Handball-Oberliga: Aufsteiger SV Oebisfelde weist mit 12:14 Punkten Ligatauglichkeit nach

Zwei Aussetzer, aber sehr viel Licht

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Spielmacher Alexander Vogel (beim Wurf) hat mit der Mannschaft des SV Oebisfelde in der Hinrunde der Mitteldeutschen Oberliga Ligatauglichkeit nachgewiesen. 

Oebisfelde. Mit 12:14-Punkten und auf Platz acht haben die Handballer des SV Oebisfelde die Hinrunde in der Mitteldeutschen Oberliga abgeschlossen. Eine ordentliche Ausbeute, die den Allerstädtern vor der Saison kaum Jemand zugetraut hat.

„Wenn man bedenkt, dass wir ohne fünf bisherige Stammspieler in die Saison gegangen sind, dann können wir bis auf wenige Ausnahmen mit dem Verlauf der Hinserie zufrieden sein“, blickt Trainer Thomas Meinel zurück.

SVO-Trainer Thomas Meinel

Die Ausgangslage für den Aufsteiger war zum Saisonstart wenig rosig. Mit Pascal Koitek und Johannes Frenkel hatten zwei Leistungsträger den SVO verlassen, die Vorbereitung wurde durch die Verletzungen von Andy Ost (Fuß), Michael Meichsner (Hand) und Phil Schliephake (Schulter) mächtig getrübt. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass die Oebisfelder daheim das Auftaktspiel gegen den HC Aschersleben mit 25:31 verloren. „Wir werden es gemeinsam packen“, versprach der Coach, was an diesem Tag wie eine Durchhalteparole klang.

Doch Trainer und Mannschaft hielten Wort, mit drei Siegen in Folge bei Einheit Plauen, gegen den HSV Apolda und beim Zwickauer HC Grubenlampe verschaffte sich der SVO ein kleines Punktepolster und stärkte sein Selbstvertrauen. Negative Seite der Erfolge, fortan wurde der Aufsteiger nicht mehr unterschätzt.

Es folgte arg ersatzgeschwächt eine unglückliche 28:30-Heimniederlage gegen Freiberg, danach leisteten sich die Altmärker einen Aussetzer beim HBV Jena (24:37). Diesen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt steckten die Oebisfelder aber sofort weg. Eine Woche später siegte die Meinel-Sieben beim USV Halle mit 23:22.

Vier Niederlagen am Stück ließen den SVO anschließend in die abstiegsgefährdete Region abrutschen. Die Niederlagen gegen die drei Spitzenteams der Liga, HC Elbflorenz II, SV Plauen-Oberlosa und HC Burgenland, die nach Einschätzung von Thomas Meinel in einer anderen Liga spielen, konnte man erwarten, der SVO-Coach bemängelte trotzdem die Leistungen seiner Jungs. „In allen drei Begegnungen müssen wir nicht so hoch verlieren. Dort waren bessere Resultate möglich.“

Im Rückblick auf den zweiten Aussetzer daheim gegen die SG Pirna/Heidenau sprach Trainer Meinel von „zwei verschenkten Punkten“, denn bei der 22:27-Niederlage ließ die Offensive zahlreiche klare Einwurfchancen ungenutzt. „Dieses Spiel hätten wir einfach gewinnen müssen.“

Der nächste Heimauftritt versöhnte die Fans, denn die HG Köthen wurde mit der bis dahin stärksten Saisonleistung unerwartet mit 26:21 bezwungen. Und der SVO legte gleich nach, knüpfte nahtlos an diese Vorstellung an und siegte auch bei Concordia Delitzsch sicher mit 25:19. „In diesen beiden Begegnungen haben wir gezeigt, dass wir in diese Liga gehören“, lobt Thomas Meinel seine Schützlinge, die mit großer mannschaftlicher Geschlossenheit ihre Erfolge eingefahren haben.

Mit 67 Treffern bester Werfer des SVO: Tim Schroeter.

Der SVO verfügt mit Thomas Drese und Manuel Weis über zwei sehr gute Torhüter, die Abwehr versteht es, schnell und fair zuzupacken. Daran haben nach seiner Verletzung auch Michael Meichsner sowie David Eckert und Nico Bischoff aus der 3. Mannschaft beigetragen, die in der Deckung gemeinsam mit Andreas Kalupke und dem Ex-Miester Steve Sauer, der den nicht einfachen Sprung von der Verbands- in die Oberliga gemeistert hat, einen starken Mittelblock bildeten. „Ich kann es David und Nico nicht hoch genug anrechnen, dass sie bei personellen Engpässen aushelfen. Sie haben uns sehr geholfen“, lobt Meinel die beiden Routiniers, die eigentlich nur noch in der Kreisliga unterwegs sind.

Im Angriff setzten insbesondere Tim Schroeter, Spielmacher Alexander Vogel und Daniel Schliephake die Akzente. Nach Verletzungen kamen zuletzt Oliver Meinel und Florian Kamm immer besser in Schwung, die Rückkehr von Phil Schliephake hat sich ebenfalls positiv ausgewirkt. Dabei sind diese Spieler laut Meinel „noch nicht wieder bei 100 Prozent“.

Die Oebisfelder sind auch selbstbewusst genug, um auch den jüngeren Spielern längere Einsatzzeiten zu geben, um diese zu entwickeln. Max Heidler, Hannes Butzek, Janis Koch und kürzlich auch Alexander Keller durften Oberliga-Luft schnuppern. Zuletzt in Delitzsch steuerte Max Heidler drei Tore zum Sieg bei, die mit Sicherheit förderlich für die Entwicklung des Nachwuchsspielers und für die gesamte Mannschaft sind.

Bevor es für den SVO in die verdienten Pause zum Jahreswechsel geht, stehen noch die ersten beiden Rückrundenspiele auf dem Programm. Am kommenden Sonntag reisen die Oebisfelder zum HC Aschersleben, am 16. Dezember ist Einheit Plauen in der Hans-Pickert-Halle zu Gast. Gegen den Tabellenletzten geht die Meinel-Sieben favorisiert ins Spiel, doch knüpft die Mannschaft an die zuletzt gezeigten Leistungen an, dann ist auch in Aschersleben einiges möglich.

Von Renee Sensenschmidt

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