FUSSBALL – OBERLIGA Unglückliches Debüt / Giebichenstein erstmals Ersatz

Westphals Warteschleife endet

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Durfte von Beginn an ran: Steffen Westphal hütete das Tor des 1. FC Lok Stendal. Vier Gegentore gegen Greifwald zum Einstand hatte er sich aber nicht gewünscht.

Stendal – Erstmals wurde Steffen Westphals Name in Lok Stendals Startelf durch Stadionsprecher Sven Jaluschka verkündet. Etwas überraschend. Schließlich war Bryan Giebichenstein der bisherige Stammtorwart.

Westphals Debüt verlief mit dem 0:4 (0:2) gegen den Greifswalder FC sehr unglücklich. Ähnlich ungeschickt beantwortete Trainer Jörn Schulz am Sonntag die Frage nach der Nummer eins.

„Wir legen uns nicht eindeutig fest, wer die ganze Rückrunde im Tor steht.“ Schulz’ Worte klangen in erster Linie nach einer Rotation zwischen den Pfosten. Gleichzeitig scheint es aber schwer denkbar, da sich der Schlussmann mit der Viererkette einspielen muss. Schulz betonte, dass Lok Stendal auf der Torhüterposition keine Probleme habe.

In der Vorbereitung schienen der bisherige Stammtorwart Bryan Giebichenstein und Steffen Westphal gleichauf. Beide bekamen gleichermaßen Spielpraxis. Das habe der Trainer beiden mitgeteilt, bestätigte Westphal nach seiner misslungenen Premiere. Der ehemalige A-Juniorenspieler von Arminia Bielefeld agierte zwischen eigenem Pech und fehlender Unterstützung seiner Nebenleute.

Exemplarisch dafür stehen alle vier Gegentore. Beim 0:1 und 0:3 ließ Westphal den Ball nur nach vorne klatschen, die Abpraller wurden von den Greifswaldern versenkt. „Die Bälle waren scharf geschossen und dann habe ich beim zweiten Ball keine Chance gehabt“, fühlte sich Westphal machtlos. Das 0:2 ist nach einer nicht verteidigten Ecke entstanden, beim 0:4 war Westphal nach einem Querpass ohnehin auf sich alleine gestellt.

Der 20-Jährige durfte sich bei seinem Startelf-Debüt aber auch auszeichnen und habe zwei, drei gute Sachen gehalten, wie Schulz bei der anschließenden Pressekonferenz anmerkte. Lok Stendals Trainer hatte Giebichenstein und Westphal seine Wahl für den Platz im Tor persönlich unter der Woche mitgeteilt. Und sah den jüngeren Keeper aus Nordrhein-Westfalen leicht vorne: „Steffen hat eine gute Vorbereitung gespielt, keine Einsatzzeiten gehabt und sich das einfach mal verdient.“

Westphal musste lange auf diese Gelegenheit warten, blieb im Training fleißig und war seit seinem Wechsel im vergangenen Sommer nur in Testspielen zu Einsätzen gekommen. Keine leichte Zeit. Sie gehöre aber dazu. Es könne immer nur einer spielen. „Von daher musst du mit der Situation klarkommen, dass du eine Zeit lang auf der Bank sitzt“, sagte Westphal, der auch in Zukunft davon ausgeht, im ersten Aufgebot des Oberligisten zu stehen.

Kampflos wird Bryan Giebichenstein sich nicht in die zweite Reihe stellen wollen. Und weiter Druck auf seinen Mitstreiter machen. Das weiß auch Westphal. Der Konkurrenzkampf sei da. Es sei wichtig, dass beim Training ein vernünftiges Arbeitsklima herrsche, so der gebürtige Bielefelder, der nach dem undankbaren 0:4 zum Einstand lediglich nur von Hauptkonkurrent Giebichenstein abgeklatscht wurde.

VON PATRICK NOWAK

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