Remis in Wolfsburg

«Das nervt»: RB Leipzigs holprige Bayern-Jagd

Julian Nagelsmann
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Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann konnte mit seiner Mannschaft nicht in Wolfsburg gewinnen. Foto: Michael Sohn/AP Pool/dpa

Zwei Mal hätte RB Leipzig den FC Bayern in diesem Jahr schon in der Tabelle überholen können. Zweimal klappte das nicht. Auch das 2:2 in Wolfsburg zeigte, dass dem Tabellenzweiten für den Sprung nach ganz oben die Beständigkeit fehlt.

Wolfsburg (dpa) - Das Bemerkenswerte an der Bayern-Jagd von RB Leipzig ist: Man kriegt nicht so genau mit, ob sie überhaupt jagen oder nicht.

Selbst der ehrgeizige Trainer Julian Nagelsmann sagte nach dem vermeidbaren 2:2 (1:2) beim VfL Wolfsburg: «Ich thematisiere nicht das Bayern-Jagen, sondern unser eigenes Punkte-Sammeln.» Und genau das ist im Moment ein Problem.

Denn seit der Tabellenführer und Serienmeister Bayern München seit Ende November für jedermann sichtbar ungewohnte Schwächen zeigt, haben die Leipziger selbst eine Menge Punkte liegen gelassen. Beim 1:3 gegen Borussia Dortmund spielte der Tabellenzweite kaum Chancen heraus. Beim 2:2 in Wolfsburg war nun wie schon beim 0:0 gegen den 1. FC Köln das Problem, viel zu viele Chancen nicht genutzt zu haben.

Was auch immer die Ursache ist, das oberste Credo aller Bayern-Jäger lautet immer noch: «Wenn die Bayern schwächeln, müssen die anderen Mannschaften da sein!» Nagelsmann selbst hat das 2019 nach seinem Wechsel zu RB der «Bild am Sonntag» so gesagt. Allein: «Da» sind im Moment weder die Leipziger, noch die Dortmunder und schon gar nicht Bayer Leverkusen, die noch vor einem Monat als Tabellenführer in ihr Spiel gegen Bayern München (1:2) gingen.

Bei dieser nahezu pausenlosen Abfolge von Spielen während der Corona-Zeit ist es kaum möglich, über einen langen Zeitraum beständig Höchstleistungen zu bringen. Genau das ist aber wohl die Voraussetzung, um eine Erfolgsmaschine wie den FC Bayern stoppen zu können. Der Umgang mit Erfolg, der Umgang mit Belastungen: Darin haben die Bayern den Leipzigern eine jahrelange Erfahrung voraus. Deren fehlende Beständigkeit zeigte sich am Samstag in Wolfsburg aber schon während einer einzigen Partie.

RB begann stark und ging durch Nordi Mukiele in der vierten Minute in Führung. RB spielte auch eine genauso starke zweite Halbzeit, in der Willi Orban wenigstens noch den Ausgleich schaffte (54.). Dazwischen lag aber ein etwa halbstündiger Leistungseinbruch, den der VfL zu zwei Treffern durch Wout Weghorst (22.) und Renato Steffen (35.) nutzte. «Wir hatten leider wieder 30 Minuten drin, in denen wir nicht auf unserem höchsten Level gespielt haben», sagte Torwart Peter Gulacsi hinterher. «Das können wir uns in der Bundesliga nicht erlauben. Vor allem nicht, wenn wir oben mitspielen wollen.»

Hinzu kommt: Unter Nagelsmann schafft es der Champions-League-Teilnehmer zu selten, gegen andere Spitzenteams zu gewinnen. Drei Unentschieden und zwei Niederlagen ist in dieser Saison bislang die Bilanz aus den Spielen gegen Bayern, Dortmund, Leverkusen, Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach. Bereits in der vergangenen Saison gewann RB von den zehn Duellen mit diesen fünf Teams nur eines. «Das nervt, das stimmt», sagte Sportdirektor Markus Krösche über diesen Makel. «Aber aufgrund der zweiten Halbzeit hier in Wolfsburg kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen.»

Die nächste Chance, endlich mal einen Gegner aus den Top 6 der Tabelle zu schlagen, bietet sich bereits am Mittwochabend gegen das Überraschungsteam von Union Berlin (20.30 Uhr/Sky). «Das ist der nächste Gegner, der einen super Lauf hat. Da wollen wir die drei Punkte unbedingt holen», sagte Gulacsi.

© dpa-infocom, dpa:210117-99-58690/2

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