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"Krieg zweier Monster" in Spanien

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In der vergangenen Saison gewann der FC Barcelona bei Real Madrid mit 6:2. Zweifacher Torschütze: Lionel Messi. © dpa

Madrid - Spanien fiebert dem spannendsten Fußball-Klassiker seit 50 Jahren entgegen. Real Madrid gegen FC Barcelona - ein Spiel der Superlative.

Im “Duell der Giganten“ zwischen Cristiano Ronaldos Real Madrid und Lionel Messis FC Barcelona geht es an diesem Samstag nicht nur um das Prestige, sondern auch um die Meisterschaft. Zwar stehen danach noch sieben weitere Spieltage an. Beide Clubs sind aber überzeugt: Wer den “Clásico“ in Reals Bernabéu-Stadion gewinnt, der holt auch den Titel.

Seit der Saison 1959/60 war der Kampf der beiden Erzrivalen um die Vorherrschaft in der Primera División nicht mehr derart ausgeglichen. Beide Clubs haben 77 Punkte, die “Königlichen“ führen die Tabelle vor Titelverteidiger Barça lediglich wegen der um einen Treffer besseren Tordifferenz an. Die Überlegenheit des Top-Duos ist so erdrückend, dass der Abstand auf den drittplatzierten FC Valencia schon 21 Punkte beträgt. Die Sportzeitung “Marca“, die täglich 15 Seiten mit dem “Clásico“ füllt, nennt es das “Spiel des Jahrtausends“, und selbst “El País“ spricht von einem “Krieg zweier Monster“. Und wer den im Stadion miterleben möchte, muss auf dem Schwarzmarkt 1000 Euro und mehr für ein Ticket berappen.

FC Barcelona - ein Porträt

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Der “Clásico“ ist auch ein Duell der Superstars auf beiden Seiten: Kraftpaket Ronaldo gegen den eher zierlichen Messi, genannt “La pulga“ (Der Floh). Der extrovertierte Portugiese hat 18 Liga-Tore auf dem Konto, der schüchterne Argentinier führt die Torjägerliste mit 26 Treffern an. “Messi ist ein genialer Spieler, aber ich bin größer und breiter“, scherzte der 25-Jährige. Doch dann wurde er ernst: “Wenn wir nicht gewinnen, wäre das schon ein Fiasko. Dass ein Club wie Real in der Saison völlig leer ausgeht, ist doch nicht normal.“

“Cristiano ist einer der ganz Großen“, sagt auch Messi, der mit seinen 22 Jahren nach seinem Geniestreich gegen den FC Arsenal in der Champions League derzeit als “Fußball-Gott“ gefeiert wird. Dass er auch gegen die “Königlichen“ vier Tore erzielen könnte, glaubt der Weltfußballer aber nicht. “Mit einem 1:0 wäre ich auch zufrieden.“ Dennoch lautet die größte Sorge bei den Madrilenen: Wie stoppen wir diesen Kerl? Diese Aufgabe wird vor allem Sergio Ramos zukommen.

Im Bernabéu-Stadion treffen am Samstag zwei Fußballwelten aufeinander. Der FC Barcelona von Trainer Josep Guardiola hat im vergangenen Jahr mit einem bestens eingespielten Team alle sechs möglichen Titel geholt, darunter die spanische Meisterschaft und die Champions League. Real Madrid ging dagegen leer aus und besorgte sich die nötige Schlagkraft per Scheckheft: Für 250 Millionen Euro kamen Fußball-Ikonen wie Cristiano Ronaldo, Kaká & Co. In den Wettbüros wird Rekordmeister Real Madrid als Hausherr leicht favorisiert - zumal die “Königlichen“ in dieser Saison alle 15 Spiele im eigenen Stadion gewonnen haben.

Nach Ansicht von Bernd Schuster, der 2008 als bislang letzter Coach mit Real einen Sieg über die Katalanen schaffte, haben die Madrilenen den Erfolg auch nötiger: “Für sie wäre eine Niederlage umso schmerzhafter, weil sie bereits aus der Champions League ausgeschieden sind.“ Das Team von Trainer Manuel Pellegrini ist scharf auf eine Revanche: In der vorigen Saison deklassierte der FC Barcelona den Erzrivalen in Madrid mit 6:2.

Innenverteidiger Christoph Metzelder, der damals mit seiner Mannschaft im Angriffswirbel von Messi & Co. unterging, wird diesmal wohl nicht dabei sein. Bei Real wird zudem Kaká - für ihn soll Ex-HSV-Kapitän Rafael van der Vaart spielen - bei Barca Zlatan Ibrahimovic fehlen. Die Statistik spricht für die Gastgeber: Real gewann 68 der 159 bisherigen Duelle, Barça 61, zudem gab es 30 Unentschieden. Vor 50 Jahren aber gingen die Katalanen mit 3:1 als Sieger vom Platz - und holten dank des besseren Torverhältnisses schließlich auch den Titel.

dpa

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