Fußball – Kreisoberliga: Der SV Langenapel schwächelt zwar, holt aber erstmals den Kreismeistertitel

Ein Zeichen für den Niveauverlust der Liga

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Der SV Langenapel hat sich durch einen 2:0-Sieg gegen den VfB Klötze vorzeitig die Meisterschaft in der Fußball-Kreisoberliga gesichert. Der Titel ist für den scheidenden Trainer Ronny Müller (l.) das I-Tüpfelchen seiner zehnjährigen Arbeit beim SVL. 

Langenapel. Unter dem Hallendach hat der SV Langenapel in der jüngeren Vergangenheit mehrfach Titel (Kreismeister, Supercup) auf Kreisebene eingefahren, doch auf dem grünen Rasen hat es bislang noch nie geklappt.

Diesen Makel bereinigten die Schützlinge von Trainer Ronny Müller nun am vergangenen Sonntag, als sie sich mit einem 2:0-Heimsieg gegen den VfB Klötze vorzeitig den Titel in der Fußball-Kreisoberliga sicherten.

„Dieser Titel hat uns in unserer Sammlung noch gefehlt und ist das I-Tüpfelchen unserer gemeinsamen Arbeit in den vergangenen zehn Jahren“, bemerkte Ronny Müller in der Stunde des Erfolges. Große Euphorie wollte beim 49-Jährigen jedoch nicht aufkommen, hat doch der SVL seiner Ansicht nach in der Saison 2017/18 oftmals geschwächelt. „Rein sportlich war es eine unserer schwächeren Serien, doch offensichtlich sollte es mal sein.

Routinier Michael Scheuner stellte sich aufgrund der personellen Probleme noch einmal in den Dienst der Mannschaft.

Wir mussten oftmals Schlüsselspieler ersetzen und konnten aufgrund vieler auswärtiger Akteure kaum noch richtig trainieren. Das kann man nicht kompensieren und hat sich auch auf die Leistung ausgewirkt. Wenn wir alle Spieler an Deck haben und diese auch im Saft stehen, können wir jede Mannschaft aus unserem Kreisgebiet schlagen“, meinte Ronny Müller, der der Konkurrenz aus der Kreisoberliga daher kein gutes Zeugnis ausstellte. „Unser Titelgewinn spricht nicht gerade für die Liga, das Niveau ist schlechter geworden.“

Die Niederlagen gegen den FC Jübar/Bornsen (1:3), Eintracht Vienau (1:2), den Diesdorfer SV (0:2) und kürzlich gegen Schwalbe Schwiesau (1:2) waren der schwierigen personellen Situation geschuldet. Auch in anderen Spielen konnte der SVL nicht überzeugen, fuhr aber Sieg um Sieg ein. „Unsere Erfahrung war unsere Stärke. Wir haben viele enge Spiele gewonnen, weil wir an uns geglaubt haben“, meinte Kapitän Fred Neuling, der als Spielgestalter, Torschütze (24 Saisontreffer) und verlängerter Arm des Trainers auf dem Spielfeld großen Anteil am Titelgewinn hat.

Ortsbürgermeister Frank Wüstemann (l.) und Vereinschef Carsten Gäbel (r.) verabschiedeten Ronny Müller und Alexander Schulz.

Nach zehn Jahren „akribischer und erfolgreicher Arbeit“, wie Vereinschef Karsten Gäbel bei der Verabschiedung betonte, legt Ronny Müller nun sein Traineramt nieder. Die Trainingssituation ist für ihn zuletzt völlig unbefriedigend gewesen, von einem richtigen Training konnte man nicht mehr sprechen. Viele Akteure kamen nur noch zu den Punktspielen nach Langenapel. Wer Ronny Müller kennt, der weiß, dass er sich nicht mit halben Sachen zufriedengibt. Sein Rücktritt zum Saisonende kam daher auch nicht überraschend. Wie es beim SVL nun weitergeht, diese Frage konnte auch Kapitän Fred Neuling nicht beantworten. Aufstieg in die Landesklasse oder Verbleib in der Kreisoberliga hängen von Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen, die die Vereinsführung derzeit führt, ab. Neue Spieler mit Qualität ist die eine Seite, ein Trainer vom Kaliber Ronny Müller zu finden, dürfte jedoch schwer werden. Die Fußstapfen, die Ronny Müller in Langenapel hinterlassen hat, sind groß. Das weiß auch der Verein, der seinen scheidenden Erfolgstrainer zum Ehrenmitglied ernannt hat.

Von Renee Sensenschmidt

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