1. FC Lok Stendal: Mannschaft und Trainer wehren sich gegen die öffentlichen Anschuldigungen Troegers

„Wir weisen die Behauptungen zurück!“

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Die Mannschaft des 1. FC Lok Stendal hat sich von den Vorwürfen Ralf Troegers distanziert.

tha Stendal. Die Oberliga-Mannschaft des 1. FC Lok Stendal hat ihr Schweigen im Eklat um den zurückgetretenen Sport-Vorstand und Vizepräsidenten Ralf Troeger gebrochen.

Dieser hatte Trainer Sven Körner und seinem Team öffentlich vorgeworfen, die Fans instrumentalisiert zu haben, um die Zahlung von Erfolgsprämien in Höhe von 36. 000 Euro durchzusetzen. Im Heimspiel gegen den Greifswalder FC hatte die „Waldseite“ im Hölzchen mit Sprechchören und Plakaten Troegers Rücktritt gefordert. Noch in der Halbzeit der Partie legte er all seine Ämter nieder, da er von einer Intrige gegen seine Person ausgegangen war. Mittels Leserbrief stellte Troeger daraufhin Mannschaft und Trainer an den Pranger. Die Beschuldigten wollten sich mit Verweis auf die ebenfalls schwierige sportliche Situation zunächst nicht äußern, sahen sich nun aber aufgrund zunehmenden medialen Drucks zu einer Stellungnahme genötigt.

„Wir weisen die Behauptung mit aller Deutlichkeit zurück, dass Mannschaft und Trainer die Fans dazu instrumentalisiert hätten, beim Heimspiel gegen den Greifswalder FC Plakate aufzuhängen und Sprechchöre zu skandieren, um mögliche Prämienzahlungen durchzusetzen“, heißt es in dem von der ersten Herrenmannschaft, dem Trainer- und Betreuerteam verfassten Schreiben.

Die von Troeger öffentlich gemachte Summe von 36.000 Euro wird in der gestrigen Stellungnahme bestätigt. Allerdings nicht als endgültige Forderung, sondern lediglich als Verhandlungsgrundlage. „Bei der von Herrn Dr. Troeger öffentlich genannten Zahl von 36.000 Euro, die bei einer internen Sitzung von Mannschaftsrat und Vizepräsident benannt wurde, handelt es sich um einen Vorschlag der Mannschaft gegenüber dem Vorstand“. Neben den Spielern sollten auch das Trainer- und Betreuerteam sowie die beiden Physiotherapeuten mit einer Erfolgsprämie bedacht werden.

Eine Prämie sei allen Beteiligten vonseiten Troegers auch zugesichert worden, wie die Mannschaft nun in ihrer Stellungnahme klarstellt. Gezahlt wurde bis zum heutigen Tag allerdings noch nichts. „Der Sportvorstand hat grundsätzlich versprochen, beim Erreichen folgender Ziele jeweils Prämien auszuteilen: 1. Der Einzug in das Landespokalfinale durch einen Sieg im Halbfinale gegen Zorbau. 2. Das sportliche Erreichen des Nicht-Abstieges. 3. Der Einzug in die erste Runde des DFB Pokals“, so der Wortlaut. Da Mannschaft, Trainer und Betreuer bislang vergeblich auf ihre Prämien warten mussten, habe es ein Gespräch zwischen Mannschaftsrat und Troeger gegeben, in dem die Spieler dem Sport-Vorstand ihre Vorstellungen unterbreitet hatten.

Troeger hatte die offenen Prämienzahlungen in der Vergangenheit damit begründet, dass der 1. FC Lok Stendal die sechsstellige Antrittsprämie des DFB für die Teilnahme am DFB-Pokal noch nicht erhalten hatte. Laut Präsident Ulrich Nellessen hätte die Mannschaft diese unfreiwillige Wartezeit auch akzeptiert, wodurch die von Troeger unterstellte Verschwörung mit der Fanszene fragwürdig erscheint. Mannschaft und Trainer möchten das Problem nun aus der Welt geschafft wissen. „Mit dieser Stellungnahme ist das Thema für uns abgeschlossen, damit wir den Fokus wieder ausschließlich auf das Sportliche richten können“, heißt es.

Endgültige Klarheit in dieser Angelegenheit scheint es vorerst nicht zu geben. Aktuell steht Aussage gegen Aussage. Weder Troeger noch Mannschaft und Trainer können ihre Version beweisen.

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