Anzahl der Teams schrumpft weiter / Kein Herren-Fußball in Uenglingen

Wieder weniger Meldungen

Patrick Huch (l.) war einer der wenigen, die Viktoria Uenglingen bis zum Schluss treu blieben. Am Ende bekam der Verein kein Herrenteam mehr zusammen. Foto: Archiv

Altmark. Es ist das prominenteste Opfer des demografischen Wandels im KFV Altmark Ost und es wird wohl nicht das Letzte sein.

Viktoria Uenglingen, bislang ein stolzer Traditionsverein in der Fußball-Landesklasse, hat seine Herrenvertretung nicht mehr für die kommende Saison gemeldet. Weitere Vereine lösten ihre Reservemannschaften auf. Bis zum Sonnabend sollten die Mannschaftsmeldungen beim KFV eingereicht werden. Das Ergebnis war ernüchternd: Zwei Neuanmeldungen stehen sechs Abmeldungen gegenüber.

Neben der Viktoria zogen sich auch Preußen Schönhausen II, Freundschaft Schernebeck II, Klädener SV II, Krüden/Groß Garz III sowie Eintracht Lüderitz II zurück. Aus den bisherigen zwei Kreisklasse-Staffeln wird in der neuen Saison nur noch eine werden. Offen ist derweil auch noch, wie viele Mannschaften Blau-Gelb Goldbeck meldet.

In Uenglingen, wo seit einem halben Jahr gegen die drohende Auflösung gekämpft wurde, trägt man derweil Trauer. „Nach 65 Jahren wird es hier keine Männermannschaft mehr geben. Wir sind todunglücklich darüber, aber es gab einfach zuviele Mannschaften in der Umgebung, die mitbekommen haben, was hier los ist und uns dann die Spieler abgeworben haben“, erklärte Viktoria-Pressesprecher Manfred Vogler die Gründe für den bitteren Abschied.

Des einen Leid ist in diesem Falle des anderen Freud. Ein Großteil des Uenglinger Kaders, der jüngst aus der Landesklasse abgestiegen war, wird nun in Möringen und Wahrburg erwartet, wenngleich offiziell noch kein Wechsel verkündet wurde. „Jetzt, wo die Mannschaft aufgelöst ist, können natürlich alle frei zugreifen“, ärgert sich Vogler über das unwürdige Ende einer altmärkischen Fußball-Institution.

Während im Uenglinger Talkessel in Zukunft nur noch Jugendfußball gespielt wird, dürfen sich zwei andere Standorte auf die doppelte Auslastung ihrer Plätze freuen. Mit der Schinner Eintracht und Saxonia Tangermünde schicken zwei Vereine ihre neu formierten Reservemannschaften an den Start. Sie beginnen in der Kreisklasse. Eine Etage höher hat Empor Kamern das Missverständnis der Spielgemeinschaft mit Warnau II beendet und geht nun eigenständig in der Kreisliga auf Punktejagd. Landesklasse-Absteiger Preußen Dobberkau und der TuS SW Bismark II bilden in der neuen Kreisoberliga eine Spielgemeinschaft.

Die endgültigen Entscheidungen über die Staffeleinteilungen fallen am 7. Juli, wenn der Spielausschuss des KFV Altmark Ost tagt.

Von Tobias Haack

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