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Mit den Augen des Falken ins Pokalfinale

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Felix Brych am 18. Oktober 2013 in Sinsheim: Das Spiel mit dem sogenannten „Phantom-Tor“. Der WM-Schiedsrichter Brych wird am heutigen Abend das DFB-Pokal-Finale von Berlin erstmals in Deutschland mit Unterstützung der Torlinientechnik leiten, so dass Situationen wie in der Partie zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen ausgeschlossen sein dürften.
Felix Brych am 18. Oktober 2013 in Sinsheim: Das Spiel mit dem sogenannten „Phantom-Tor". Der WM-Schiedsrichter Brych wird am heutigen Abend das DFB-Pokal-Finale von Berlin erstmals in Deutschland mit Unterstützung der Torlinientechnik leiten, so dass Situationen wie in der Partie zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen ausgeschlossen sein dürften. © imago

Wolfsburg/Berlin. Der DFB weiß, worum es geht: In die Relegation schickt er durchweg seine erfahrensten Referees. Deniz Aytekin (Oberasbach) zeigte beim 1:1-Unentschieden in Hamburg zwischen dem HSV und dem Karlsruher SC eine souveräne Leistung.

Das Rückspiel am kommenden Montag im Karlsruher Wildpark leitet FIFA-Kollege Manuel Gräfe (Berlin). Aber besonders im Blickpunkt steht am morgigen Sonnabend Deutschlands WM-Schiedsrichter Dr. Felix Brych (München).

Um 20 Uhr pfeift der 39-jährige Jurist vom SV Am Hart München das Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg an. Millionen Zuschauer in und außerhalb Deutschlands werden die Partie anschauen. Als wenn das nicht schon Druck genug wäre, nein: Am morgigen Sonnabend wird im Olympiastadion das erste Mal die neue Torlinientechnik („Hawk-Eye“, zu deutsch „Falkenauge“) eingesetzt. Alle Welt wird schauen, ob das alles auch vernünftig funktioniert.

Und nicht nur das: Als Stefan Kießling am 18. Oktober 2013 in der Partie der TSG 1899 Hoffenheim gegen Bayer Leverkusen das Leder von außen durch ein Loch im Tornetz einköpft, da hieß der Schiedsrichter, ja: Felix Brych (Pfiff der Woche vom 20. Oktober 2013).

Solche Geschichten kann nur der Fußball schreiben: Es ist nur zu gerecht, dass Deutschlands Top-Referee, der im vergangenen Jahr das Europa-League-Endspiel zwischen dem FC Sevilla und Benfica Lissabon in Turin leitete und bei der WM in Brasilien pfiff, nun die neue Hawk-Eye-Technik einweihen darf. Mark Borsch und Stefan Lupp werden bei dieser Premiere im Olympiastadion die Schiedsrichter-Assistenten sein, als Vierter Offizieller wird Robert Hartmann fungieren.

So funktioniert das Hawk-Eye-System

Ähnlich, wie bei GoalControl, kommen auch beim Hawk-Eye-System Kameras zum Einsatz.
Ähnlich wie bei GoalControl kommen auch beim Hawk-Eye-System Kameras zum Einsatz. © dpa

Sportbegeisterte Zuschauer kennen das Hawk-Eye-System schon lange: Es wird unter anderem im Tennis eingesetzt. Verwendet werden zahlreiche Hochgeschwindigkeitskameras, die das Spielfeld in Tornähe aus verschiedenen Perspektiven aufnehmen. Aus den Bildern errechnet der Computer die genaue Position des Balles. Geht der Ball mit vollem Durchmesser zwischen Pfosten und Latte über die Torlinie, also ins Tor, erhält der Unparteiische ein akustisches und optisches Signal. Für die Zuschauer wird das Ganze anschließend als 3D-Animation dargestellt. Bei der WM in Brasilien wurde ein technisch ähnliches System eingesetzt: GoalControl.

Erfahrene Referees auch in der Zweitliga-Relegation

Kiel/München. Auch in den Begegnungen um den Aufstieg zur zweiten Bundesliga zwischen Holstein Kiel und dem TSV 1860 München kommen zwei erfahrene „alte Hasen“ zum Einsatz: Das heutige Hinspiel in Kiel leitet Florian Meyer (Burgdorf). Für das Rückspiel am Dienstag in der Allianz-Arena ist Knut Kircher (Rottenburg) angesetzt. Wenn man die Spiele zusammenzählt, leiteten Meyer und Kircher fast 750 Erst- und Zweitliga-Partien, plus nahezu 20 Jahre FIFA-Liste: Das sind exzellente Voraussetzungen dafür, solch brisante Spiele über die Bühne zu bringen.

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