Internationale German Open der 20er-Jollenkreuzer auf dem Arendsee / Starker Wind und Regen zur Eröffnung

Zweifacher Olympiasieger ist Top-Favorit

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Thomas Flach (v.l.) mit seinen beiden Crewmitgliedern Sven Diedering und Harald Schaale sind die Favoriten der German Open.

ann Arendsee. Thomas Flach ist in dieser Woche der Star der Internationalen German Open der 20er-Jollenkreuzer auf dem Arendsee. Denn der 61-jährige Berliner hat in seiner langen Seglerlaufbahn Titel gesammelt wie andere Briefmarken.

Die beiden größten Erfolge feierte der gebürtige Potsdamer 1988 und 1996 mit den Olympiasiegen in Seoul (Busan) und Atlanta (Savannah). Gemeinsam mit Jochen Schümann und Bernd Jäkel holte er Gold in der Drei-Mann-Boot-Soling-Klasse. Elf Jahre von 1985 bis 1996 gehörte Flach zum Team von Jochen Schümann. „Es war eine tolle Zeit“, schaut Flach zurück.

Doch die Kontakte zum besten Segler der Welt sind nach der aktiven Zeit deutlich weniger geworden. Auch weil Schümann, der seit der Wende bereits in Oberbayern lebt, nur noch selten in seine alte Heimat Berlin zu Besuch ist. „Ein bis zweimal im Jahr treffen wir uns mit Jäkel und Schümann zu einem gemütlichen Beisammensein noch“, berichtet Flach, der am Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten Berlin beschäftigt ist. Auf die beiden Olympiasiege wird er in Segelkreisen immer wieder angesprochen und ist ein gefragter Gesprächspartner und Fachmann, wie beim Wettkampf in dieser Woche in Arendsee. Segeln ist und bleibt eine Randsportart und die beiden Olympiasiege haben dem Berliner finanziell keine Reichtümer beschert. Dennoch ist Thomas Flach weiter ein Segler mit Leib und Seele, wenn auch er seit einigen Jahren die Sportart als reines Hobby betreibt.

Im Gegensatz zu Thomas Flach ist Jochen Schümann zwar immer noch ein gefragter Experte in Sachen Segeln, aber nicht mehr sportlich und beruflich aktiv. Schümann genießt im weitesten Sinne den Ruhestand. Thomas Flach, der auch Vorsitzender des Berliner Tourenseglerclubs Blau-Weiß ist, segelt hingegen nach der großen Soling-Karriere jetzt bei den 20er-Jollenkreuzer erfolgreich mit. Neben den beiden Olympiasiegen 1988 und 1996 holte der heute 61-Jährige in der Soling-Disziplin zwei Europameistertitel, vier DDR-Meistertitel sowie mehrere Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften. Zudem konnte Thomas Flach mit seiner Crew elf Deutsche Meistertitel nach Berlin holen. Dass der Olympiasieger auch die German Open in Arendsee gewinnt, gilt in Favoritenkreisen als relativ sicher. Er selbst bleibt wie immer in seiner Laufbahn bescheiden. „Unter den ersten drei Teams wollten wir schon kommen“, merkt der sympathische zweifache Olympiasieger an. Die Vorregatta zu den Geman Open und das „Weiße Band vom Schramper Eck“ konnte Thomas Flach mit seiner Crew am vergangenen Wochenende bereits gewinnen. Am morgigen Donnerstag, dem Finaltag, wird sich nach acht Wettkampffahrten zeigen, ob Thomas Flach mit Sven Diedering und Harald Schaale die inoffizielle Deutsche Meisterschaft für sich entscheiden und damit ihren ersten Auftritt in Seestadt krönen können.

Der Auftakt war auf jeden Fall vielversprechend, Die Flach-Crew gewann die erste Wettfahrt und belegte im zweiten Rennen Platz drei. Noch besser lief es für den Berliner Jens Magdanz, der mit seiner Besatzung die Plätze zwei und eins einfahren konnte, somit als Tagessieger in den Hafen des Co-Ausrichters SC Arendsee zurückkehrte. Für die Lokalmatadoren Florian Stock, Tobias Barthel und Stefan Seifert vom gastgebenden Arendseer RV begannen die German Open ebenfalls ordentlich. Das Stock-Boot erreichte auf den Plätzen fünf und zwei das Zielschiff.

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