Marvin und Maurice Bogdahn beim SSV 80 Gardelegen aktiv

Zwei Defensiv-Spezialisten

Maurice (links) und Marvin Bogdahn bejubeln einen Treffer des SSV 80 Gardelegen.
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Feierten einige gemeinsame Erfolge: Maurice (links) und Marvin Bogdahn (rechts), die beide das Trikot des SSV 80 Gardelegen tragen.
  • Tobias Weber
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Gardelegen - Sie sind Brüder und wollten eigentlich schon immer zusammen in einer Mannschaft spielen. Mit Beginn der Saison 2018/2019 haben Marvin und Maurice Bogdahn ihr Ziel erreicht und tragen seit dem gemeinsam das Trikot des SSV 80 Gardelegen.

Mit Steven und Fabian Beck spielen zwei Brüder beim SSV 80 Gardelegen gemeinsam in einer Mannschaft, wobei die AZ die Beiden bereits etwas genauer unter die Lupe nahm. Doch im Kader des Fußball-Verbandsligisten findet sich noch ein weiteres Bruder-Paar, denn auch Marvin und Maurice Bogdahn tragen seit geraumer Zeit das Trikot des SSV. Der AZ standen auch diese Beiden Rede und Antwort und blicken auf ihre bisherige fußballerische Laufbahn zurück.

Der Rückkehrer

Beginnen wir mit Marvin. Er ist aktuell 26 Jahre alt und schnürte das erste Mal in der F-Jugend des SSV 80 Gardelegen seine Fußballschuhe. „Bis zur B-Jugend habe ich dann auch beim SSV gespielt. Danach habe ich eine fußballerische Pause eingelegt“, blickt er zurück. Doch mit 22 Jahren packte ihn wieder das Fußballfieber, wobei Marvin Bogdahn dann beim SV Heide Jävenitz in der ersten Männermannschaft aktiv wurde. Der Kontakt wurde dabei übrigens sehr schnell, um nicht zu sagen über familiäre Kanäle, hergestellt, denn mit Sören Kleinau stand und steht der Onkel der beiden Bogdahn-Brüder als Co-Trainer der Jävenitzer an der Seitenlinie. Marvin wurde dann bei den Heide-Kickern, die damals in der Landesklasse gespielt haben, schnell zum Stammspieler und stellte ebenso schnell unter Beweis, dass er trotz seiner Pause nichts von seinen fußballerischen Fähigkeiten verlernt hatte. Zur Saison 2018/2019 folgte dann der Wechsel zum SSV, und damit kehrte Marvin irgendwie auch zu seinen fußballerischen Wurzeln zurück.

SSV-Eigengewächs

Bruder Maurice ist fußballerisch gesehen ein absolutes SSV-Eigengewächs. „Ich habe in der G-Jugend in Gardelegen angefangen und alle weiteren Nachwuchsmannschaften auch hier durchlaufen“, berichtet der 20-Jährige. Bereits mit 17 Jahren kam Maurice, den Trainer Norbert Scheinert ob seiner gezeigten Leistungen in den Nachwuchsmannschaften natürlich längst auf dem Zettel hatte, dann auch zu seinen ersten Einsätzen in der ersten Männermannschaft. Rein sportlich gesehen, kam Maurice auch zum genau richtigen Zeitpunkt zu den Herren, denn er erlebte den nervenaufreibenden Krimi gegen den SV Liesten und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga live mit. Bereits in dieser Landesklasse-Saison überzeugte Maurice und entwickelte sich zu einem absoluten Defensiv-Spezialisten. In der Folge wurde der großgewachsene Rechtsfuß in der Landesliga zum Stammspieler des SSV und schaffte schließlich mit Gardelegen auch den Aufstieg in die Verbandsliga. Natürlich an der Seite seines Bruders.

Endlich Seite an Seite

„Wir spielen seit der Landesliga zusammen. Allerdings hatten wir das eigentlich schon immer vor, irgendwann mal gemeinsam in einem Team zu spielen“, so Marvin. „Als Marvin damals in Jävenitz gespielt hat, war es natürlich schon reizvoll, auch dort hin zu wechseln. Ich hätte das aber nur gemacht, um mit meinem Bruder zusammen zu spielen. Aber ehrlicherweise gab es von mir keine wirklichen Ambitionen, den SSV zu verlassen“, ergänzt Maurice. Ihr Ziel, einmal im gleichen Team zu spielen, haben die Beiden dann ja aber doch noch erreicht. Sowohl Marvin als auch Maurice haben ihre Stärken im defensiven Bereich. „Als wir das erste Mal gemeinsam auf dem Platz standen, war ich Innenverteidiger und Maurice hat rechts neben mir als Außenverteidiger gespielt“, erinnert sich Marvin noch genau an den Beginn der Saison 2018/2019. Auch wenn beide in der Abwehr zum Einsatz kommen, sehen sie sich keinesfalls als Konkurrenten. In fußballerischer Hinsicht ergänzen sich die beiden Brüder übrigens recht gut. „Kopfballstark sind wir beide, würde ich sagen. Während Marvin eher über seine Physis kommt, bin ich etwas schneller“, schätzt Maurice ein. „Er ist auf dem Platz eher ruhig und läuferisch stark. Aus meiner Sicht ist er aber in jedem Fall ein cleverer Verteidiger“, beschreibt Marvin die Stärken seines Bruders.

Gemeinsame Erfolge

Auf ihre schönsten Erlebnisse im gemeinsamen Trikot angesprochen, müssen beide nicht lange überlegen. „Zum einen war da natürlich der gemeinsame Aufstieg in die Verbandsliga. Aber auch der Sieg mit dem SSV beim letzten Soccer-Cup, wo wir beide zusammen gespielt haben, war schon super“, geben beide unisono zu Protokoll.

Wie es in sportlicher Sicht für die beiden Bogdahn-Brüder weitergeht, gingen die Meinungen dann aber doch etwas auseinander. „Ich will mit dem SSV 80 Gardelegen in der Verbandsliga unbedingt den Klassenerhalt schaffen. Das Team hat ohne Frage das Potenzial dazu. Wichtig ist für mich persönlich aber natürlich auch, dass ich verletzungsfrei bleibe“, blickt Maurice in die Zukunft. Sein Bruder kommt derweil ins Grübeln. „Bei mir sieht es aktuell etwas schwieriger aus. Ich hatte im August eine Operation am Knie und konnte auch danach kaum schmerzfrei trainieren oder spielen. Von daher habe ich mir natürlich auch so meine Gedanken gemacht, ob ich nicht aufhören sollte“, gibt Marvin ehrlich zu. Doch so einfach will er die sprichwörtliche Flinte dann aber doch nicht ins Korn werfen: „Ich will auf jeden Fall die Vorbereitung auf die neue Saison mitmachen.“

Blick in die Zukunft

Der corona-bedingt fußballfreien Zeit konnte Maurice indes durchaus etwas Positives abgewinnen: „Tatsächlich hatte man sich schon ein bisschen daran gewöhnt. Man hatte schon mehr Freizeit und körperlich war es natürlich auch nicht so anstrengend“. Doch das Fußballfeuer war natürlich nicht erloschen. „Als ich dann bei der ersten Trainingseinheit nach der langen Pause auf dem Platz stand, war direkt der Spaß wieder da. Besonders schön war natürlich auch, die anderen Jungs endlich mal wiederzusehen und gemeinsam auf dem Platz zu stehen“, unterstreicht Maurice. Und wenn das Knie von Bruder Marvin hält und er schmerzfrei trainieren und spielen kann, dann dürfte einer gemeinsamen Zukunft im gleichen Trikot nichts im Wege stehen.

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