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FC Bayern: Wie es nach dem Wechselfehler in Freiburg jetzt weitergeht

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Von: Patrick Mayer

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Polarisiert die Bundesliga: der Wechselfehler des FC Bayern München in Freiburg.
Polarisiert die Bundesliga: der Wechselfehler des FC Bayern München in Freiburg. © IMAGO / MIS

Der SC Freiburg legt nach dem Wechselfehler des FC Bayern Einspruch gegen die Spielwertung ein. Was die Münchner nach dem Protest erwartet.

München/Freiburg - Macht ein Präzedenzfall die Fußball-Bundesliga* ganz vorne doch noch spannend? Der SC Freiburg hat gegen die Wertung des 1:4 (0:0) gegen den FC Bayern Einspruch eingelegt. Nachdem dem deutschen Bundesliga-Rekordmeister* im Duell beider Teams ein Wechselfehler unterlaufen ist.

Am Montagabend (4. April) gaben die Breisgauer vor Ablauf der Frist ihren Protest bekannt. Erst somit wurde wirksam, dass sich das zuständige Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der Angelegenheit annimmt, um diese sportjuristisch zu prüfen. Was droht den Münchnern im schlechtesten Fall? Warum müssen die Bayern um die drei Punkte zittern? Und wie reagiert der Bundesliga-Gigant* aus dem Süden auf die neuerliche Entwicklung. IPPEN.MEDIA verschafft einen Überblick:

Wechsel-Panne des FC Bayern: Wie geht es für die Münchner jetzt weiter? Fragen und Antworten

Was ist den Bayern in Freiburg passiert*? Nach 85 Minuten tätigten die Münchner einen Doppel-Wechsel: Niklas Süle für Corentin Tolisso, Marcel Sabitzer für Kingsley Coman. Doch: Coman blieb vorerst auf dem Spielfeld. Denn: FCB-Teammanagerin Kathleen Krüger ließ auf der Anzeigetafel die Nummer 29 anzeigen. Der 25-jährige Franzose spielt aber mittlerweile mit der Nummer 11. Es vergingen mehrere Sekunden, ehe Freiburgs Nationalspieler Nico Schlotterbeck Schiedsrichter Christian Dingert darauf aufmerksam machte, dass zwölf Münchner auf dem Platz stehen. Der Referee unterbrach daraufhin die Partie.

Die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB zwingt uns formal in eine aktive Rolle.

Stellungnahme Sport-Club Freiburg

Wie begründet der SC Freiburg seinen Einspruch? Der Sport-Club sprach von einem „unverschuldeten Dilemma. Der SC Freiburg hatte keinen Anteil und Einfluss auf die Geschehnisse rund um den Wechselvorgang. Dennoch zwingt uns die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB formal in eine aktive Rolle, um die Vorgänge rechtlich überprüfen zu lassen“, erklärten die Breisgauer in einer Mitteilung. Als Gründe werden die „Schaffung einer zukünftigen Rechtssicherheit“, „die Wahrnehmung der Gesamtverantwortung für den Verein in wirtschaftlicher als auch sportlicher Hinsicht“ sowie eine mögliche Haftung genannt.

Wechsel-Panne des FC Bayern: SC Freiburg legt Protest ein, Münchner bangen um Punkte

Was sagen die Schiedsrichter-Experten und Sportjuristen? Lutz Michael Fröhlich, Schiedsrichter-Chef beim Deutschen Fußball-Bund, sieht den entscheidenden Fehler beim Referee-Gespann um Dingert. „Im Prozessablauf gab es schon Fehler, die auf der Schiedsrichterseite gelegen haben“, sagte er. Auch DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner sieht die Verantwortung bei Schiri Dingert. „Normalerweise hätte er oder jemand aus seinem Team sich vor der Spielfortsetzung vergewissern müssen, dass die Anzahl der Spieler stimmt. Das hat er nicht gemacht und somit ist es ein Fehler des Schiedsrichters“, erklärte Wagner den Online-Portalen Spox und Goal.

Und Schiedsrichter-Experte Felix Zwayer erklärte im ZDF: „Es ist eine falsche Nummer angezeigt worden. Aber dann liegt es in der Verantwortung des Schiedsrichterteams, einen Wechsel regelkonform durchzuführen. Die Aufgabe wird normal dem Vierten Offiziellen übertragen.“

Im Video: SC Freiburg legt Einspruch ein - FC Bayern muss um Punkte zittern

Was droht den Münchnern im schlechtesten Fall? Dass die Partie 0:2 gegen die Bayern gewertet wird und dem deutschen Rekordmeister drei Punkte abgezogen werden. Entschieden wird am sogenannten Grünen Tisch, also nach den rechtlichen Regeln. Das DFB-Sportgericht könnte laut Bild den Bayern die Verantwortung geben, indem es Paragraf 17, Punkt 4 der Rechts- und Verfahrensordnung heranzieht. Danach müsste Sabitzer als zwölfter Mann als „nicht spielberechtigt“ bewertet werden. Das ist laut Zwayer aber normalerweise nur ein Spieler, der „nicht im Spielbericht steht“. Coman sei „ein grundsätzlich spielberechtigter Spieler“ gewesen. Laut Bild könne es auch eine Spielwiederholung geben - oder es bleibt beim 4:1 (0:0) für den FC Bayern München.

Wie geht es für den FC Bayern nach dem Einspruch jetzt weiter? Geduld ist gefragt. Das zuständige DFB-Sportgericht werde nun zunächst Stellungnahmen von den Verfahrensbeteiligten einholen, teilte der DFB am Montagabend mit: „Nach Vorliegen und Auswertung der Stellungnahmen wird das Gremium über den weiteren Fortgang des Verfahrens entscheiden.“ In jedem Fall wird die Wechsel-Panne zum Präzedenzfall. (pm) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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