1. FC Lok Stendal: Drittligisten und direkte Konkurrenz machen Sorgen

„Wir brauchen Zählbares“

Mit schmerzverzerrtem Gesicht musste Steven Schubert am Sonnabend das Feld in Greifswald verlassen. Ein Ausfall des zweikampfstarken Mittelfeld-Spielers würde Lok weiter schwächen. 
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Mit schmerzverzerrtem Gesicht musste Steven Schubert am Sonnabend das Feld in Greifswald verlassen. Ein Ausfall des zweikampfstarken Mittelfeld-Spielers würde Lok weiter schwächen. 

Stendal – Es war eine unerfreuliche Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag, die der 1. FC Lok Stendal am vergangenen Wochenende verdauen musste. Die Leistung im Auswärtsspiel beim bockstarken Aufsteiger Greifswalder FC war ansprechend, das Resultat ernüchternd.

Mit einem 0:1 schlichen die Altmärker nach großem Kampf vom Platz. Der nächste Nackenschlag folgte beim Blick auf die Ergebnisse der Konkurrenz, denn die übrigen Teams im Tabellenkeller der Oberliga haben aufhorchen lassen.

Ärger über Pleite

Die Stendaler spielten vor letztlich doch nur knapp 350 Zuschauern im Greifswalder Volksstadion das, was man von ihnen erwarten konnte. Defensiv kompakt und diszipliniert lauerte der Außenseiter auf seine Chancen nach Standardsituationen und Kontern. Der Plan ging auf, bis der Heimatverein von Weltmeister Toni Kroos nach gut einer Stunde per Sonntagsschuss glücklich zur Führung traf. Es war die Entscheidung einer mäßigen Oberliga-Partie. „Das Spiel hatte keinen Sieger verdient“, räumten anschließend beide Trainer ein.

Offensiv klemmt es

So gut und leidenschaftlich die Stendaler auch verteidigt haben, so offensichtlich war in den ersten beiden Rückrunden-Spielen auch, wie schwer sich der 1. FC Lok im Kreieren von eigenen Möglichkeiten tut. Gegen Staaken trafen die Eisenbahner nach einem Standard, gegen Greifswald gar nicht. „Nach dem Gegentor waren wir nicht zwingend genug und hatten leider keine klaren Chancen mehr“, konstatierte Lok-Coach Jörn Schulz. Der letzte Treffer aus dem Spiel heraus gelang den Altmärkern im November beim 5:1-Sieg in Malchow. Immerhin: Am kommenden Wochenende kehrt mit Martin Gödecke eine weitere kreative Option in den Kader zurück. Vielleicht gelingt dann auch offensiv der Umschwung.

Personalien

Ein Spieler, der in Sachen Kreativität den Unterschied ausmachen kann, wäre Motitz Instenberg gewesen. Doch der Spielmacher fällt nach einer neuerlichen Knie-Verletzung auf unbestimmte Zeit aus. Über die genaue Diagnose herrscht weiterhin Rätselraten. Im Laufe der Woche möchte sich Instenberg eine Zweit-Meinung einholen. „Für die Rückrunde sieht es aber erst mal nicht gut aus“, verrät Schulz auf AZ-Nachfrage. Wesentlich mehr Hoffnungen macht hingegen Steven Schubert. Der Abräumer musste am Sonnabend mit muskulären Problemen ausgewechselt werden, hat aber gestern bereits wieder eine lockere Trainingseinheit absolviert. „Wir hoffen, dass es gehen wird“, sagt Schulz im Hinblick auf das kommende Spiel bei TeBe Berlin. Derweil hat Innenverteidiger Johannes Mahrhold seinen Vertrag am „Hölzchen“ um drei Jahre verlängert. Weitere Spieler sollen in den kommenden Wochen folgen. Und auch im Team hinter dem Team hat es eine Veränderung gegeben. Für den freigestellten Martin Ritzmann übernimmt ab sofort Manuel Mauritz die Stelle des Torwarttrainers.

Konkurrenz punktet

Während Lok am Wochenende eine Enttäuschung verdauen musste, haben andere Teams im Oberliga-Keller gepunktet. Der SC Staaken etwa überraschte mit einem torlosen Remis gegen TeBe Berlin. Anker Wismar und Brandenburg Süd sammelten ebenfalls einen weiteren Zähler und Blau-Weiß Berlin hat sich mit einem 1:0-Erfolg über Strausberg weiter von der Abstiegszone entfernt. Der 1. FC Lok ist auf Rang 14 zurückgefallen. Nach aktuellem Stand deutet alles darauf hin, dass es am Ende mindestens vier Absteiger geben wird. Carl Zeiss Jena und Energie Cottbus machen in der 3. Liga nicht den Eindruck, dem Abstieg noch entfliehen zu können, was sich aus Stendaler Sicht negativ auf die Anzahl der Oberliga-Absteiger auswirken wird. Immerhin hält sich aber noch der FSV Zwickau über dem Strich. Der Blick auf andere Vereine hilft dem 1. FC Lok allerdings wenig. Trainer Jörn Schulz stellt klar: „Wir brauchen Zählbares! Und die Leistung in Greifswald hat Mut gemacht.“

Die Situation im Abstiegskampf

Anker Wismar - Torgelower FC 1:1

SV Lichtenberg - TSG Neustrelitz 3:0

Greifswalder FC - Lok Stendal 1:0

Malchower SV - Charlottenburg 2:3

SC Staaken - TeBe Berlin 0:0

Altlüdersdorf - Hansa Rostock II 0:3

H. Zehlendorf - Brandenburger SC 1:1

Blau-Weiß Berlin - FC Strausberg 1:0

......

10. Blau-Weiß Berlin 17 23:23 19

11. SV Altlüdersdorf 17 24:36 19

12. SC Staaken 17 29:33 15

13. Anker Wismar 17 11:28 14

14. 1. FC Lok Stendal 17 20:44 14

15. Brandenburger SC 17 23:38 13

16. Malchower SV 17 17:57  4

VON TOBIAS HAACK

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