DFB-Pokal: Beim 1:0 der Wölfe gegen die Badener vergreift sich der Freiburger Fußball-Lehrer im Ton – und das leider nicht zum ersten Mal

Christian Streich: Fairplay geht anders

Fußball-Lehrer und studierter Pädagoge: Freiburgs Trainer Christian Streich geht nach dem Schlusspfiff auf das Unparteiischen-Team los.
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Fußball-Lehrer und studierter Pädagoge: Freiburgs Trainer Christian Streich geht nach dem Schlusspfiff auf das Unparteiischen-Team los.

Wolfsburg. Ein wiederholt zeternder Freiburger Trainer beim DFB-Pokal-Viertelfinale in Wolfsburg: Christian Streich will Tobias Stielers Strafstoß-Entscheidung in der 71. Minute und des Referees Nicht-Strafstoß-Entscheidung in der 75. Minute bis heute nicht wahr haben.

Die Situationen müssen an dieser Stelle nicht weiter analysiert werden. In der 71. Minute ist Wolfsburgs Daniel Caligiuri in vollem Tempo, als ihn Freiburgs Julian Schuster berührt, wenn auch nur leicht. Und das reicht, aus dem Tritt zu kommen. Jeder, der mal Verteidiger gespielt hat, weiß, dass es im Zweikampf oft schon reicht, den Stürmer nur leicht zu touchieren, um ihn aus dem Konzept zu bringen. Weg ist der Ball. Und ein klares Foul.

Und vier Minuten später ist der Zweikampf zwischen Maximilian Arnold (VfL) und Felix Klaus (SC) im Strafraum der Wölfe okay. Mitnichten ein unerlaubter Einsatz von Arnold – wenn man abpfeift, und das wäre eventuell taktisch klug gewesen, dann Stürmerfoul von Klaus, der sein Gesäß zuerst ziemlich robust gegen Arnold schiebt. Regeltechnisch zählt dann dieses erste Vergehen, und das müsste als direkter Freistoß für die verteidigende Mannschaft, also den VfL Wolfsburg, geahndet werden.

„Wahnsinn“, schimpft Christian Streich. Ein „Wahnsinn“ ist eher das Verhalten des Freiburger Coaches. Wer Christian Streich über die Jahre an der Seitenlinie beobachtet, weiß, wie schwer es der Fußball-Lehrer regelmäßig den Unparteiischen macht. Nicht von ungefähr musste er häufiger bereits wegen unfairen Verhaltens die Konsequenzen tragen – Tribüne und Geldstrafe gehören zur Karriere Streichs dazu. Liebevolle Bezeichnungen in manchen Medien wie „Freiburger Freigeist“, „Kulttrainer“ oder „Kauz“ kommen dem aufmerksamen Beobachter dann leider nicht mehr über die Lippen. Solche Titulierungen greifen zu kurz.

Dabei weiß dieser spezielle „Kauz“ eigentlich genau, dass er bei Tobias Stieler auf Granit beißt: So hatte der 33-jährige Jurist aus Hamburg Christian Streich am 24. August 2013 in der Auswärtspartie bei der TSG Hoffenheim schon in der ersten Halbzeit mit Recht auf die Tribüne verwiesen. (Pfiff der Woche vom 26. August 2013) 5000 Euro Geldstrafe für den Freiburger Coach folgten.

Übrigens: Christian Streich ist studierter Pädagoge – also jemand, der eigentlich vernünftig mit Menschen umgehen und ihnen etwas beibringen soll. Vorbild sein soll. Selbst bei Fehlern, die in diesem Viertelfinale allerdings gar nicht passieren. Tobias Stieler (Hamburg), seit 2012 in der Bundesliga und seit 2014 zudem FIFA-Referee, leitet gut. Ein Vorbild, das ist Christian Streich in dieser DFB-Pokalwoche gewiss nicht. Fairplay geht anders.

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