Fußball - 3. Liga

Der FCM und die Trendwende im Abstiegskampf

Kai Brünker und Baris Atik sind das neue Traumpaar im Angriff des 1. FC Magdeburg. Der Spaß am Fußball ist ihnen anzusehen.
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So sieht Spaß am Spiel aus: Das neue Traumpaar im Angriff, Kai Brünker und Baris Atik (vorn), lässt die Fans des 1. FC Magdeburg an den Klassenerhalt glauben.
  • Sabine Lindenau
    vonSabine Lindenau
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Magdeburg – Sie mussten viel einstecken. Von Kritikern, Medien und Fans gleichermaßen. Doch die Drittliga-Profis des 1. FC Magdeburg haben all jene Lügen gestraft, die sie schon abgeschrieben hatten. Unter Christian Titz ist dem Traditionsclub die Trendwende geglückt. 

Was nach dem jüngsten Erfolg gegen den FC Ingolstadt für den Klassenerhalt spricht, zeigt unsere Analyse auf.

Das neue Selbstverständnis

Von Leichtigkeit sind sie noch ein Stück weit entfernt. Aber die Art und Weise, wie sich die FCM-Profis auf dem Rasen präsentieren, ist in den zurückliegenden Wochen eine ganz andere geworden. Die Körpersprache signalisiert ein neu gewonnenes Selbstverständnis. Die Zeiten, in denen die Fans von Beginn an zittern mussten, weil auf dem Rasen mehr Individualisten als eine Einheit auflief, gehören der Vergangenheit an. Titz ist es gelungen, seine Schützlinge zu einer eingeschworenen Truppe zu entwickeln, die füreinander und miteinander kämpft. Das ist ein wichtiges Erfolgsrezept im Abstiegskampf.

Die eindeutige Tendenz

Seit nunmehr fünf Spielen in Folge ist der FCM ungeschlagen. Und holte dabei 13 wichtige Punkte. In den vergangenen drei Begegnungen gingen sämtliche Punkte an die Magdeburger, die nicht einmal einen Gegentreffer zuließen. Nach 30 Spieltagen rangiert der Club endlich mal wieder zwei Plätze über dem Strich. Die Defensive ist zu einer Festung geworden. Aufstiegskandidat FC Ingolstadt kam nur ganz selten gefährlich in den Magdeburger Strafraum. Die beiden Innenverteidiger Tobias Müller und Alexander Bittroff hatten die Gäste im Griff. Und wirkten nicht weniger souverän als Schlussmann Morten Behrens. Der FCM-Angriff hat eine komplette Wandlung vollzogen. Monatelang dominierte Harmlosigkeit, seit Wochen lebendige Spielfreude. Der erste Treffer gegen den Tabellendritten resultierte aus einer ansehnlichen Ballstafette, der zweite aus einem Einwurf. Und die Überzeugung, unbedingt gewinnen zu wollen, ist bei jedem Spieler unübersehbar. Egal, ob er in der Startelf steht, auf der Ersatzbank sitzt oder auf der Tribüne. Auch wenn Titz nicht primär auf die Tabelle, sondern von Spiel zu Spiel schaut, geht der Blick nur noch in eine Richtung: nach vorn.

Das neue Traumpaar

Dass Baris Atik der Unterschiedspieler in den Reihen des 1. FC Magdeburg ist, hat er in den zurückliegenden Wochen schon bewiesen. Und auch am Sonnabend gegen Ingolstadt. Trainer Titz hat den Mittelfeld-Wirbelwind zum Stürmer umfunktioniert und lässt ihn an der Seite von Kai Brünker auflaufen. Eine Doppelspitze, die sich langsam aber sicher zu einem Traumpaar entpuppt. „Baris und ich, da ist eine gewisse Chemie da. Es fühlt sich super an mit ihm“, schwärmt Brünker gegenüber FCM-TV. Sein Sturmpartner sieht das ähnlich. „Kai ist unser Anker, der die Bälle gut ablegen kann.“ Die Harmonie zwischen den beiden ist auf dem Rasen unverkennbar. Sie haben sichtlich Spaß. Gegen Ingolstadt legte zunächst Brünker für Atik auf, beim 2:0 war es genau andersherum. „Die beiden verstehen sich gut, Baris ist auf Kai fokussiert“, freut sich auch Titz. „Aber es sind nicht nur die beiden. Wie wir insgesamt nach vorn auftreten, ist sehr gut“, sieht der Trainer, wie seine Arbeit Früchte trägt.

Die Lage in der Liga

Die Abstände im unteren Tabellendrittel sind immer noch gering. Platz zwölf ist nur einen Sieg entfernt. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt aber gerade einmal einen Punkt. Auch wenn der FCM über dem Strich steht und die Trendwende geschafft wurde, muss er auch in den verbleibenden acht Partien fokussiert bleiben. Gegen fünf Gegner, die sich ebenfalls im Keller der Drittliga-Tabelle befinden, haben es die Magdeburger selbst in der Hand, noch vor dem letzten Spieltag den Klassenerhalt zu sichern.

Der nächste Gegner

Einen weiteren Schritt in die richtige Richtung kann die Titz-Elf am kommenden Sonnabend gehen. Dann gibt es beim FC Hansa Rostock ein Wiedersehen mit Jens Härtel. Dem Ex-Coach dürfte der Aufwärtstrend nicht entgangen sein. Die Magdeburger Spieler sind optimistisch, weiterhin Punkte zu sammeln. „Wir wollen diese Gier beibehalten. Es fühlt sich in der Kabine gerade super an. Das macht Hunger auf das nächste Spiel“, freut sich Kai Brünker. Und auch sein Sturmkollege Atik sagte nach dem Sieg am Sonnabend: „So können wir weitermachen.“ Wie man einen Aufstiegskandidaten bezwingt, haben die FCM-Profis gegen Ingolstadt gezeigt. Ein Dreier in Rostock ist also nicht ausgeschlossen.

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