Nicht top, aber treffend: Bismark mit 3:0-Sieg im Derby der Fußball-Landesliga gegen Kreveser SV

Zufriedenheit sieht anders aus

Aus dem Tritt gekommen: Der Kreveser Jann Grünwald (links) verlor hier im Zweikampf mit Bismarks Florian Knoblich vor dem Torschuss den Ball. TuS-Torwart Hannes Gust ließ kein Tor zu. Foto: Post

Bismark. Dirk Grempler vermied es, Lobeshymnen über seine Mannschaft auszuschütten, sein Kollege Holm Hansens war weit davon entfernt, verbal auf sein geschlagenes Team einzuprügeln. Aber beide hätten ob des Ausgangs des Spiels eigentlich das tun können.

Beide Trainer blieben jedoch realistisch und ordneten das Geschehen am Sonnabend richtig ein. Beim 3:0 (2:0)-Sieg des TuS Schwarz-Weiß Bismark gegen den Kreveser SV im Derby der Fußball-Landesliga war Siegertrainer Grempler nicht ganz zufrieden, Verlierercoach Hansens allerdings auch nicht völlig unzufrieden.

In der Zeit, in der die Bismarker ihre komfortable 2:0-Führung vorlegten, passte bei den Krevesern nichts, danach lief bei den Bismarker nicht mehr allzu viel zusammen. „Leider haben wir das Spiel abgegeben“, konstatierte Grempler. Nach 20 Minuten gab der TuS die Spielkontrolle ab, die Partie wurde mehr und mehr zerfahrener. Dass die Mannschaft vom Kollegen Hansens danach nicht mehr erreichte, als noch ein spätes Gegentor zu kassieren, sträubte ihn nicht, ein eigentlich zufriedenstellendes Fazit zu ziehen.

„Ab der 20. Minute bin ich zufrieden“, merkte der Übungsleiter an. Der punktlose Tabellenletzte trat mit dem „allerletzten Aufgebot“ an – aber das kämpfte. „Wir waren dem Tor näher“, analysierte Hansens das Spiel nach dem 0:2-Rückstand. An dem hatte Michael Metzger größten Anteil. Das 1:0 markierte der Antreiber von Bismark selbst, beim 2:0 schaufelte er einen Eckball genau auf den Kopf von Christoph Grabau. Die Partie hätte freilich anders laufen können, wenn der KSV nach dem 0:2 mit seinen Annäherungen an das Tor noch zugeschlagen hätte.

„Ein Tor hätte uns gut getan. Dann kriegt man die zweite Luft“, weiß Hansens aus seiner Trainererfahrung. Doch stattdessen knallte Alexander Mayer mit einem sehenswerten, satten 30-Meter-Schuss den Ball in den linken Torwinkel. Dass Grempler nach dem 3:0 trotzdem kein goßes Lob verteilte, außer dass „zwei optimale Tore zum richtigen Zeitpunkt“ gefallen sind (in den ersten 20 starken Minuten des TuS), war eine richtige Einschätzung. „Man muss trotzdem die Konzentration hochhalten“, sprach er die Leistung der Bismarker nach dem 2:0 kritisch an. Er wünschte sich „mehr Zugrifff“ und „mehr Ballbesitz“. Dass gegen das gebeutelte und tapfere Krevese ein Sieg heraussprang, erfüllte zumindest die Planung des Coaches. „Drei Punkte waren das Ziel“, erklärte Grempler nach der Partie.

Dafür muss das Lob nicht immer ausschweifend sein – und bei gar keinem Punkt wie beim KSV nicht immer die Verbalkeule geschwungen werden.

• Tore: 1:0 Michael Metzer (8.), 2:0 Christoph Grabau (17.), 3:0 Alexander Mayer (82.). Schiedsrichter: Felkel (Salzwedel). Zuschauer: 145. Bes. Vork.: 77. Gelb-Rote Karte für Christian Bissinger für wiederholtes Foulspiel.

Von Benjamin Post

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