Fußball – 2. Bundesliga: 1. FC Magdeburg muss das umstrittene Unentschieden noch verarbeiten

Zwischen Frust und Diskussionen

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Aufruhr vor dem Tor: Nils Butzen (v.l.), Jasmin Fejzic, Christian Beck, Philip Türpitz, Alexandar Ignjovski, Christopher Handke und Dennis Erdmann monieren Abseits. Schiedsrichter Thorben Siewer lässt sich auf keine Diskussionen ein.

Magdeburg. Aufarbeiten, runterkommen und den Blick wieder nach vorn richten: Ganz so einfach ist das diese Woche nicht für Spieler und Trainer des 1. FC Magdeburg.

Der Frust sitzt tief nach diversen fragwürdigen Entscheidungen des Unparteiischen in der Partie gegen den FC Ingolstadt. Direkt nach dem Spiel waren die Reaktionen dann auch entsprechend emotional.

„Er hat mich nicht nur gestreichelt, das war Rot.“ Björn Rother war richtig sauer. Als der Mittelfeldspieler nach Abpfiff in der Mixed-Zone hielt, lief im Fernsehen gerade noch einmal die Szene mit der Rudelbildung kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit. Rother sprach von blauen Flecken auf seinem Rücken, entstanden durch die Kniffe von Ingolstadts Benedikt Gimber. „Die Bilder sind eindeutig, er muss runter.“ Sich zu beruhigen, fällt dem 22-Jährigen nicht leicht. Auf dem Weg in die Kabine habe er „dem fairen Sportsmann meine Meinung gesagt, was er da macht, wenn er mir in den Rücken kneift.“ Er sei auch deutlich geworden, so Rother. „Damit kam er dann nicht klar.“ Das Geschrei auf Ingolstädter Seite sei dementsprechend groß gewesen. Fast die gesamte Mannschaft sei dann dazugestoßen und habe mitmischen wollen. „Ich glaube, die waren auch sehr unzufrieden mit ihrer eigenen Leistung.“ Noch auf dem Weg in die Kabine sei es sehr hitzig gewesen. Doch Trainer Jens Härtel habe es geschafft, seine Schützlinge zu beruhigen. Dennoch: Der Ärger über die Entscheidungen des Schiedsrichters hallte noch nach. Auch bei Christian Beck. „Das war eine sehr bittere erste Halbzeit für uns“, gab sich der Stürmer sehr diplomatisch. „Eigentlich müssen wir mit 2:0 oder 3:0 in die Pause gehen.“ Doch langes Lamentieren bringe nichts. „Vielleicht ist das Glück ja mal auf unserer Seite“, meinte Beck augenzwinkernd.

Richtig sauer war hingegen Torwart Jasmin Fejzic. Er wollte sich nicht darauf einlassen, über jedes seiner Tore, die er fängt, zu diskutieren. „Ich wurde definitiv behindert“, sagte er über den Moment, als per Freistoß der Gegentreffer fiel. Und auch für Trainer Härtel stellt sich die Torwartfrage zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Torwart behindert oder nicht. „Er hat nicht so viel draufgekriegt in den Spielen, weil wir es bisher gut verteidigt haben“, sagte der Cheftrainer. „Von einem Torhüterproblem möchte ich jetzt noch nicht sprechen.“ Dennoch gestand Härtel ein, dass der Ball „nicht ganz unhaltbar“ gewesen sei. Große Analysen seien nicht geplant, intern werde das Thema aber durchaus angesprochen. Das könnte für Ersatzkeeper Alexander Brunst, der im DFB-Pokalspiel gegen Darmstadt einen guten Job gemacht hat, eine Chance sein.

Vielleicht steht er schon heute zwischen den Pfosten, wenn der 1. FC Magdeburg ein Testspiel gegen Rot-Weiß Erfurt bestreitet. Anpfiff auf dem Barleber Anger ist 17 Uhr.

Von Sabine Lindenau

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