FUSSBALL – ANALYSE Fehlerfrei, mutig und ideenreich zum ersten Sieg

Lok zeigt Heimspiel-Gesicht

Freut sich alleine, während sich im Hintergrund die Lok-Jubeltraube bildete: Bryan Giebeichenstein spielte dank der Leistung seiner Vorderleute erstmals zu Null. 
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Freut sich alleine, während sich im Hintergrund die Lok-Jubeltraube bildete: Bryan Giebeichenstein spielte dank der Leistung seiner Vorderleute erstmals zu Null. 

Stendal – Während Oliver Richter, Trainer des FC Strausberg, bedient war, passte beim 1. FC Lok Stendal nahezu alles. Das berechtigte 3:0-Endergebnis am Sonntag ließ die Eisenbahner im dritten Spiel in der Oberligasaison ankommen. Es ist ein Anfang eines langen Weges.

Der entschlossene Auftritt zeigte, dass gerade zu Hause künftig mehr erreicht werden kann.

„Ich denke, wir werden beide bis zum Saisonende hart miteinander kämpfen“, sagte Richter auf der Pressekonferenz in Richtung Lok-Coach Jörn Schulz. Dieser pflichtete seinem Gegenüber bei. Stendal und Strausberg werden sich voraussichtlich im Fernduell um den Klassenerhalt einen engen Kampf liefern. Das erste direkte Aufeinandertreffen hatten die Eisenbahner schon mal eindrucksvoll für sich entschieden.

Dabei zeigte die Schulz-Elf das vom Publikum gewünschte Heimspiel-Gesicht. Entschlossen nach vorne und mit Ideen holte sich Lok Sicherheit. Die ersten kleinen Annäherungen ließen nicht lange auf sich warten. In der 24. Minute bewies Denis Neumann erneut, dass er Stendals Sturmhoffnung ist. Richter warnte davor. Vergeblich. „Das ist ein Spieler, der gedoppelt werden muss“, so der Strausberg-Coach über Neumanns 1:0. Kurz darauf stellte Richter von einem 4-4-2-System auf 4-1-4-1 um. Auch dies brachte nicht den gewünschten Effekt. Zum Schluss ging es nur noch darum, den Schaden in Grenzen zu halten, als die Gäste zu einem 5-4-1 wechselten.

Richters Umstellungen verpufften. Das lag aber auch an der Stendaler Mannschaft. Insbesondere die Viererkette machte einen soliden Job. Lukas Breda überzeugte auf rechts, mausert sich in jetziger Verfassung nach einer guten Vorbereitung zu einem echten Trumpf. Benjamin Bubke steigerte auf links seine Sicherheit mit zunehmendem Spielverlauf. Das zentrale Abwehrduo bestehend aus 3:0-Torschütze Sebastian Hey und Johannes Mahrhold blieb komplett fehlerfrei. Das hatte Schulz unter der Woche gefordert: „Wir wollten keine individuellen Fehler machen.“ Einmal kam Strausberg durch, doch Lok-Torhüter Bryan Giebichenstein blieb aufmerksam und spielte diese Saison erstmals zu Null. „Für die Mannschaft ist es unheimlich wichtig, weil wir die letzten beiden Spiele sechs Gegentore gekriegt haben“, meinte Giebichenstein, der seine Vorderleute lobte.

Lob gab es auch von Schulz, der spätestens nach dem 2:0 durch Niclas Buschke seine gesamte Elf umarmen hätte können. Buschke, der laut Schulz „in dieser Szene seine Klasse gezeigt“ hatte, machte während des Jubels die zusätzlichen Meter in Richtung seines Trainers, der mit ausgebreiteten Armen als Gratulant wartete. Er habe alle Spieler „extrem lieb“ sparte Schulz nicht mit Worten, die Verbundenheit ausdrücken.

Verbunden zeigte sich auch das „Hölzchen“. Dreifach wurde gejubelt. Da machte das laute Ansagen der einzelnen Torschützen im Zusammenspiel mit Stadionsprecher Sven Jaluschka noch mehr Spaß. „Kompliment auch an die Fans. Die haben im überwiegenden Teil sehr positiv mit uns gesprochen. Nur so geht es“, wünscht sich Giebichenstein diese Art von Unterstützung. VON PATRICK NOWAK

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