spieler musste keine Ablöse gezahlt werden. Dies könnte zukünftig noch öfter der Fall sein, können sich die Rothosen doch längst nicht mehr in der obersten Preisklasse bedienen. Abhilfe könnte beispielsweise durch zahlungskräftige Investoren und Sponsoren geschaffen werden. Immerhin hat der HSV einen neuen Hauptsponsor gefunden*. Orthomol wird zukünftig das Trikot zieren.

Es ist bereits im Gespräch, die Namensrechte am Volksparkstadion an den Meistbietenden zu veräußern. Sehr zum Unmut der HSV-Fans, die ihren Protest auf kreative Art und Weise kundtun*. Den eingeschworenen Supportern der Hamburger ist die finanzielle Schieflage ihres Vereins zwar bewusst. Doch sind sie sich auch im Klaren darüber, dass Neuverstärkungen alternativlos sind, um im dritten Anlauf in die 1. Fußball-Bundesliga aufzusteigen.

Hamburger SV: Bundesliga-Abstieg und Coronavirus machen HSV schwer zu schaffen

Ob mit oder ohne Maximilian Rohr, wird die nahe Zukunft zeigen. Bedingt durch Unterbrechungen und Verzögerungen, die aus einer spielfreien Coronavirus-Sars-CoV-2-Zeit zwischen März und Mai 2020 resultieren, beginnt die neue Spielzeit erst Mitte September 2020. Das Transferfenster ist an diesen Umstand angepasst worden, bis einschließlich 5. Oktober können Spieler ge- und verkauft werden.

Bis dahin könnte ein knallharter Poker um die Personalie Maximilian Rohr entstehen, der am Ende nur schonungslos darlegt, wie katastrophal der Hamburger SV in den vergangenen Jahren gewirtschaftet hat. Natürlich hat der Bundesliga-Abstieg 2018 dafür gesorgt, dass die Einnahmen in allen Bereichen zurückgegangen sind.

Und auch durch die Pandemie sieht sich der HSV, wie aber auch jeder andere Verein, mit einer noch nie dagewesenen Extremsituation konfrontiert. Doch wenn nicht einmal mehr 500.000 Euro für einen Transfer zu stemmen sind, ist die Lage mehr als bedrohlich. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

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