Van Gaal bleibt, BVB souverän, Gladbach hofft

Düsseldorf - Party in Dortmund, Kater in München. Doch auch nach drei Niederlagen in Serie hält der Rekordmeister an Trainer Louis van Gaal fest. Das Bundesliga-Wochenende im Überblick.

Die dritte Niederlage innerhalb von acht Tagen hat die sportliche Krise beim FC Bayern München dramatisch verschärft. Im Mittelpunkt der Kritik steht Trainer Louis van Gaal. Doch am Abend berichtete tz-online, dass der 59 Jahre alte Holländer eine weitere Chance erhalten soll. Während die bei Hannover 96 1:3 unterlegenen Bayern nach dem Pokal- und Meisterschafts-Aus auch noch um die Champions-League-Teilnahme bangen müssen, können die Himmelsstürmer von Borussia Dortmund den Sekt für den Titelgewinn wohl schon kaltstellen. “Bei dem Vorsprung wäre es ja albern, wenn wir nicht Meister werden wollen“, sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Im Tabellenkeller haben sich Werder Bremen (28 Punkte) mit dem 3:1 am Sonntag beim SC Freiburg, der VfB Stuttgart (25 Punkte) und Borussia Mönchengladbach (22) mit Siegen zurückgemeldet. Den ersten Werder-Erfolg nach sechs Spielen ohne dreifachen Punktgewinn machten Sandro Wagner, Claudio Pizarro und Marko Marin perfekt. Für Freiburg erzielte Torjäger Papiss Demba Cissé per Foulelfmeter das zwischenzeitliche 1:1. Für ihn war es der 17. Saisontreffer. Bremen verbesserte sich auf Rang 14.

Matchwinner beim 4:2 des FSV Mainz 05 im zweiten Sonntag-Spiel beim Hamburger SV war André Schürrle mit zwei Treffern zum 1:1 (56.) und zum 3:2 (82.). Florian Heller (88.) machte den FSV-Erfolg perfekt. Mainz zog mit 43 Zählern an Bayern München (42) vorbei. Der HSV bleibt Siebter.

Eintracht Frankfurt (28) und der 1. FC Kaiserslautern (25) bleiben nach dem 0:0 im direkten Duell in der Rückrunde sieglos, die Hessen sind zudem seit 723 Minuten ohne Torerfolg.

Mit fünf Punkten Rückstand auf Rang drei hat der FC Bayern fast alle Saisonziele verspielt. “Wir haben acht katastrophale Tage hinter uns“, sagte Clubchef Karl-Heinz Rummenigge. Präsident Uli Hoeneß forderte Konsequenzen: “Man muss handeln und nicht reden.“ Beim Tabellendritten Hannover ergaben sich die Münchner ohne große Gegenwehr und kassierten die siebte Niederlage. Jubelstimmung hingegen bei den Niedersachsen. “Dass wir an Europa denken, ist völlig klar und auch völlig logisch“, sagte Trainer Mirko Slomka.

Der würdige Nachfolger des noch amtierenden Titelträgers ist längst gefunden. Mit zwölf Punkten Vorsprung führen die Dortmunder nach dem 1:0 über den 1. FC Köln die Tabelle an. “Wenn man so gut im Rennen liegt, will man das Ding auch gewinnen“, sagte BVB-Keeper Roman Weidenfeller. Den Siegtreffer für den souveränen Spitzenreiter erzielte Robert Lewandowski.

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

Erster Verfolger bleibt Bayer Leverkusen. Beim 3:0 gegen den VfL Wolfsburg rückte erneut die Diskussion über Michael Ballack in den Mittelpunkt. Der Nationalspieler war nicht für die Startelf vorgesehen, wollte sich aber auch nicht auf die Bank setzen. “Er hat mir gesagt, dass er so, wie es im Moment aussieht, der Mannschaft nicht von der Bank aus helfen kann“, erklärte Bayer-Coach Jupp Heynckes und betonte, es sei eine gemeinsame Entscheidung gewesen.

Im Abstiegskampf hat sich Borussia Mönchengladbach noch längst nicht aufgegeben. Unter dem neuen Coach Lucien Favre gewann die zuvor in 13 Heimspielen sieglose Elf bereits zum zweiten Mal nacheinander vor eigenem Publikum. Allerdings kam der 2:0-Sieg gegen eine lustlose Elf von 1899 Hoffenheim zustande. Dennoch ist der Glaube an den Klassenverbleib gewachsen. “Jeder kann die Tabelle sehen, das wird schwer. Aber es ist noch möglich“, meinte Favre.

Verbessert hat sich auch der VfB Stuttgart. Die Schwaben feierten mit dem 1:0 gegen Schalke 04 den zweiten Sieg in Serie. Allerdings musste ein zweifelhafter Elfmeter zum Siegtreffer durch Zdravko Kuzmanovic herhalten. “Ich wundere mich, dass die Unparteiischen eine gewisse Verantwortungslosigkeit an den Tag legen“, meinte Schalke-Coach Felix Magath. Der gefoulte Verteidiger Benedikt Höwedes fiel auf den Rasen, bekam beim Aufstehen den Ball an die Hand und sah dafür die Rote Karte. “Absolute Fehlentscheidung“, meinte Höwedes.

“Mann des Tages“ beim seit sieben Spielen unbesiegten 1. FC Nürnberg war Christian Eigler, dem beim 5:0-Sieg gegen den FC St. Pauli gleich vier Treffer gelangen. “Wir wollen den Sieg nicht überbewerten. Es kommen noch schwere Gegner auf uns zu“, sagte Eigler, der erstmals als Profi vier Tore in einer Partie erzielte.

dpa

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