Fußball – Oberliga: 1. FC Lok Stendal muss an die alten Tugenden aus der Hinrunde anknüpfen

Zurück in die Zukunft

Moritz Instenberg (r.) verkörperte zu Saisonbeginn die Tugenden, die Trainer Sven Körner sehen will. Doch im Spiel gegen Barleben (l.) riss sich Instenberg das Kreuzband und fehlt seitdem. Foto: Theuerkauf
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Moritz Instenberg (r.) verkörperte zu Saisonbeginn die Tugenden, die Trainer Sven Körner sehen will. Doch im Spiel gegen Barleben (l.) riss sich Instenberg das Kreuzband und fehlt seitdem.

Stendal. Nach der ernüchternden 1:7-Niederlage am Sonntag beim FC Einheit Rudolstadt geht man beim Fußball-Oberligisten 1. FC Lok Stendal auf Ursachenforschung. Trainer Sven Körner ließ sich bei der Kritik auch selbst nicht außen vor.

„Nach so einer Niederlage fange ich als Erstes bei mir selbst an, zu hinterfragen“, erklärte Körner. 

Grundformation? Ausrichtung? Personal? Lag der Coach in allen Punkten richtig? Nein. Daraus macht Körner keinen Hehl und ist überaus selbstkritisch. „Es war sicher nicht alles das Richtige“, gesteht er. „Ich nehme die Niederlage ein Stück weit auf meine Kappe, aber auch meine Spieler in die Pflicht.“ Denn unabhängig von Personal, Taktik und Formation – die Grundeinstellung, die viel beschworenen Grundtugenden bleiben in jeder Konstellation gleich. Doch in diesen Punkten sind die Eisenbahner am Sonntag in Rudolstadt vieles schuldig geblieben. Der Trainer will aber dennoch nicht, dass zu viel Kritik auf seine Schützlinge einprasselt. „Man muss jetzt nicht alles schlecht reden. Denn ich will nochmal betonen: Wir sind Aufsteiger!“

Fünf Jahre lief es stetig bergauf für die Lok-Kicker. Jetzt also eine völlig neue Konstellation für die junge und erfolgsverwöhnte Stendaler Mannschaft. Körner sieht indes nicht nur das Schlechte in dieser Phase, in der die Eisenbahner seit sieben Spielen sieglos sind. „Es ist für jeden Einzelnen wichtig, diese schwierige Situation durchzumachen, daraus zu lernen.“

Der Trainerstab wird in dieser Woche viel mit den Spielern reden. Keiner soll den Kopf hängen lassen. „Die Teams hinter uns haben auch verloren. Wir sind immer noch im Soll.“ Über die Gespräche soll die Mannschaft wieder zu den Stärken zurückfinden, die sie die letzten Jahre ausgezeichnet hat. Mit Aggressivität und Geschlossenheit sollen die Stendaler wieder eine Art und Weise des Fußballspielens entwickeln, „die es für die Gegner schwer macht, gegen uns zu spielen“. Und genau das war in weiten Teilen der Hinrunde der Fall: Die Lok-Elf war ein unbequemer, weil sehr griffiger und aggressiver Gegner. Diese Grundeigenschaften gilt es, wieder an den Tag zu legen.

Doch vielleicht wird Trainer Körner auch ein wenig an den taktischen Vorgaben drehen, den Gegner nicht ganz so früh attackieren lassen. Es könnte seiner Meinung nach das richtige Mittel sein, sich etwas weiter zurückzuziehen und dadurch „stabiler zu werden“. Das müsse man aber situativ erkennen und entscheiden.

Aber wie schon erwähnt. Unabhängig von Formation und Taktik: Einsatzbereitschaft, Wille und Zweikampfverhalten sind die Voraussetzungen in allen Spielsystemen, die die Lehrbücher zu bieten haben. Und diese drei Eckpfeiler des Erfolgs müssen wieder fester Bestandteil im Eisenbahner-Fundament sein.

Von Michael Theuerkauf

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